Dienstag, 23. November 2004

Stellungnahme in Sachen KSK

Sehr geehrte Frau Sowa,

zunächst bedanke ich mich für Ihren Einsatz in der Enquete-Kommission und für die guten Nachrichten in Sachen KSK.

Alsdann muß ich wohl einiges klarstellen:

1. Ich bin keineswegs "derjenige welche", der gezielt einen Aufruf gestartet hätte. Es geisterten seit Samstag einige dieser Aufrufe durchs Netz. Offenbar ist - aus implausiblen Gründen - meiner am häufigsten verbreitet worden.

2. Ich habe meinen Aufruf ursprünglich lediglich an Freunde und befreundete KollegInnen geschickt. Es war allerdings keineswegs geplant, daß diese Privatmail tausendfach kopiert und auf Internetseiten, z.T. ohne mein Vorwissen, verbreitet wird.

3. Die Pressemitteilung, die die Enquete-Kommission veröffentlicht hatte, klang nicht nur für mich, sondern bereits für hunderte weiterer KollegInnen im Vorfeld zur gestrigen Veranstaltung besorgniserregend. Ich war auch, wie oben betont, keineswegs erstes Glied in dieser Kette. Die Erstinitiative ging aus von der Mitgliederversammlung des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in Ver.di Baden-Württemberg, die Samstag stattgefunden hat und zu einer Stellungnahme gegenüber den Enquete-Mitgliedern aufgerufen hat. Ich war, wie gesagt, als möglicherweise von den zu erwartenden Neuregelungen in Sachen KSK betroffener Künstler lediglich eine Privatperson, die diesem Aufruf Folge geleistet hat.

4. Aus den obengenannten Gründen kann ich Ihnen leider auch keine Verteilerliste zukommen lassen, weil ich die Mail nur an 20 Freunde geschickt habe, die sie ihrerseits weitergeleitet haben. Es gibt keinen zentralen Verteiler - hätte ich einen, hätte ich längst darauf aufmerksam gemacht, daß ich keineswegs Ansprechpartner für irgendeine geplante Aktion war.

Gestatten Sie mir noch zwei persönliche Anmerkungen:

Ich glaube, ich habe die Folgen meines Handelns tatsächlich unterschätzt, weil ich nicht damit gerechnet habe, daß sich in diesen Zeiten hunderte, ja tausende freischaffender KünstlerInnen zu einem solchen Protest zusammenbringen lassen. Bis zu einem gewissen Punkt hat mir das auch den Glauben an die Solidarität in diesem Land und Berufsstand zurückgegeben.

Es tut mir auch leid, wenn ich Ihnen und Ihren KollegInnen Unannehmlichkeiten bereitet habe.

Allerdings sollten Sie oder die zuständigen MitarbeiterInnen, die eine solche Pressemitteilung vorlegen, sich künftig auch genauer überlegen, ob man nicht mit Formulierungen wie:

"Soll die KSK erhalten werden, kann sie überhaupt erhalten werden?"

Angst und Sorge schürt bzw. mit den Versorgungsängsten ohnehin schon an den Rand der Gesellschaft gedrückter KünstlerInnen mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von knapp 10.000 € Einkommen nach Steuern spielt. Ich weise den Vorwurf, Ängste geschürt zu haben, damit entschieden von mir. Das Initial ging von der Kommission aus.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Martin von Arndt


Da es mittlerweile reichlich KollegInnen gibt, die mich wegen der vorgestrigen Mailaktion angepflaumt haben, da ich inzwischen auch eine leicht säuerliche Reaktion aus dem Bundestag erhalten habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf folgendes hinzuweisen:
Bitte verbreitet den Text zur befürchteten Abschaffung der KSK nicht mehr weiter.
Zum einen handelt es sich dabei um einen privaten Mailtext an Freunde.
Zum zweiten bin ich nicht der Organisator irgendeiner größeren Aktion.
Zum dritten ist der Termin bereits verstrichen.
Zum vierten hat man seitens der Kommission Entwarnung gegeben (Näheres bitte der morgigen Presse entnehmen oder bei Verdi nachfragen.)
Schließlich hat mich die zuständige SPD-MdB gebeten, die Aktion nun langsam wieder einzustellen, weil man einen normalen Mailverkehr gewährleisten wolle.
Desweiteren möchte ich folgende Erklärung zur "Lichterkette für die KSK" abgeben. Ich zitiere dabei aus meinem Schreiben an die MdB Ulrike Sowa:

Kommentare:

  1. Habe peinlicherweise aus Ursula Sowa Ulrike gemacht. Bitte vielmals um Entschuldigung, liegt an einer neuerlich gehäuft auftretenden Namensdemenz.



    Euer Markus.

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  2. Lieber Moritz,



    sei nicht traurig.



    Ich zum Beispiel kann mir fast alles merken. Außer drei Sachen: Namen, Zahlen, und ehm, Dings, ehm, ja.

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  3. Soeben erfahren: magische Grenze von 2000 Mails erreicht. Jetzt bitte wirklich nicht mehr schreiben. Sonst ist das wie bei Goethe: Die Geister, die ich rief...

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