Dienstag, 20. September 2016

Gesprochene Anthologie auf der Meersburg - Samstag, 19. November 2016, 19.30 Uhr

Gesprochene Anthologie auf der Meersburg - Samstag, 19. November 2016, 19.30 Uhr im Burg-Café auf der Meersburg Einladung Mitglieder der „Meersburger Autorenrunde“ stellen Autorinnen und Autoren vor und lesen ihren Werken Oswald Burger liest aus dem Roman „Am Hang“ von Markus Werner Rainer Stöckli liest Gedichte der St. Galler Schriftstellerin Ursula Riklin-Lorenz Dorothea Neukirchen liest aus dem Roman „Westend“ von Annemarie Weber Pause Katja Neuser liest aus den „Flüchtlingsgesprächen“ von Bertolt Brecht Michael Stoll liest aus Heinrich Seuses „Vita“ und „Horologium sapientiae“ Eintritt frei - Einlass ab 19.00 Uhr Veranstaltung der „Meersburger Autorenrunde“ in Zusammenhang mit der Burg Meerburg Info: Tel. 07532/80000

Mittwoch, 15. Juni 2016

Walter Neumann liest anlässlich seines neunzigsten Geburtstages Gedichte und Prosa zu seiner baltischen Heimat

Samstag,  25. Juni 2016, 15 Uhr Burgcafé Burg Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)

Wir freuen uns sehr, den Schriftsteller Walter Neumann anlässlich seines runden Geburtstags wieder auf der Burg Meersburg begrüßen zu dürfen. Die Texte, die er uns dieses Mal vorstellen wird, haben ausschließlich mit seiner unvergessenen baltischen Heimat zu tun – und ihrer Geschichte, die vor 800 Jahren begann und in Exodus und Umsiedlung endete.

Neumann wird Gedichte aus dem Band "In den Gedächtnisfächern" lesen, außerdem Texte, die seinen Besuch der damaligen Sowjetrepublik Lettland im Jahr 1975 zum Thema haben, sowie ein kleines, ebenfalls der baltischen Geschichte gewidmetes Satyrspiel.

Walter Neumann wurde am 23. Juni 1926 in Riga/Lettland geboren. "Sein Lebenslauf", schrieb Alexandra Jacobsohn in der Bielefelder "Neuen Westfälischen", "bietet kaum Spielraum für falsche Illusionen. Als Angehöriger der deutschen Minderheit erfuhr er Einschränkung und Unterdrückung, als Bürger Lettlands bekam er die Auswirkungen großmachtpolitischer Herrschaftsgelüste zu spüren. Auf den Hitler-Stalin-Pakt im Jahre 1939 folgte die Umsiedlung ins kriegführende Deutschland. Doch in der Erinnerung blieb dieser Flecken Erde für ihn Heimat."

Seit 1989 ist Walter Neumann freier Schriftsteller. Im Jahr 1992 gründete er die "Meersburger Autorenrunde". 1968 und 1975 erhielt er Auslandsreisestipendien, 1981 den Andreas-Gryphius-Förderpreis und 1989 den Eichendorff-Literaturpreis.

„Gehen, ging, gegangen“ Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck zu Gast bei den „Konstanzer Literaturgesprächen"

„Jenny Erpenbeck hat das Buch der Stunde geschrieben“, titelte im Spätsommer 2015 „Der Spiegel“ seine Rezension zu „Gehen, ging, gegangen“. Das Buch handelt vom Flüchtlingselend in Deutschland; es ist wohl die längste Stunde in der kurzen Geschichte dieser Republik. Das Thema ist immer noch heiß. Und es wird bleiben, so, wie die Weltlage sich darstellt. Am Donnerstag Ende August, so heißt es lapidar in dem Buch, versammeln sich zehn Männer vor dem Roten Rathaus in Berlin. Sie haben beschlossen, nichts mehr zu essen. Wenige Tage später beschließen sie, auch nichts mehr zu trinken. Es sind Farbige, sie sprechen kein Deutsch. Sie sprechen englisch, französisch, italienisch. Und noch andere Sprachen, die hierzuland niemand versteht. Was wollen die zehn Männer, Flüchtlinge? Arbeit wollen Sie und in Deutschland bleiben… Er ist ein „trauriger Glücksfall“ (Elke Schmitter) für die deutsche Literatur, dieser Roman, der fünfte der in Berlin lebenden Autorin, die zunächst als Dramatikerin reüssierte. Er bringt das Dilemma der Flüchtlingspolitik – diesseits und jenseits unserer Grenzen – auf den Punkt: subtil, engagiert, mit viel Empathie und ohne falsches Pathos, vor allem aber mit einer enormen erzählerischen Kompetenz. „Gehen, ging, gegangen“ galt als Favorit für den Deutschen Buchpreis; immerhin gelangte das Buch auf die Shortlist der letzten sechs Titel. Ganz ohne Würdigung blieb der Roman nicht: Erpenbeck wurde der Thomas-Mann- Preis 2016 zuerkannt. Seit ihrem so grandiosen wie eigentümlichen Debüt „Geschichten vom alten Kind“ (1999) gehört Erpenbeck zu den „kraftvollsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“, wie die NZZ zu Recht notierte. In ihren Romanen, Erzählungen, Essays und Dramen stellt sie sich der prekären politischen Geschichte des 20. Jahrhundert ebenso wie den brennenden Fragen der Gegenwart. Sie nimmt dabei eine Haltung ein, die durch ihre unbedingte Aufrichtigkeit überzeugt. In „Gehen, ging, gegangen“, sagte sie in einem Interview, versuche sie „unsere Wirklichkeit, das, was wir für selbstverständlich halten, auch mit den Augen der Flüchtlinge anzuschauen.“ Versuch geglückt. Auch in Romanen wie „Heimsuchung“ (2008) oder „Aller Tage Abend“ erzählt sie von Tätern, Opfern und Mitläufern in Umbruchs- und Migrationszeiten wie den heutigen – und das in einer ebenso eigenwilligen wie mitreißenden Sprache. Nun ist Jenny Erpenbeck Gast der „Konstanzer Literaturgespräche“; bereits am Vortag liest sie in Friedrichshafen im Kiesel. An beiden Abenden wird sie begleitet von Wolfgang Ferchl, Programmchef bei Knaus, wo Erpenbecks Bücher herauskommen. Ferchl ist am See kein Unbekannter. Der 59- Jährige studierte in Konstanz u.a. bei Hermann Kinder, volontierte in einem Konstanzer Verlag und hat auch bei anderen prominenten Verlagen wie Piper und Eichborn Buchzeichen gesetzt. Die Besucherinnen und Besucher dürfen einen spannenden Abend erwarten. Apropos Hermann Kinder. Sein neues Buch „Porträt eines jungen Mannes aus alter Zeit“ wird am Donnerstag, 21. Juli, ebenfalls im Rahmen der „Konstanzer Literaturgespräche“ diskutiert. Für den Herbst kündigt „Forum Allmende“, unter dessen Dach die Reihe durchgeführt wird, einen Abend mit Büchner-Preisträger Arnold Stadler an. Nach mehr als zehn Jahren wird im Sommer ein neuer Roman von ihm im S. Fischer Verlag erscheinen. Konstanzer Literaturgespräche mit Jenny Erpenbeck am Dienstag, 21. Juni, 20 Uhr, Spiegel-Halle (Hafenstraße 12). Moderation: Wolfgang Ferchl. Eintritt 8.- €, Karten nur an der Abendkasse.

Freitag, 20. Mai 2016

Einladung zum Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg - Hier haben sie ihre eigenen Monde: Mauerläufer im Anflug auf die Burg - Redaktion stellt dritte Ausgabe des Jahreshefts für Literatur und Kunst vor

– am Samstag, 28. Mai 2016, 15 Uhr im Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)
Am 28. Mai ist es soweit: der neue Mauerläufer wird vorgestellt. Titel des neuen
Jahreshefts: „traf seeabwärts in Romanshorn ein Blechboot ein.“ Der Halbsatz stammt aus
einem Text von Stefan Keller, in dem es um Bootsflüchtlinge geht. Ein russischer
Kriegsgefangener baute sich aus einer Zeltplane mit Stäben und Schnüren ein Boot und
ruderte in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1917 über den Bodensee nach Rorschach. „Ein
paar Monate später traf seeabwärts in Romanshorn ein Blechboot ein. Zwei Arbeiter der
Zeppelinwerke Friedrichshafen hatten es heimlich aus Büchsen gebaut. Sie waren deutsche
Soldaten und wollten auf keinen Fall zurück an die Front.“ Die Analogie zu Geschichten der
Bootsflüchtlinge, die gerade zu uns kommen, ist offensichtlich. Und doch geht es im neuen
Mauerläufer nicht (nur) um Flucht und Füchtlinge, sondern um Leben und Lebensgefühl in
der Vierländerregion Bodensee. Wie auch in den vorangegangenen zwei Ausgaben hat das
Redaktionsteam Sätze aus den Texten von 42 Autorinnen und Autoren zu Kapiteltiteln
gemacht, Sätze, die ein Schlaglicht auf die Region werfen. Kapitel eins heißt: „Herr Lüthi
hatte einen schweren Job.“ Warum? Was machte er? Er war kantonaler Obstbaumberater
von 1931-1975 und sorgte dafür, dass mehr als
600 000 Hochstammbäume gefällt wurden, um Platz zu machen für die
Niederstammanlagen, die nun gehorsam wie Soldaten in Reih und Glied im Thurgau stehen.
Weitere Kapiteltitel lauten: „Die Seele wurde in Wangen erfunden“, „Hier haben sie ihre
eigenen Monde“, „Stille Revolte“, „Zufällig ging immer etwas zu Bruch“, „Und plötzlich sitzt
du bei den Bauarbeitern“. Zur Redaktion gehören Christa Ludwig, Hippe Habasch, Jochen
Kelter, Katrin Seglitz und Hanspeter Wieland. Und Eva Hocke, begnadete Grafikerin aus Bad
Saulgau, hat wieder dafür gesorgt, dass das Heft ein Gesicht bekommt – durch Arbeiten von
Künstlerinnen und Künstlern aus der Region.

Mittwoch, 23. März 2016

Matthias Kehle liest aus seinem Erzählband "Die letzte Nacht" – am Samstag, 2. April 2016, 15 Uhr im Burgcafé Meersburg

Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg


Der Karlsruher Schriftsteller Matthias Kehle liest aus seinem Erzählband "Die letzte Nacht" – am Samstag,  2. April 2016, 15 Uhr im Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)


Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Lesung mit Matthias Kehle möchte ich Sie ganz herzlich auf die Burg Meersburg einladen.


Mit "Die letzte Nacht" legt Thaddäus-Troll-Preisträger Matthias Kehle sein bislang persönlichstes Buch vor. Die meist knappen Texte des mehrfach ausgezeichneten Schriftstellers stecken voller Vieldeutigkeiten. Mit feiner Feder verdichtet er Erfahrungen aus vier Jahrzehnten zu Kammerspielen des Lebens. Er erinnert sich an Begegnungen des Alltags, an Mutter und Vater, eine skurrile Nachbarin, die Gärten der Jugend, besinnliche Dia-Abende, erste Lieben und letzte Abschiede. In diesem Erzählband verlässt der erfahrene "Alpineast" vertrautes Terrain und bleibt dennoch seinen sprachlichen Gefilden in atmosphärisch dichten, oftmals poetischen Momenten treu.
Matthias Kehle, geb. 1967, Studium der Germanistik und Soziologie, lebt als freier Schriftsteller und Journalist in Karlsruhe. Er ist Autor zahlreicher Gedicht- und Erzählbände sowie erfolgreicher Sachbücher. Für seine in mehrere Sprachen übersetzte Lyrik erhielt er u.a. das "Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg", den "Thaddäus-Troll-Preis" sowie den "Schwäbischen Literaturpreis".
Ich freue mich auf Ihr Dabeisein, mit herzlichen Grüßen

Chris Inken Soppa

Mittwoch, 2. März 2016

Wort.Wein.Gesang. Baden-Württembergische Literaturtage in Weinstadt vom 23. September bis 23. Oktober


Ob klassische Autorenlesung oder ungewöhnliche poetische Inszenierung – mit rund 50 Veranstaltungen steht die Stadt Weinstadt im Remstal im kommenden Herbst ganz im Zeichen der Literatur. Unter dem Motto „Wort.Wein.Gesang.“ werden hier vom 23. September bis 23. Oktober mehr als 60 Schriftsteller und weitere Künstler zu den Baden-Württembergischen Literaturtagen erwartet. Darunter prominente Namen wie Peter Härtling, Wilhelm Genazino, Ulla Lachauer, Felix Huby, Karl-Heinz Ott, Bov Bjerg, der preisgekrönte Slam Poet Pierre Jarawan, Fernsehliteraturkritiker Denis Scheck und Schauspielerin Natalia Wörner.

Anfang der 80er Jahre wurden die Baden-Württembergischen Literaturtage von der Landesregierung ins Leben gerufen, um „der Literatur des Landes im großen Rahmen Gehör zu verschaffen". In diesem Herbst wird Weinstadt die 33. Ausgabe ausrichten. Veranstalter ist die Stadt Weinstadt, unterstützt durch das Land und regionale Sponsoren. Mit der Festivalleitung wurde der Reutlinger Peter Reifsteck betraut.

Weinstadt ist eines der größten Weinbauzentren Württembergs. Klar, dass das edle Getränk auch eine wichtige Rolle beim Festival einnimmt. So ist bereits im vergangenen Jahr ein ungewöhnliches Projekt gestartet. Vier Schriftsteller begleiten ein ganzes Weinjahr lang vier Weinstädter Winzer tatkräftig bei der Arbeit in Weinberg und Keller. Die literarischen Früchte dieser Begegnungen werden Anna Breitenbach, José F. A. Oliver, Walle Sayer und Susanne Stephan dann zur Eröffnung der Literaturtage präsentieren. Außerdem wird es eine Wein-Sonderedition der beteiligten Weingüter B. Ellwanger, Gold, Idler und Kuhnle mit Gedichten der Autoren auf den Flaschenetiketten geben. Auch mehrere literarisch-kulinarische Lesungen in Gaststätten verbinden Wortgenuss mit Küchen- und Kellerkunst, „Sprichwortpapst“ Rolf-Bernhard Essig erklärt Redewendungen rund um Rebe und Wein und die Chamisso-Preisträger Que Du Luu, Nicol Ljubic und José F. A. Oliver lesen und sprechen zum Thema „Feste, Feiern“. Eine Kriminacht mit zehn Autorinnen und Autoren führt in fünf historische Gewölbekeller.

Auch an einem weiteren Projekt wird bereits intensiv gearbeitet. Die Lyriker Nico Bleutge, Timo Brunke, Dorothea Grünzweig und Silke Scheuermann schreiben neue Texte für Chöre, die während der Literaturtage mit vier Konzerten zur Aufführung gelangen werden. Der Hintergrund: In Schnait, einem Ortsteil Weinstadts, kam 1789 der Komponist und Musikpädagoge Friedrich Silcher zur Welt. Neben der Vertonung von überlieferten Volksliedern arbeitete Silcher auch mit Dichtern seiner Zeit zusammen, so u. a. mit Justinus Kerner, Ludwig Uhland oder Hoffmann von Fallersleben. Dieser Aspekt soll mit neuen zeitgemäßen Texten und Kompositionen in die Gegenwart transportiert werden. 

Ein dritter Festivalschwerpunkt, „Reisen in die Wirklichkeit“, greift aktuelle gesellschaftliche Themen auf und lotet dabei die Grenzen und Übergänge zwischen Fiktion und Reportage aus. Das reicht von den faktenreich recherchierten Kriminalromanen von Merle Kröger und Oliver Bottini bis zu den literarischen Reportagen der Schriftstellerinnen Barbara Honigmann, Angelika Overath und Annette Pehnt. Die Absolventen der Zeitenspiegel-Reportageschule stellen ihr Abschluss-Magazin „Go“ vor und vier Autoren lesen in der Reihe „Literatur trifft Bibel“ im Gottesdienst zu aktuellen Fragen der Zeit.

Information: Stadt Weinstadt, Kulturamt, Marktplatz 1, 71384 Weinstadt, T. 07151/693-283d.heerdt@weinstadt.de

Vorverkaufsstart: 4. Juli

www.literaturtage-weinstadt2016.de (ab April/Mai)