Literatur in Baden-Württemberg
Dienstag, 15. Mai 2012
Mittwoch, 21. März 2012
Literaturfestival „buch & beet“ auf der Landesgartenschau Nagold
mit Eva Demski, Wladimir Kaminer, Claudia Ott, Denis Scheck und weiteren Autoren. Das Programmheft liegt druckfrisch vor.
"Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen," wusste schon Cicero vor über 2000 Jahren. Dieser Erkenntnis folgt man auch auf der diesjährigen baden-württembergischen Landesgartenschau in Nagold im Nordschwarzwald. Vom 20. Mai bis 29. Juli werden dort rund zwanzig Schriftsteller beim Literaturfestival „buch & beet“ erwartet, darunter Eva Demski, Wladimir Kaminer, Denis Scheck und Ulla Lachauer um nur einige Namen zu nennen.
Ein Stück vom Paradies …
In den Vorstellungen vieler Kulturen und Religionen ist das Paradies ein blühender Garten, und jeder irdische Garten ist somit immer auch ein Ausdruck der Sehnsucht nach diesem verloren gegangenen Glück. Acht Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Ländern der Welt haben deshalb eigens zum Festival über ihren „Garten der Kindheit“ geschrieben. Asfa-Wossen Asserate, Marica Bodrožić, Zehra Çirak, Zsuzsanna Gahse, Abbas Khider, Selim Özdoğan, Saša Stanišić und Michael Stavarič wurden allesamt mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet. Gewürdigt werden damit herausragende literarische Leistungen von Autoren, die deutsch schreiben, deren Muttersprache jedoch eine andere ist. Am 20. Mai, stellen vier der Autoren ihre Texte nachmittags in Nagolder Privatgärten vor, am Abend dann gemeinsam auf der Landesgartenschau. Am 26. Mai findet die Leseaktion mit vier weiteren Autoren in Schwäbisch Gmünd statt, wo derzeit die nächstfolgende Landesgartenschau vorbereitet wird. Die Texte erscheinen als Beilage der Mai-Ausgabe des „Literaturblatts Baden-Württemberg“ und sind auf der Gartenschau kostenlos erhältlich. Lesung und Publikation wurden von der Robert Bosch Stiftung gefördert.
Ein Blick in Nachbars Garten
„In Kleingärten sind die Deutschen nicht mehr unter sich, jeder Dritte ist Ausländer“, berichtete die „ZEIT“ vor wenigen Monaten. Und in immer mehr Städten werden „Interkulturelle Gärten“ sogar ganz bewusst als Hilfe zur Integration gegründet. Was passiert, wenn Menschen unterschiedlichster Herkunft Beet an Beet aufeinander treffen, erzählt Wladimir Kaminer beim Festival gewohnt amüsant mit der Lesung „Mein Leben im Schrebergarten.“ Mit seinem anrührenden Film „Unser Garten Eden“ führt der syrischstämmige Regisseur Mano Khalil in eine Kleingartenkolonie bei Bern, wo Menschen aus 28 Nationen zusammenleben. Und der Journalist Martin Rasper ("Vom Gärtnern in der Stadt") erkundet gemeinsam mit dem Kabarettisten Klaus Birk die neue urbane Gartenbewegung von Nachbarschaftsgärten bis Guerilla Gardening. Dem besonderen Verhältnis von Mensch und Garten spüren Ulla Lachauer, Eva Demski und Jakob Augstein nach, erzählen vom Scheitern ebenso wie vom Glück des Gelingens. Die Journalistin Mely Kiyak berichtet in ihrem Buch „Ein Garten liegt verschwiegen …“ von ihrer Freundschaft zu den gärtnernden Benediktinerinnen der Abtei Fulda. Einen Bogen zur arabischen Kultur schlägt Claudia Ott mit ihrer vielgerühmten Neuübersetzung von „Tausendundeine Nacht“.
Eher kulinarischer Natur ist das Garteninteresse des Fernsehliteraturkritikers Denis Scheck („Druckfrisch“), der gemeinsam mit der Ärztin Eva Gritzmann auf einem lustvoll-lehrreichen Streifzug durch die Esskultur den kleinen Unterschied zwischen den Geschlechtern erkundet. Die Fernsehköche und Kochbuchautoren Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer sind „Auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack“ und Rolf-Bernhard Essig erklärt in seiner Sprichwörter-Sprechstunde, warum die einen Tomaten auf den Augen haben, während andere sich nicht die Bohne dafür interessieren.
Info: Landesgartenschau Nagold 2012 GmbH, Freudenstädter Str. 25, 72202 Nagold, T. 07452/93208-0
www.lgs-na2012.de, www.reifsteck-literaturbuero. de/pages/buch-und-beet.html
Die Veranstaltungstermine:
Sonntag, 20. Mai
16 Uhr • Stadtgebiet Nagold
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit vier Adelbert-von-Chamisso- Preisträgern in Privatgärten Nagolds
19.30 Uhr • Hauptbühne, Landesgartenschau Nagold
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit den Adelbert-von-Chamisso- Preisträgern Asfa-Wossen Asserate, Zehra Çirak, Zsuzsanna Gahse und Selim Özdoğan. Moderation: José F. A. Oliver. Musik: Michael Kiedaisch
Donnerstag, 24. Mai
19 Uhr, Rolf Benz Showroom, Nagold
Quer durch den Garten: Literarisch-kulinarische Lesung mit Eva Gritzmann und Denis Scheck „Sie & Er. Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken“. Eintrittskarten für Lesung mit Buffet sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich: Rathaus Café Nagold, T. 07452/970773, www.karten24.de.
Samstag, 26. Mai
16 Uhr • Stadtgebiet Schwäbisch Gmünd
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit vier Adelbert-von-Chamisso- Preisträgern in Privatgärten Schwäbisch Gmünds
20 Uhr • Stadtbibliothek Schwäbisch Gmünd
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit den Adelbert-von-Chamisso- Preisträgern Marica Bodrožić, Abbas Khider, Saša Stanišić und Michael Stavarič. Moderation: José F. A. Oliver. Musik: Dizzy Krisch
Dienstag, 12. Juni
19.30 Uhr • FRIEDRICH-BOYSEN-Forum, Landesgartenschau Nagold
Jakob Augstein liest aus „Die Tage des Gärtners. Vom Glück im Freien zu sein.“ Moderation: Christel Freitag, SWR
Dienstag, 19. Juni
9 und 11 Uhr, Marionettenzelt, Landesgartenschau Nagold
Sabine Ludwig: Aufruhr im Schlaraffenland. Lesungen für angemeldete Schulklassen.
Mittwoch, 20. Juni
19 Uhr, Rolf Benz Showroom, Nagold
Quer durch den Garten: Literarisch-kulinarische Lesung mit Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer „Auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack“. Moderation. Bärbel Schlegel, SWR. Eintrittskarten für Lesung mit Buffet sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich: Rathaus Café Nagold, T. 07452/970773, www.karten24.de.
Dienstag, 26. Juni
20 Uhr • Hauptbühne, Landesgartenschau Nagold
Wladimir Kaminer: Mein Leben im Schrebergarten.
Dienstag, 3. Juli
19.30 Uhr • Kubus Nagold
Gartenschau-Kino: „Unser Garten Eden“ – Geschichten aus dem Schrebergarten. Film und Gespräch mit dem Regisseur Mano Khalil. Moderation: Markus Beschorner, SWR
Dienstag, 10. Juli
19.30 Uhr • Panorama-Lounge, Landesgartenschau Nagold
Vom Gärtnern in der Stadt: Ein Streifzug mit Martin Rasper und dem Kabarettisten Klaus Birk durch die neue urbane Gartenszene. Moderation: Thomas Hagenauer, SWR
Donnerstag, 12. Juli
9 und 11 Uhr, Marionettenzelt, Landesgartenschau Nagold
Christoph Mauz: Angriff der Schrebergartenzombies. Lesungen für angemeldete Schulklassen.
Donnerstag, 26. Juli
20 Uhr • Freilichtbühne Hohennagold, Landesgartenschau Nagold
Claudia Ott liest aus ihrer Neuübersetzung von "Tausendundeine Nacht"
Sonntag, 29. Juli
10 Uhr • Hauptbühne, Landesgartenschau Nagold
Von Menschen und Gärten: Literaturgottesdienst mit Ulla Lachauer („Magdalenas Blau“, „Der Akazienkavalier“)
14 Uhr • Zeller-Mörike Garten Nagold
Unverblümtes von Süßholzrasplern, jungem Gemüse und grünem Klee: Eine vergnügliche Sprichwörtersprechstunde rund um Küche und Garten mit Rolf-Bernhard Essig.
16.30 Uhr • Zeller-Mörike Garten Nagold
Mely Kiyak: „Ein Garten liegt verschwiegen …“ Von Nonnen und Beeten, Natur und Klausur,
19 Uhr • Zeller-Mörike Garten Nagold
Eva Demski liest aus ihrem Buch Gartengeschichten
Info: www.lgs-na2012.de
"Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen," wusste schon Cicero vor über 2000 Jahren. Dieser Erkenntnis folgt man auch auf der diesjährigen baden-württembergischen Landesgartenschau in Nagold im Nordschwarzwald. Vom 20. Mai bis 29. Juli werden dort rund zwanzig Schriftsteller beim Literaturfestival „buch & beet“ erwartet, darunter Eva Demski, Wladimir Kaminer, Denis Scheck und Ulla Lachauer um nur einige Namen zu nennen.
Ein Stück vom Paradies …
In den Vorstellungen vieler Kulturen und Religionen ist das Paradies ein blühender Garten, und jeder irdische Garten ist somit immer auch ein Ausdruck der Sehnsucht nach diesem verloren gegangenen Glück. Acht Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Ländern der Welt haben deshalb eigens zum Festival über ihren „Garten der Kindheit“ geschrieben. Asfa-Wossen Asserate, Marica Bodrožić, Zehra Çirak, Zsuzsanna Gahse, Abbas Khider, Selim Özdoğan, Saša Stanišić und Michael Stavarič wurden allesamt mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet. Gewürdigt werden damit herausragende literarische Leistungen von Autoren, die deutsch schreiben, deren Muttersprache jedoch eine andere ist. Am 20. Mai, stellen vier der Autoren ihre Texte nachmittags in Nagolder Privatgärten vor, am Abend dann gemeinsam auf der Landesgartenschau. Am 26. Mai findet die Leseaktion mit vier weiteren Autoren in Schwäbisch Gmünd statt, wo derzeit die nächstfolgende Landesgartenschau vorbereitet wird. Die Texte erscheinen als Beilage der Mai-Ausgabe des „Literaturblatts Baden-Württemberg“ und sind auf der Gartenschau kostenlos erhältlich. Lesung und Publikation wurden von der Robert Bosch Stiftung gefördert.
Ein Blick in Nachbars Garten
„In Kleingärten sind die Deutschen nicht mehr unter sich, jeder Dritte ist Ausländer“, berichtete die „ZEIT“ vor wenigen Monaten. Und in immer mehr Städten werden „Interkulturelle Gärten“ sogar ganz bewusst als Hilfe zur Integration gegründet. Was passiert, wenn Menschen unterschiedlichster Herkunft Beet an Beet aufeinander treffen, erzählt Wladimir Kaminer beim Festival gewohnt amüsant mit der Lesung „Mein Leben im Schrebergarten.“ Mit seinem anrührenden Film „Unser Garten Eden“ führt der syrischstämmige Regisseur Mano Khalil in eine Kleingartenkolonie bei Bern, wo Menschen aus 28 Nationen zusammenleben. Und der Journalist Martin Rasper ("Vom Gärtnern in der Stadt") erkundet gemeinsam mit dem Kabarettisten Klaus Birk die neue urbane Gartenbewegung von Nachbarschaftsgärten bis Guerilla Gardening. Dem besonderen Verhältnis von Mensch und Garten spüren Ulla Lachauer, Eva Demski und Jakob Augstein nach, erzählen vom Scheitern ebenso wie vom Glück des Gelingens. Die Journalistin Mely Kiyak berichtet in ihrem Buch „Ein Garten liegt verschwiegen …“ von ihrer Freundschaft zu den gärtnernden Benediktinerinnen der Abtei Fulda. Einen Bogen zur arabischen Kultur schlägt Claudia Ott mit ihrer vielgerühmten Neuübersetzung von „Tausendundeine Nacht“.
Eher kulinarischer Natur ist das Garteninteresse des Fernsehliteraturkritikers Denis Scheck („Druckfrisch“), der gemeinsam mit der Ärztin Eva Gritzmann auf einem lustvoll-lehrreichen Streifzug durch die Esskultur den kleinen Unterschied zwischen den Geschlechtern erkundet. Die Fernsehköche und Kochbuchautoren Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer sind „Auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack“ und Rolf-Bernhard Essig erklärt in seiner Sprichwörter-Sprechstunde, warum die einen Tomaten auf den Augen haben, während andere sich nicht die Bohne dafür interessieren.
Info: Landesgartenschau Nagold 2012 GmbH, Freudenstädter Str. 25, 72202 Nagold, T. 07452/93208-0
www.lgs-na2012.de, www.reifsteck-literaturbuero.
Die Veranstaltungstermine:
Sonntag, 20. Mai
16 Uhr • Stadtgebiet Nagold
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit vier Adelbert-von-Chamisso-
19.30 Uhr • Hauptbühne, Landesgartenschau Nagold
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit den Adelbert-von-Chamisso-
Donnerstag, 24. Mai
19 Uhr, Rolf Benz Showroom, Nagold
Quer durch den Garten: Literarisch-kulinarische Lesung mit Eva Gritzmann und Denis Scheck „Sie & Er. Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken“. Eintrittskarten für Lesung mit Buffet sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich: Rathaus Café Nagold, T. 07452/970773, www.karten24.de.
Samstag, 26. Mai
16 Uhr • Stadtgebiet Schwäbisch Gmünd
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit vier Adelbert-von-Chamisso-
20 Uhr • Stadtbibliothek Schwäbisch Gmünd
Angelegt – Der Garten meiner Kindheit: Lesung und Gespräch mit den Adelbert-von-Chamisso-
Dienstag, 12. Juni
19.30 Uhr • FRIEDRICH-BOYSEN-Forum, Landesgartenschau Nagold
Jakob Augstein liest aus „Die Tage des Gärtners. Vom Glück im Freien zu sein.“ Moderation: Christel Freitag, SWR
Dienstag, 19. Juni
9 und 11 Uhr, Marionettenzelt, Landesgartenschau Nagold
Sabine Ludwig: Aufruhr im Schlaraffenland. Lesungen für angemeldete Schulklassen.
Mittwoch, 20. Juni
19 Uhr, Rolf Benz Showroom, Nagold
Quer durch den Garten: Literarisch-kulinarische Lesung mit Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer „Auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack“. Moderation. Bärbel Schlegel, SWR. Eintrittskarten für Lesung mit Buffet sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich: Rathaus Café Nagold, T. 07452/970773, www.karten24.de.
Dienstag, 26. Juni
20 Uhr • Hauptbühne, Landesgartenschau Nagold
Wladimir Kaminer: Mein Leben im Schrebergarten.
Dienstag, 3. Juli
19.30 Uhr • Kubus Nagold
Gartenschau-Kino: „Unser Garten Eden“ – Geschichten aus dem Schrebergarten. Film und Gespräch mit dem Regisseur Mano Khalil. Moderation: Markus Beschorner, SWR
Dienstag, 10. Juli
19.30 Uhr • Panorama-Lounge, Landesgartenschau Nagold
Vom Gärtnern in der Stadt: Ein Streifzug mit Martin Rasper und dem Kabarettisten Klaus Birk durch die neue urbane Gartenszene. Moderation: Thomas Hagenauer, SWR
Donnerstag, 12. Juli
9 und 11 Uhr, Marionettenzelt, Landesgartenschau Nagold
Christoph Mauz: Angriff der Schrebergartenzombies. Lesungen für angemeldete Schulklassen.
Donnerstag, 26. Juli
20 Uhr • Freilichtbühne Hohennagold, Landesgartenschau Nagold
Claudia Ott liest aus ihrer Neuübersetzung von "Tausendundeine Nacht"
Sonntag, 29. Juli
10 Uhr • Hauptbühne, Landesgartenschau Nagold
Von Menschen und Gärten: Literaturgottesdienst mit Ulla Lachauer („Magdalenas Blau“, „Der Akazienkavalier“)
14 Uhr • Zeller-Mörike Garten Nagold
Unverblümtes von Süßholzrasplern, jungem Gemüse und grünem Klee: Eine vergnügliche Sprichwörtersprechstunde rund um Küche und Garten mit Rolf-Bernhard Essig.
16.30 Uhr • Zeller-Mörike Garten Nagold
Mely Kiyak: „Ein Garten liegt verschwiegen …“ Von Nonnen und Beeten, Natur und Klausur,
19 Uhr • Zeller-Mörike Garten Nagold
Eva Demski liest aus ihrem Buch Gartengeschichten
Info: www.lgs-na2012.de
Freitag, 24. Februar 2012
Ronald Euler: zwische schwarz un wiss - Gedichte in der Mundart des Krummen Elsass
Ronald Euler (1966 Saar-Union/Elsass) hat sich in der modernen
Mundartdichtung zwischen Vorarlberg und Luxemburg bereits einen Namen
gemacht. Mit zwische schwarz un wiss legt er nun einen zweiten Gedichtband
vor.
(Rezension: Philipp Beyer. mit Genehmigung des autors)
Es gibt die einen, die mögen es schwarz-weiß. Wie es ist, mit Ecken und Kanten und
klaren Konturen. Mitsamt den dazugehörigen Grautönen. Und dann sind da auch die
anderen, die es farbig haben wollen und runder, gern auch saftig. Ihr Glück werden bei
Ronald Eulers Versen beide Feinschmecker(Innen)-Schulen finden.
Eingangs geht es hart auf hart. Das Buch beginnt äußerst SCHWARZ, nämlich mit einem
Tod. Um deutlich zu sein: Mit dem Tod des Wortes – ich verstehe darunter den Tod der
eigenen Sprache, wie das nunmal der Fall ist im heutigen Elsass-Lothringen. Im lëëre
zimmer / geht ennem de luft üss: Unsere Sprache stirbt! Und s steert nimmànd. Alle
schauen weg, tun als ob nichts wäre. Die drei Affen im Dreieckland: Nichts hören, nichts
sehen, ja nichts sagen. Wir danken dir, Ronald, wenigstens einer, der es sagt. Der sich
empört.
Und von diesem ersten Gedicht nun spannt sich ein weiter Bogen bis hin zum
fünfundzwanzigsten und letzten, am Ende des Buches. Da steht WISS, und diesmal
geht es um den Tod des Vaters, vom Gockelfritz des 2006 erschienenen ersten
Gedichtbands „Versesplittere, Lëwessplittere“. So etwas muss heraus, ein Glück, wenn
man Poet ist und diesen Moment im Leben dank der Poesie überwinden kann. Mit einem
sprachlichen Denkmal.
Bezeichnenderweise befindet sich mitten im Werk, unter GOLD, die Geschichte eines
Mannes, der – schäddel uff / un tümor weg – am Mont-Dore auf Kur ist, dem Goldenen
Berg der Auvergne. Und der tanzt und tanzt und verdànzt sein Leben.
Damit wären wir bei den Farben. Bei dem ZWISCHE. Hier ist viel Platz für die Liebe
(„blau“, gern auch „grün“ unterm Dom der hohen Waldbäume …), für den sànd
vàm vogeselànd (ein heimelig warmes „Rot“), für die kriechende Gefahr („braun“
– nitt meckere / nitt ufffàlle / nitt mückse), für ein anderes Leben schließlich, das
vielleicht „orange“ sein könnte wie manchmal der Himmel überm heimatlichen Eicheltal:
Ohne Wut, ohne Aufregung, ohne 26.4.1986 und ohne geklonte hàmmle.
Zwischen den Gedichten dann auch ein paar Prosastücke. Bricke un Bichere („Brücken
und Bücher“) zum Beispiel: Eine petite histoire alsacienne-lorraine. Für diejenigen, die es
noch nicht verstanden hätten.
Das Ganze gibt es zum Lesen und zum Hören. Buch inklusive CD. Mundart ist schließlich,
für Gedichte machen wir da eine Ausnahme, keine Papier-Sprache. Ronald Eulers Verse
sind mit Sicherheit etwas auch für Baden-Württemberger und sonstige bundesdeutsche
Feinschmecker(Innen), das sie mitführen sollten, wenn sie das nächste Mal über die
Kehler Rheinbrücke fahren.
Ronald Euler: zwische schwarz un wiss - Gedichte in der Mundart des Krummen Elsass
Mit Begleit-CD und Lesehilfe in Hochdeutsch und Französisch,
Zeichnungen von Vincent Vanoli
und einem Nachwort von Claude Vigée
€ 18,-
SALDE-Verlag, Straßburg, 2009
ISBN 2-903850-34-8
Mittwoch, 15. Februar 2012
Ausschreibung 12. Stadtschreiber von Rottweil
Im Jahr 2012 wird die Rottweiler Stadtschreiberstelle zum zwölften Mal besetzt. Für drei Monate (15. September – 15. Dezember) hat ein deutscher oder Schweizer Autor bzw. eine Autorin die Möglichkeit, in der ältesten Stadt Baden-Württembergs zu leben und zu arbeiten.
Ein Wohn- und Arbeitszimmer im Bischöflichen Konvikt im Herzen der mittelalterlichen Stadt bietet dem Stadtschreiber bzw. der Stadtschreiberin Entspannung und Inspiration. Betreut und begleitet wird die Stelle vom Kulturamt der Stadt Rottweil. Erwartet wird die Bereitschaft, während des Aufenthalts bei kulturellen Anlässen der Stadt mitzuwirken und eine vom Konvikt, den städtischen Schulen und interessierten Kreisen der Bevölkerung getragene literarische Jugendschreibwerkstatt zu betreuen. Das monatliche Salär beträgt bei freier Kost und Unterkunft 1500 Euro.
Dem Stadtschreiber/der Stadtschreiberin steht für die Dauer seines/ihres 3-monatigen Aufenthaltes in der Stadt ein Wohn-/Arbeitszimmer im historischen Gebäude des Bischöflichen Konvikts zur Verfügung. An den Mahlzeiten der Schüler (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) darf er/sie sich als ständiger Gast des Hauses jederzeit beteiligen. Nicht erwartet wird die Teilnahme an kirchlichen und sonstigen internen Veranstaltungen, aber Toleranz und Akzeptanz gegenüber der christlichen Zielsetzung des Hauses sowie eine gewisse Offenheit für die Anliegen der Schüler/innen. Der Stadtschreiber soll nach Vorstellungen der Konviktsleitung ein integraler Bestandteil im Leben des Hauses sein. Residenzpflicht besteht nicht, aber eine gewisse Regelmäßigkeit in der Präsenz (Teilnahme an den Mahlzeiten bspw.) ist erwünscht.
Bewerben können sich Autoren aus dem süddeutschen Raum (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz) sowie deutschsprachige Autoren aus der
Schweiz. Die Auswahl erfolgt im Rahmen einer Jury durch das Kulturamt der Stadt Rottweil in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Schriftstellerverbänden VS Baden-Württemberg und Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS.
Bewerbungen unter Einreichung einer Biobibliographie und Textproben (max. 10 Seiten) bis 15. April 2012 an:
- Kulturamt Rottweil, Stichwort: „Stadtschreiber“, Hauptstr. 23, D - 78628 Rottweil
(deutsche Autorinnen und Autoren) oder
- AdS - Autorinnen und Autoren der Schweiz, Konradstr. 61, CH - 8031 Zürich
(Schweizer Autorinnen und Autoren)
Freitag, 17. Dezember 2010
Wikileaks - ver.di-Resolution des Bundesfachbereichsvorstands 8 Medien, Kunst und Industrie
Berlin, 14.12.2010: Eine funktionierende Medienlandschaft lebt von Qualität und Unab-
hängigkeit. Dies gilt für alle Mediengattungen und alle Verbreitungswege.
Das Internet gewinnt eine wachsende Bedeutung für Transparenz politischer Prozesse und
Entscheidungen und damit für die Partizipation der Gesellschaft. WikiLeaks spielt in diesem
Prozess der Informationsverbreitung eine wesentliche Rolle. Das System WikiLeaks anonymi-
siert und schützt diejenigen, die aus gesellschaftlicher Verantwortung der Öffentlichkeit In-
formationen zugänglich machen, auf die die Öffentlichkeit einen Anspruch hat und die ihr
aus den unterschiedlichsten Interessen vorenthalten werden sollen. WikiLeaks und andere
ähnliche Plattformen schützen im besten presserechtlichen Sinne ihre Quellen. Diese
Quellen sind unverzichtbar. Whistleblowing im gesellschaftlichen Interesse muss auf allen
Ebenen und in jeder Größenordnung ermöglicht und geschützt werden und vom Ruch des
Verrats ideologisch und strafrechtlich befreit werden. Die Verbreitung der von WikiLeaks
veröffentlichten Dokumente stellt einen legitimen Akt der öffentlichen Meinungsbildung dar
und ist Teil der Wahrnehmung des Grundrechts auf Publikationsfreiheit.
Wir treten nachdrücklich ein für diese Informationsfreiheit nicht nur im Netz und verur-
teilen aufs Schärfste Eingriffe zum Zwecke der Zensur und der politischen Unterdrückung
von Informationen. Wir verurteilen alle Versuche, diese Eingriffe auch auf dem Umweg über
andere Internetdienste wie Bezahl- oder Abrechnungssysteme zu etablieren.
Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass alle Informationen, die
sie betreffen, sie auch erreichen können. Sie haben einen Anspruch auf die Transparenz
staatlicher Aktivitäten.
Bürgerinnen und Bürger müssen sich aber auch darauf verlassen können, dass die sie errei-
chenden Informationen ob über Fernsehen, Radio, Zeitung oder Internet nach journalis-
tischen Qualitätsmaßstäben aufbereitet wurden. Für die Nutzerinnen und Nutzer müssen
Unabhängigkeit, Wahrheit und Glaubwürdigkeit gewährleistet werden. Neuartige Angebote
investigativer Recherche im Netz, wie z.B. WikiLeaks, können und werden eine wichtige
Bereicherung und Ergänzung der Medienlandschaft sein. Die journalistische Einordnung von
Inhalten können sie jedoch nicht ersetzen.
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Pit Chotjewitz ist tot
Und -nach Helmut Pfisterer, dessen Dialektprotokolle wir damals im Wandler gedruckt haben, weil sie so kitzlig waren udn den alltagsfaschis,mus offenlegeten, dass sie kein anderer wollte- noch einer (der mich immer anrief, wenn was mit seinem Computer war, was fast zu selten war):http://matthiaskehle.blogspot.com/2010/12/pit-chotjewitz-ist-tot.html
Pit war auch immer jemand, von dem man hölrte, wer in Stuttgart eigentlich was mit wem hat(te). Was, was man als ortsfremder ja nicht so leicht erfährt. Und er hatte Humor, das haben auch nicht so arg viele wirklich.
NAchruf: Stuttgarter Zeitung
Montag, 13. Dezember 2010
Nachruf Helmut Pfisterer
Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Helmut Pfisterer. Er ist am frühen Morgen des 13. Dezember im Alter von 79 Jahren in Stuttgart gestorben. Geboren 1931 in Leonberg, war er bis 1994 Berufsschullehrer, seitdem freier Schriftsteller. Seine humoristischen Gedichte zur "Weltsprache Schwäbisch" machten den Autor zahlreicher Bücher in schwäbischer Mundart weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Melancholischer war der Tonfall seines letzten Buches mit dem Titel: "En Himmel soll i? En mei Hos will i nei! Brüderliche Worte für Kerle ond Mädle,wo auch scho alt send."
Helmut Pfisterer war von 1988 bis 1991 Landesvorsitzender des VS. Auch im Förderkreis deutscher Schriftsteller war er viele Jahre im Vorstand engagiert.
Helmut Pfisterer, so schrieb ein Stuttgarter Journalist, war ein "Saft- und Kraftkerl, der das Leben und seine Genüsse liebt, immer geliebt hat, das haben all jene sofort gespürt, die ihn jemals seine Verse, Gedichte, Texte vortragen, vorleben gehört haben. In seinem Fall Verse, Gedichte, Texte in schwäbischer Mundart zumeist und ohne schenkelklopfende Volkstümelei, stattdessen mit Hintersinn, mit feinem Gespür für die verborgenen Falten und Abgründe der schwäbischen Seele."
***
Update:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Trauerfeier und Bestattung von Helmut Pfisterer wird am Freitag, den 17.12.2010 um 11.00Uhr auf dem Waldfriedhof in Stuttgart stattfinden. Bitte sagt es weiter.
Mit vielen Grüssen
Matthias Kehle
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