Ja, das wollen wir aber auch wissen. Wohin kämen wir denn, wenn wir jetzt gleich mehrere Bücher am Tag lesen? Und bedenken Sie die Folgekosten, Herr Meyer: Göttinger und Göttingerinnen bräuchten in noch jüngerem Lebensalter Brillen, das belastet die Krankenkassen. Von den häufigen Besuchen beim Augenarzt, beim Neurologen und beim Psychotherapeuten ganz zu schweigen. Außerdem gehen jedem Autor Einnahmen flöten, wenn seine potentiellen LeserInnen die Lektüre in diesen öffentlichen Bedürfnisanstalten befriedigen. Das kostet zum einen Arbeitsplätze, weil weniger Bücher gedruckt werden, und Therapiestellen in Entziehungskliniken, weil der Autor vor lauter Frust über die schlechten Abverkäufe seinen Lebensmittelpunkt verliert und zum Alkoholiker wird. Wollen Sie uns das wirklich zumuten, Herr Meyer?
Gut, daß es wenigstens noch so wackere Recken wie Bernhard Zentgraf gibt. Vielleicht kann er uns bei anderer Gelegenheit dann auch mal erklären, wozu der BdSt überhaupt da ist und sich nicht aus Kostenersparnis selbst auflöst.
(Herzlichen Dank für die Zeitungsmeldung an Hartmut Stoepler.)
Hören Sie, in Gottes Namen, endlich auf zu lesen!
Öffentliche Bibliotheken sind viel zu stark beheizte Orte, die allzuviel Geld in so nebensächlichen Quatsch stecken wie Kinder von der Straße zu holen oder Bildung gleichsam viral zu verbreiten. Jetzt ist eine neue Unart dieser öffentlichen Einrichtungen ruchbar geworden: man kann dort Bücher leihen! Sehr zurecht hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) die Stadt Göttingen zu einer Stellungnahme aufgefordert, weil sie sich nicht entblödete, die eifrigste Nutzerin der Göttinger Stadtbibliothek des Jahres 2003 zu ehren.
Göttingen (Göttinger Tageblatt vom 25.2.2004). Die öffentliche Ehrung einer Spitzenausleiherin setze eindeutig falsche Signale, schreibt BdSt-Vorstandsmitglied Bernhard Zentgraf an Stadtrat Wolfgang Meyer (SPD). "Sie animiert diejenigen, die die Stadtbibliothek ohnehin bereits nutzen, zu einer (noch) intensiveren Nutzung", moniert Zentgraf. "Sollen Bürgerinnen und Bürger künftig mehrere Bücher am Tag lesen, und will die Stadt Göttingen dafür die entsprechenden personellen und sachlichen Kapazitäten schaffen?", will er vom Göttinger Stadtrat wissen.
Freitag, 27. Februar 2004
Mittwoch, 25. Februar 2004
Veranstaltungen: Lautsprecherverlag Stuttgart
1. We call it a Comeback-Tour: Thomas Venker und Linus Volkmann stellen sich und Ihre aktuellen Werke aus dem Popkosmos vor.
Mi 25.02.2004 Stuttgart - Schocken
Mehr Infos: www.intro.de, http://www.club-schocken.de
2. BGB-Tour 1, 2004, Spoken Wotds, Rap, Lyrik und Freestyle mit Mathias Bach, Gün und Tobias Borke
Mi 24.03.2004 Stuttgart - Hi, Tourfinale mit DJ Roglok
3. Austellung DUETTE 2.: Daniel Vujanic und Johannes Finke holen die Leichen aus dem Keller - Collagen, Gemälde, Grafiken; Eröffnung und Rundgang: Ruby Sircar, Freitag 12. März 2004, LS Showroom, Gutenberg 50a, S-West, 2030h
4. Slam meets Jazz - am Samstag, den 6. März 2004 treffen im Tearoom Stuttgart die Berliner Slam Poeten Bastian Böttcher, Wolfgang Hogekamp und Xochil Schütz auf den Stuttgarter Jazzer Daniel Kartmann und seine Band. Beginn: 2100h. Mehr Infos: http://www.spokenwordberlin.net
5. Das Braunschweiger "SocialBeatUndergroundLiteraturZine"-SUBH sagt Tschüss. Es lesen und beweinen Axel Klingenberg, Der Bdolf und Stefan Kalbers, Fr 26. März 2004, 2030h, LS Showroom, Gutenberg 50a, S-West
6. Im Herbst kommen die National Poetry Slams 2004 nach Stuttgart ins Theaterhaus. Wer sich informieren möchte: http://www.slam2004.de
1. Venker/ Volkmann-Lesungen
2. BGB-Tour mit Bach, Borke und Gün
3. Ausstellung DUETTE 2.
4. Slam meets Jazz
5. SUBH sagt Tschüss
6. National Poetry Slam 2004
Mi 25.02.2004 Stuttgart - Schocken
Mehr Infos: www.intro.de, http://www.club-schocken.de
2. BGB-Tour 1, 2004, Spoken Wotds, Rap, Lyrik und Freestyle mit Mathias Bach, Gün und Tobias Borke
Mi 24.03.2004 Stuttgart - Hi, Tourfinale mit DJ Roglok
3. Austellung DUETTE 2.: Daniel Vujanic und Johannes Finke holen die Leichen aus dem Keller - Collagen, Gemälde, Grafiken; Eröffnung und Rundgang: Ruby Sircar, Freitag 12. März 2004, LS Showroom, Gutenberg 50a, S-West, 2030h
4. Slam meets Jazz - am Samstag, den 6. März 2004 treffen im Tearoom Stuttgart die Berliner Slam Poeten Bastian Böttcher, Wolfgang Hogekamp und Xochil Schütz auf den Stuttgarter Jazzer Daniel Kartmann und seine Band. Beginn: 2100h. Mehr Infos: http://www.spokenwordberlin.net
5. Das Braunschweiger "SocialBeatUndergroundLiteraturZine"-SUBH sagt Tschüss. Es lesen und beweinen Axel Klingenberg, Der Bdolf und Stefan Kalbers, Fr 26. März 2004, 2030h, LS Showroom, Gutenberg 50a, S-West
6. Im Herbst kommen die National Poetry Slams 2004 nach Stuttgart ins Theaterhaus. Wer sich informieren möchte: http://www.slam2004.de
1. Venker/ Volkmann-Lesungen
2. BGB-Tour mit Bach, Borke und Gün
3. Ausstellung DUETTE 2.
4. Slam meets Jazz
5. SUBH sagt Tschüss
6. National Poetry Slam 2004
Montag, 23. Februar 2004
Willi Hoss: Komm ins Offene, Freund
Dich werden sie auch noch klein kriegen" meinte ein Hinterbänkler, als Willi Hoss 1983 als grüner Abgeordneter in den Bundestag einzog. Das hatten zuvor weder die DKP noch die Betriebsräte der IG Metall geschafft. Beide Organisationen griffen zum Mittel des Ausschlusses, die DKP 1970, die IG-Metall 1972. Dabei war Willi Hoss nie ein hitziger Rebell gewesen. Ein Pragmatiker. Der Freundeskreis aus Kollegen, POEMA
und AnStiftern, Gewerkschaftlern und Theaterhaus ehrte ihn mit, ein Jahr nach seinem Tod, stellte einem vielhundertköpfigen Publikum die eben erschienene
Autobiografie vor und ermunterte zu Zivilcourage und Engagement auch jenseits der traditionellen Wege.
Komm ins Offene, Freund ist ein Lesebuch der praktischen Politik, der politischen Geschichte - ganz unprätentiös, und eine Hommage an gemeinsame Praxis.
ca. 250 Seiten, 19.80 EUR, Paperback
Verlag Westfälisches Dampfboot
Das Buch kann über das Bürgerprojekt AnStifter, Peter Grohmann,
Olgastraße 1 A, D 70182 Stuttgart, bezogen werden. Die Zusendung erfolgt auf Rechnung (20,80 EUR).
Fax: 0711 - 24 84 75 95
eMail: AnStiftung@t-online.de
Willi Hoss: Komm ins Offene, Freund - Eine von Peter Kammerer herausgegebene Autobiografie über ein bewegtes Leben
Es ist selten in Deutschland, dass das Leben eines Linken eine Erfolgsgeschichte wird. Willi Hoss (1929-2003), Gewerkschafter-Urgestein, ließ sich nicht auf Karrieren festlegen, auch wenn er sein ganzes Leben immer ein Arbeiter war. Seine Autobiografie bricht mit dem klassischen Schema einer Arbeiterbiografie. Entstanden in Gesprächen mit Peter Kammerer erzählt sie von Willi Hoss Erfolgen und Misserfolgen bei seinen vielen Werdegängen: als Funktionär der KPD, als Elektroschweißer bei Daimler-Benz und Motor der plakat-Gruppe,
als Betriebsrat, als Mitbegründer des Sozialistischen Zentrums und später der Grünen - und als ein Mann im Rentenalter, der im Regenwald des Amazonas in entlegenen Dörfern Brunnen für Trinkwasser bohrte, Solarlampen einführte und den Großkonzern Daimler-Chrysler dazu brachte, Kopfstützen für LKWs aus von Indianern gewonnenen Kokosfasern und nicht aus Plastik anzufertigen. Und sie erzählt von seiner Beharrlichkeit, mit der er an einmal als richtig erkannten Einsichten festhielt.
und AnStiftern, Gewerkschaftlern und Theaterhaus ehrte ihn mit, ein Jahr nach seinem Tod, stellte einem vielhundertköpfigen Publikum die eben erschienene
Autobiografie vor und ermunterte zu Zivilcourage und Engagement auch jenseits der traditionellen Wege.
Komm ins Offene, Freund ist ein Lesebuch der praktischen Politik, der politischen Geschichte - ganz unprätentiös, und eine Hommage an gemeinsame Praxis.
ca. 250 Seiten, 19.80 EUR, Paperback
Verlag Westfälisches Dampfboot
Das Buch kann über das Bürgerprojekt AnStifter, Peter Grohmann,
Olgastraße 1 A, D 70182 Stuttgart, bezogen werden. Die Zusendung erfolgt auf Rechnung (20,80 EUR).
Fax: 0711 - 24 84 75 95
eMail:
Willi Hoss: Komm ins Offene, Freund - Eine von Peter Kammerer herausgegebene Autobiografie über ein bewegtes Leben
Es ist selten in Deutschland, dass das Leben eines Linken eine Erfolgsgeschichte wird. Willi Hoss (1929-2003), Gewerkschafter-Urgestein, ließ sich nicht auf Karrieren festlegen, auch wenn er sein ganzes Leben immer ein Arbeiter war. Seine Autobiografie bricht mit dem klassischen Schema einer Arbeiterbiografie. Entstanden in Gesprächen mit Peter Kammerer erzählt sie von Willi Hoss Erfolgen und Misserfolgen bei seinen vielen Werdegängen: als Funktionär der KPD, als Elektroschweißer bei Daimler-Benz und Motor der plakat-Gruppe,
als Betriebsrat, als Mitbegründer des Sozialistischen Zentrums und später der Grünen - und als ein Mann im Rentenalter, der im Regenwald des Amazonas in entlegenen Dörfern Brunnen für Trinkwasser bohrte, Solarlampen einführte und den Großkonzern Daimler-Chrysler dazu brachte, Kopfstützen für LKWs aus von Indianern gewonnenen Kokosfasern und nicht aus Plastik anzufertigen. Und sie erzählt von seiner Beharrlichkeit, mit der er an einmal als richtig erkannten Einsichten festhielt.
Sonntag, 1. Februar 2004
<b>"Fluchtlistlinge - EMailRoman"</b>
"Fluchtlistlinge - EMailRoman"
von Regula Erni & Hans Zengeler.
Ein Tag, irgend ein Tag, irgendwo und gleichzeitig überall. Millionen und Abermillionen surfen durchs weltweite Netz, nahezu geräuschlos, nicht immer spurenlos. Millionen und Abermillionen elektronischer Botschaften gleichzeitig überall unterwegs. Da mag es doch schon mal zu einem Crash kommen, zu einem durch große Beschleunigung verursachten Zerreißen von Nachrichten, die dann hier oder dort, zu Fetzen verstümmelt, die falschen Empfänger erreichen? Die Frage ist: Kann sich jemand heutzutage noch ins Unauffindbare verkrümeln? Oder ist er nicht schon verloren (und damit gefunden) sobald er die Schaltfläche "Verbinden" tätigt, mit der Maus über scheinbar weiße Flächen fährt, aus Unachtsamkeit irgendwo klickt?
Hier zu lesen oder auch Hier
Samstag, 24. Januar 2004
Stuttgarter Friedenspreis 2004 ausgeschrieben
Vorschläge - Eigenbewerbungen sind möglich, es gibt keine geografische Einschränkung - sind auf einer DIN-A-Seite zu
begründen. Über den Preisträger entscheiden jedes Jahr die 100 Stifter des Preises, den im letzten Jahr das Komitee für Grundrechte und Demokratie mit Sitz in Köln erhielt. Der Preis wird im Rahmen einer FriedensGala am Samstag, den 25. September 2004 im Stuttgarter Theaterhaus verliehen.
Weitere Informationen - auch für neue AnStifter und Partner - gibt es bei Peter Grohmann, Koordinator des Bürgerprojekts AnStifter, Olgastraße 1 A, D 70182 Stuttgart, T 0711 - 24 84 75 93; Fax -95. eMail: AnStiftung@t-online.de
Bis zum 30. Juni 2004 können sich Projekte und Personen um den diesjährigen Stuttgarter Friedenspreis der AnStifter bewerben. Das Bürgerprojekt vergibt damit zum zweiten Mal den mit 5000 EUR dotierten Preis. Die Auszeichnung soll an Initiativen und Personen verliehen werden, die im Sinne einer weltoffenen Bürgergesellschaft arbeiten und sich für Frieden, Gerechtigkeit und eine solidarische Welt einsetzen, so die Ausschreibung.
begründen. Über den Preisträger entscheiden jedes Jahr die 100 Stifter des Preises, den im letzten Jahr das Komitee für Grundrechte und Demokratie mit Sitz in Köln erhielt. Der Preis wird im Rahmen einer FriedensGala am Samstag, den 25. September 2004 im Stuttgarter Theaterhaus verliehen.
Weitere Informationen - auch für neue AnStifter und Partner - gibt es bei Peter Grohmann, Koordinator des Bürgerprojekts AnStifter, Olgastraße 1 A, D 70182 Stuttgart, T 0711 - 24 84 75 93; Fax -95. eMail: AnStiftung@t-online.de
Bis zum 30. Juni 2004 können sich Projekte und Personen um den diesjährigen Stuttgarter Friedenspreis der AnStifter bewerben. Das Bürgerprojekt vergibt damit zum zweiten Mal den mit 5000 EUR dotierten Preis. Die Auszeichnung soll an Initiativen und Personen verliehen werden, die im Sinne einer weltoffenen Bürgergesellschaft arbeiten und sich für Frieden, Gerechtigkeit und eine solidarische Welt einsetzen, so die Ausschreibung.
Dienstag, 20. Januar 2004
Wurstwaren in einer sauberen Auslage: Homepages für Schreibende
- Der Peinlichkeitsfaktor:
Man sollte nicht so naiv sein, zu glauben, daß das Design, das solche Firmen entwerfen, einmalig ist oder bleibt. Das käme sie und den Auftraggeber viel zu teuer. Bei Angeboten um 500 für zehn Seiten muß man noch froh sein, wenn die Anbieter wenigstens bei jedem dritten Auftrag die Grundfarben ändern und nicht alle Internetanbieter im gleichen badischen oder württembergischen Dorf exakt dieselbe Homepage besitzen.
Meist bringen die Designer dann auch noch einen Verweis auf ihre eigene Homepage auf der des Klienten an. Folgt man diesen BT/ZG/DS/KN-Media-Links, was nicht nur ich tue, dann landet man rasch bei den Firmenreferenzen und stellt dabei fest, daß das tupfengleiche Design auch für das Installateurgeschäft Hahnzu in *heim oder die Metzgerei Schweinrein in *ingen Verwendung gefunden hat. Wem das selbst nicht peinlich genug ist, dem sei gesagt: vielen Usern ist es das.
- Der Vertrauensfaktor:
Würde man den Inhalten trauen, die man von einem Werbebüro aufgetischt bekommt? Netzuser sind diesbezüglich skeptisch geworden. Was bei Metzger Schweinrein noch Sinn macht, daß nämlich sein Designer auch den Content (Inhaltlichkeit, Texte) mit einigermaßen erträglichen deutschen Sätzen füllt, dient bei Schriftstellern nicht gerade der Vertrauensbildung. Wenigstens die Vita und das eine oder andere Statement sollte den ureigenen Stil / Stempel tragen. Wer nicht soviel zusammenbringt, sollte auf die Netzstümperei lieber ganz verzichten.
- Der Faktor Seelenlosigkeit:
Von Agenturen zusammengesetzte Seiten werden als analytisch, kalt, herz- und seelenlos empfunden. Das kann sich eine IT-Firma leisten, die permanent mit der Digitalität und ihren binären Blechdeppen selbst herumlaboriert, aber niemand, der oder die ins bunte Menschenleben greifen soll.
- Der Faktor Unterscheidbarkeit:
Meist sind bei den Angeboten von Designern zehn Seiten inclusive. Alles darüber hinaus kostet extra und wird von uns dankbar abgelehnt, weil zu teuer. Damit fällt der eigene Content, alles das, was uns zu Persönlichkeiten macht, unter den Tisch. Es müssen oder sollen ja keine Bilder vom letzten Urlaub sein. Aber wenn eine Kollegin auch schon über die hethitische Kultur gearbeitet hat, ist nicht einzusehen, weshalb ausgerechnet dieser kostbare Unterscheidungsfaktor mangels Geldes verklappt wird.
- Der Faktor Aktualität:
Erfahrungsgemäß sind Seiten, die selbst erstellt worden sind, aktueller als fremd designte Homepages. Dazu trägt der Do-it-yourself-Charakter eben bei: Zeitnot hin oder her, ein bißchen Spaß bringt die eigene Homepage ja auch, und so wird sie wenigstens hinlänglich aktualisiert. Wer aber aktuell ist, wird Besucher nicht nur einmal sehen.
- Der Faktor Design:
Ist für Bildende KünstlerInnen bestimmt wichtig. Für uns, von denen man hierbei keine großen Würfe erwartet, hält er sich stark in Grenzen.
Daneben existiert der Irrglaube, die Erstellung in professionelle Hände zu legen, sichere unweigerlich ein gutes Erscheinungsbild. Kommunikationsdesign ist ein denkbar weites Feld. In Umfragen, die mit dem Thema Webdesign zu tun hatten (v.a. Dr. Web), ergab sich, daß von Werbedesignern erstellte Homepages bei den Usern meist schlechter weg kamen - nicht zuletzt, weil sie oft genug unfunktional waren -, und so wird dort schon länger vor der Homepage-Klonflut gesprochen: Alles wird stromlinienförmig und eintönig. Reizend aber tot. Nett aber doof. Wurstware eben.
- Der Faktor Zusatznutzen:
fällt bei den designten Homepages ganz weg. Von Zusatznutzen wird gesprochen bei Services, die über den reinen Informationsgehalt hinausgehen: Textproben als PDF, Lesungen als MP3 oder Real Audio-Dateien, oder Informationen zum Sachgebiet, die über das eigene Schaffen hinausgehen.
Eine Umfrage zur Nutzung der Homepages von Schreibenden, die ich selbst zusammen mit KollegInnen und Literaturplattformen über mehrere Monate vorgenommen habe, ergab dabei fo
Noch vor zwei Jahren saßen wir hinter Büchern über die Programmiersprache HTML (HyperTextMarkupLanguage) und haben uns unsere Homepages selbst zusammengeschustert, grob geschwandet, was das Zeug hielt. Entsprechend sah manches Exemplar aus. Aber immerhin hatten nicht wenige von ihnen Charme und Witz. Und waren, so hervorragend häßlich sie auch daher kamen, Ausdruck der Individualität ihrer Urheber.
Mittlerweile geht der Trend dahin, das Thema Netzvertretung so rasch wie möglich vom Tisch haben zu wollen. Vertretung soll oder muß, das ist mittlerweile jedem klar, einarbeiten in dieses abwegige Thema möchte man sich aber nicht auch noch, also möglichst fix irgendwie vertreten sein. Anschließend geht der Auftrag mangels besserer Ideen an eine professionelle Designfirma.
Und gerade darin liegt ein neues Problem: es tauchen im KollegInnenkreis immer mehr professionell designte, dabei aber komplett stromlinienförmig dahin plätschernde, häufig desinformierende, noch häufiger: sinnbefreite Homepages auf, die nichts weiter sind als Wurstwaren in einer sauberen Auslage.
Was genau ärgert daran?
Man sollte nicht so naiv sein, zu glauben, daß das Design, das solche Firmen entwerfen, einmalig ist oder bleibt. Das käme sie und den Auftraggeber viel zu teuer. Bei Angeboten um 500 für zehn Seiten muß man noch froh sein, wenn die Anbieter wenigstens bei jedem dritten Auftrag die Grundfarben ändern und nicht alle Internetanbieter im gleichen badischen oder württembergischen Dorf exakt dieselbe Homepage besitzen.
Meist bringen die Designer dann auch noch einen Verweis auf ihre eigene Homepage auf der des Klienten an. Folgt man diesen BT/ZG/DS/KN-Media-Links, was nicht nur ich tue, dann landet man rasch bei den Firmenreferenzen und stellt dabei fest, daß das tupfengleiche Design auch für das Installateurgeschäft Hahnzu in *heim oder die Metzgerei Schweinrein in *ingen Verwendung gefunden hat. Wem das selbst nicht peinlich genug ist, dem sei gesagt: vielen Usern ist es das.
- Der Vertrauensfaktor:
Würde man den Inhalten trauen, die man von einem Werbebüro aufgetischt bekommt? Netzuser sind diesbezüglich skeptisch geworden. Was bei Metzger Schweinrein noch Sinn macht, daß nämlich sein Designer auch den Content (Inhaltlichkeit, Texte) mit einigermaßen erträglichen deutschen Sätzen füllt, dient bei Schriftstellern nicht gerade der Vertrauensbildung. Wenigstens die Vita und das eine oder andere Statement sollte den ureigenen Stil / Stempel tragen. Wer nicht soviel zusammenbringt, sollte auf die Netzstümperei lieber ganz verzichten.
- Der Faktor Seelenlosigkeit:
Von Agenturen zusammengesetzte Seiten werden als analytisch, kalt, herz- und seelenlos empfunden. Das kann sich eine IT-Firma leisten, die permanent mit der Digitalität und ihren binären Blechdeppen selbst herumlaboriert, aber niemand, der oder die ins bunte Menschenleben greifen soll.
- Der Faktor Unterscheidbarkeit:
Meist sind bei den Angeboten von Designern zehn Seiten inclusive. Alles darüber hinaus kostet extra und wird von uns dankbar abgelehnt, weil zu teuer. Damit fällt der eigene Content, alles das, was uns zu Persönlichkeiten macht, unter den Tisch. Es müssen oder sollen ja keine Bilder vom letzten Urlaub sein. Aber wenn eine Kollegin auch schon über die hethitische Kultur gearbeitet hat, ist nicht einzusehen, weshalb ausgerechnet dieser kostbare Unterscheidungsfaktor mangels Geldes verklappt wird.
- Der Faktor Aktualität:
Erfahrungsgemäß sind Seiten, die selbst erstellt worden sind, aktueller als fremd designte Homepages. Dazu trägt der Do-it-yourself-Charakter eben bei: Zeitnot hin oder her, ein bißchen Spaß bringt die eigene Homepage ja auch, und so wird sie wenigstens hinlänglich aktualisiert. Wer aber aktuell ist, wird Besucher nicht nur einmal sehen.
- Der Faktor Design:
Ist für Bildende KünstlerInnen bestimmt wichtig. Für uns, von denen man hierbei keine großen Würfe erwartet, hält er sich stark in Grenzen.
Daneben existiert der Irrglaube, die Erstellung in professionelle Hände zu legen, sichere unweigerlich ein gutes Erscheinungsbild. Kommunikationsdesign ist ein denkbar weites Feld. In Umfragen, die mit dem Thema Webdesign zu tun hatten (v.a. Dr. Web), ergab sich, daß von Werbedesignern erstellte Homepages bei den Usern meist schlechter weg kamen - nicht zuletzt, weil sie oft genug unfunktional waren -, und so wird dort schon länger vor der Homepage-Klonflut gesprochen: Alles wird stromlinienförmig und eintönig. Reizend aber tot. Nett aber doof. Wurstware eben.
- Der Faktor Zusatznutzen:
fällt bei den designten Homepages ganz weg. Von Zusatznutzen wird gesprochen bei Services, die über den reinen Informationsgehalt hinausgehen: Textproben als PDF, Lesungen als MP3 oder Real Audio-Dateien, oder Informationen zum Sachgebiet, die über das eigene Schaffen hinausgehen.
Eine Umfrage zur Nutzung der Homepages von Schreibenden, die ich selbst zusammen mit KollegInnen und Literaturplattformen über mehrere Monate vorgenommen habe, ergab dabei fo
Wurstwaren in einer sauberen Auslage: Homepages für Schreibende
Noch vor zwei Jahren saßen wir hinter Büchern über die Programmiersprache HTML (HyperTextMarkupLanguage) und haben uns unsere Homepages selbst zusammengeschustert, grob geschwandet, was das Zeug hielt. Entsprechend sah manches Exemplar aus. Aber immerhin hatten nicht wenige von ihnen Charme und Witz. Und waren, so hervorragend häßlich sie auch daher kamen, Ausdruck der Individualität ihrer Urheber.
Mittlerweile geht der Trend dahin, das Thema Netzvertretung so rasch wie möglich vom Tisch haben zu wollen. Vertretung soll oder muß, das ist mittlerweile jedem klar, einarbeiten in dieses abwegige Thema möchte man sich aber nicht auch noch, also möglichst fix irgendwie vertreten sein. Anschließend geht der Auftrag mangels besserer Ideen an eine professionelle Designfirma.
Und gerade darin liegt ein neues Problem: es tauchen im KollegInnenkreis immer mehr professionell designte, dabei aber komplett stromlinienförmig dahin plätschernde, häufig desinformierende, noch häufiger: sinnbefreite Homepages auf, die nichts weiter sind als Wurstwaren in einer sauberen Auslage.
Was genau ärgert daran?
Donnerstag, 1. Januar 2004
Termine: AnStiftung Stuttgart, Januar + Februar 2003
Fr, 9.1.04, 19 h, Forum 3 Stuttgart, Gymnasiumstraße: Attac-Jour-fixe
So, 11.1., 17.30, Merlin Stuttgart: Neujahrsempfang der AnStifter. Peter
Grohmann über Zoff + Zagen - eine Levitenlesung und ein Linsengericht. Anmeldung
notwendig
So, 11.1., 19.30 h, Merlin Stuttgart: Wa
Jahresrückblick des oberschwäbischen Kabarettisten Mike Jörg. Restkarten
Mi, 14.01.04, 20:00, Forum 3: Kongress Alternative Wirtschaft. Infos:
Do/So, 15.-18.01.04. Stuttgarter Filmwinter. IKEA-Gebäude + Filmhaus
Friedrichstraße.
Mo, 19.01.04, Ev. Akademie Boll: Seminar EU-Agrarpolitik. Graefe von
Bahringdorf
Sa, 24.1., 20 h, Theaterhaus: Stupid White Men! Bruno Schollenbruch und
Peter Grohmann lesen, schreien, flüstern Michael Moores Stupid White
Men. (auch als Gastspiel zu buchen)
Di, 27.1., 20 h, Theaterhaus: Antisemitismus. Deutschland - Ein Club der
Sympathisanten?
Nicht nur anlässlich des Tages der Befreiung von Auschwitz ist ein
Gespräch über Antisemitismus fällig. Darf man in Deutschland nur das
sagen, was politisch korrekt zu sein scheint? Irrt das Volk? Irrt die
Geschichtsschreibung? Ist die Geschichte tatsächlich eine Moralkeule?
Ute Kumpf, MdB und Prof. Dr. Micha Brumlik. Einführung/Moderation Dr.
Michael Kienzle + Peter Grohmann
Mi, 28.01.04, 19:30, Uni Hohenheim. Grüne Gentechnik. K.zoefel@gmx.de
Stuttgarter Wasserforum: jeden Do 19 h Forum 3
So, 22.2.2004, 11.30 h: Matinee: Komm ins Offene, Freund! Peter Kammerer
stellt die Lebenserinnerungen von Willi Hoss vor, Nina Hoss und Irina
Hoss lesen aus dem im Verlag Westfälisches Dampfboot erscheinenden
Erinnerungen (Vorbestellungen über uns)
Mi, 25.2.04, 20 h, Theaterhaus: Politischer Aschermittwoch mit Peter
Grohmann.
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