Thomas Hettche, 1964 in Treis bei Gießen geboren, lebt heute in Frankfurt am Main. Neben seinen literarischen Veröffentlichungen arbeitet Hettche auch journalistisch und essayistisch, vor allem für die Frankfurter Allgemeine und die Neue Zürcher Zeitung. Von 1995 bis 1999 war er Mitglied der Jury des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Preises. 1999 gab er zusammen mit Jana Hensel die literarische Online-Anthologie NULL heraus. Hettche wurde unter anderem 1990 mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet. Am meisten Aufsehen erregte er 2002 mit seinem Roman Der Fall Arbogast, in dem er einen realen Kriminalfall der Nachkriegszeit zu einem Kriminalroman verarbeitete. Im September diesen Jahres wird Thomas Hettche mit dem ersten "Spycher : Literaturpreis Leuk" der Stiftung Schloss Leuk ausgezeichnet. Im November 2004 ist er Juror beim 12. Open Mike, Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Literatur, veranstaltet von literaturWERKstatt berlin und Stiftung Preußische Seehandlung.
Treffpunkt Rotebühlplatz
Freitag, 10. September 2004
Robert-Bosch-Saal, 20 Uhr,
8,- / 6,-
Eine literarische Reise mit dem Schriftsteller Thomas Hettche in das Grenzland zwischen Fiktion und Reflexion, Erzählung und Essay, Erfindung und Findung.
Montag, 30. August 2004
Freitag, 20. August 2004
Literatur beim Lichterfest
Liebe Literaturfreunde!
Am nächsten Samstag, den 28. August, findet im Karlsruher Stadtgarten das alljährliche Lichterfest statt. Bei den "Mondscheinlesungen" im Pavillon lesen Anja Kümmel, Ursula Jetter und Matthias Kehle - letztmals übrigens wird Kehle aus seinen "Pappert-Geschichten" lesen. Beginn der Veranstaltung ist 20.30 Uhr.
Montag, 16. August 2004
Dekret einer Gruppe von österreichischen Autoren über die Neue Österreichische Rechtschreibung
Die Unterzeichneten fordern die Bundesregierung auf,
1. dafür zu sorgen, daß die Liste der 23 offiziell von der EU anerkannten österreichischen Wörter erweitert und die Sprache der Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes nicht als eine bloße Vokabelsammlung verstanden wird
2. keine weiteren finanziellen Mittel für die deutsche Rechtschreibreform zur Verfügung zu stellen - keine Gelder für eine Rücknahme, auch keine für eine Volksabstimmung über alt oder neu! -, sich auch in Zukunft an keiner deutschen Rechtschreibreform mehr zu beteiligen und die eingesparten Mittel für die Förderung eines österreichischen und europäischen Sprachbewußtseins zu verwenden
3. alles daran zu setzen, das 1950 von Felix Hurdes und Ernst Fischer initiierte, mittlerweile in 39 Auflagen erschienene Österreichische Wörterbuch den zuständigen EU-Kanzleien in einer Weise bekanntzumachen, daß in Zukunft Skurrilitäten wie der sogenannte Marmeladenstreit einfürallemal vermieden werden (Bei dem Versuch, für alle Länder der EU die Bezeichnung für Marmelade zu regeln, wurde Österreich zunächst Konfitüre vorgeschrieben, was erst nach tagelangen Schlagzeilengefechten und Interventionen auf höchster politischer Ebene geändert werden konnte)
4. Untersuchungen durchführen zu lassen und Meinungsbildungsprozesse zu fördern, die der Frage nachgehen, ob die Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes ihre sprachlichen Eigenarten nicht nur sprechen, sondern auch schreiben wollen
5. bei einem positiven Ergebnis dieser Untersuchungen ein - aus Schriftstellern und Schriftstellerinnen, Sprachwissenschaftlern und Sprachwissenschaftlerinnen sowie Vertretern und Vertreterinnen anderer sprachinteressierter Gruppen zusammengesetztes - Gremium mit der Entwicklung einer österreichischen Schriftsprache zu beauftragen; bei dieser Arbeit sollte darauf geachtet werden, aus den Fehlern der deutschen Rechtschreibreform zu lernen, den europäischen Kontext und die eigene multilinguale Vergangenheit in Betracht zu ziehen sowie insbesondere von Anfang an auf eine demokratische Vorgangsweise Wert zu legen.
6. nach Vorliegen eines positiven Arbeitsergebnisses dieses Gremiums dafür zu sorgen, daß die in der Verfassung verankerte Formulierung Die Staatssprache ist Deutsch ersetzt wird durch a) Die Staatssprache ist Österreichisch in einem europäischen Kontext oder b) Die Staatssprache ist Österreichisches Deutsch .... oder c) Die Staatssprachen sind Deutsch und Österreichisch sowie
7. schließlich alles dafür zu tun, die Sprache der Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes als eigenständige EU-Sprache durchzusetzen.
Ostarrihi strikes back
A E I O U
(Friedrich III. Signet auf Wiener Prunkbauten)
Austria erit in orbe ultima: Alles Erdreich ist Österreich untertan.
A E I O V
(Der Volksmund)
Als Erstes Ist Oesterreich Verloren.
Dekret einer Gruppe von fünf österreichischen Autoren und einem Germanisten über die NÖR, die Neue Österreichische Rechtschreibung.
1. dafür zu sorgen, daß die Liste der 23 offiziell von der EU anerkannten österreichischen Wörter erweitert und die Sprache der Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes nicht als eine bloße Vokabelsammlung verstanden wird
2. keine weiteren finanziellen Mittel für die deutsche Rechtschreibreform zur Verfügung zu stellen - keine Gelder für eine Rücknahme, auch keine für eine Volksabstimmung über alt oder neu! -, sich auch in Zukunft an keiner deutschen Rechtschreibreform mehr zu beteiligen und die eingesparten Mittel für die Förderung eines österreichischen und europäischen Sprachbewußtseins zu verwenden
3. alles daran zu setzen, das 1950 von Felix Hurdes und Ernst Fischer initiierte, mittlerweile in 39 Auflagen erschienene Österreichische Wörterbuch den zuständigen EU-Kanzleien in einer Weise bekanntzumachen, daß in Zukunft Skurrilitäten wie der sogenannte Marmeladenstreit einfürallemal vermieden werden (Bei dem Versuch, für alle Länder der EU die Bezeichnung für Marmelade zu regeln, wurde Österreich zunächst Konfitüre vorgeschrieben, was erst nach tagelangen Schlagzeilengefechten und Interventionen auf höchster politischer Ebene geändert werden konnte)
4. Untersuchungen durchführen zu lassen und Meinungsbildungsprozesse zu fördern, die der Frage nachgehen, ob die Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes ihre sprachlichen Eigenarten nicht nur sprechen, sondern auch schreiben wollen
5. bei einem positiven Ergebnis dieser Untersuchungen ein - aus Schriftstellern und Schriftstellerinnen, Sprachwissenschaftlern und Sprachwissenschaftlerinnen sowie Vertretern und Vertreterinnen anderer sprachinteressierter Gruppen zusammengesetztes - Gremium mit der Entwicklung einer österreichischen Schriftsprache zu beauftragen; bei dieser Arbeit sollte darauf geachtet werden, aus den Fehlern der deutschen Rechtschreibreform zu lernen, den europäischen Kontext und die eigene multilinguale Vergangenheit in Betracht zu ziehen sowie insbesondere von Anfang an auf eine demokratische Vorgangsweise Wert zu legen.
6. nach Vorliegen eines positiven Arbeitsergebnisses dieses Gremiums dafür zu sorgen, daß die in der Verfassung verankerte Formulierung Die Staatssprache ist Deutsch ersetzt wird durch a) Die Staatssprache ist Österreichisch in einem europäischen Kontext oder b) Die Staatssprache ist Österreichisches Deutsch .... oder c) Die Staatssprachen sind Deutsch und Österreichisch sowie
7. schließlich alles dafür zu tun, die Sprache der Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes als eigenständige EU-Sprache durchzusetzen.
Ostarrihi strikes back
A E I O U
(Friedrich III. Signet auf Wiener Prunkbauten)
Austria erit in orbe ultima: Alles Erdreich ist Österreich untertan.
A E I O V
(Der Volksmund)
Als Erstes Ist Oesterreich Verloren.
Dekret einer Gruppe von fünf österreichischen Autoren und einem Germanisten über die NÖR, die Neue Österreichische Rechtschreibung.
Mittwoch, 4. August 2004
Rudolf Stirn ist tot
am vergangenen Freitag (30. Juli) ist Rudolf Stirn im Alter von 66 Jahren gestorben. Der Leiter des Alkyon-Verlags hatte gut 100 Autoren und über 200 Bücher in seinem Programm, von namhaften Autoren wie Johannes Poethen und Margarete Hannsmann bis hin zu vielen jungen, unbekannten Talenten und Entdeckungen. Mit den Übersetzungen des russischen Autors Wjatscheslaw Kuprijanow hatte Stirn seine größten verlegerischen Erfolge. Zweimal stand ein Buch des Russen auf Platz 1 der SWR-Bestenliste.
Vor allem die Literaturszene in Baden-Württemberg hat ihm viel zu verdanken; auch im Landesverband des VS war er aktiv. Rudolf Stirn war selbst Autor, und bis auf wenige Publikationen, die in anderen Verlagen erschienen sind, hat er seine Romane, Erzählungen und Theaterstücke selbst publiziert. Es ist eine stattliche Anzahl von Bänden, die Stirn neben seiner Verlegertätigkeit geschrieben hat. Die wenigen Bücher, die ich von ihm kenne, sind witzig, originell und sehr lesenswert. Eine breite Öffentlichkeit blieb ihm zu Lebzeiten versagt.
Die Beerdigung findet statt am Freitag, 6. August 2004 um 13:30 Uhr in Weissach im Tal (bei Backnang), Ortsteil Cottenweiler.
Donnerstag, 22. Juli 2004
Mörike: Er ist`s der Dichter spricht durch sein Werk
Hören Sie dazu Mörike-Gedichte in folgenden Vertonungen:
Nixe Binsefuss - Hugo Wolf
Das verlassene Mägdlein - Hans Pfitzner
Er ists - Robert Schumann
Nimmersatte Liebe Hugo Wolf
Fußreise - Hugo Wolf
Er ists - Othmar Schoeck
Septembermorgen - Othmar Schoeck
Erstes Liebeslied eines Mädchens - Hugo Wolf
Agnes - Johannes Brahms
Begegnung - Hugo Wolf
Auf einer Wanderung Hugo Wolf
Elfenlied - Hugo Wolf
Selbstgeständnis - Hugo Wolf
Denk es o Seele - Hans Pfitzner
Er ists - Hugo Wolf
Zu hören am
4.9. in Bad Mergentheim,
am 30.9. in Kornwestheim (Stadtbücherei),
am 7.11. in Weinstadt-Schnait (Silcher-Museum) und
am 9.11. in Schloß Filseck bei Göppingen.
Auch Eduard Mörikes Persönlichkeit und Biographie bilden sich in seinen Werken ab, sicher nicht immer im direkten oder wörtlichen Sinn, eher in poetischer Variation.
Nicht nur in seiner populären Lyrik finden wir zahlreiche Motive, die leicht mit Biographischem zu verbinden sind (z.B. das Mädchen Peregrina); auch Prosa und Dramatisches liefern viele Anhaltspunkte. Dramatisches von Mörike? Was sollte das sein? Man wird mit der Lupe suchen müssen. Hier unser Fundstück:
Spillner, ein Fragment aus Mörikes Studentenzeit, gedacht als szenischer Prolog zu einem ebenfalls nur unvollkommen erhaltenen größeren Werk, aufgefunden im Nachlaß des Dichters.
Spillner, ein Theologie-Student, sitzt im Tübinger Karzer und erlebt einen Bürgeraufstand mit, der sich auf die Ankündigung hin erhebt, die Tübinger Universität solle nach Stuttgart verlegt werden.
Im langen Selbstgespräch des ersten Auftritts erfahren wir viel über den Studenten Spillner. In ähnlicher Stimmung mag auch zuweilen des Dichters lyrisches Werk entstanden sein Spillner bemerkt: es formten sich unwillkürlich einige Verse auf meinen Lippen.
So kann man bei fast jedem Satz des Monologisierenden feststellen:
Mörike - er ist`s!
Nixe Binsefuss - Hugo Wolf
Das verlassene Mägdlein - Hans Pfitzner
Er ists - Robert Schumann
Nimmersatte Liebe Hugo Wolf
Fußreise - Hugo Wolf
Er ists - Othmar Schoeck
Septembermorgen - Othmar Schoeck
Erstes Liebeslied eines Mädchens - Hugo Wolf
Agnes - Johannes Brahms
Begegnung - Hugo Wolf
Auf einer Wanderung Hugo Wolf
Elfenlied - Hugo Wolf
Selbstgeständnis - Hugo Wolf
Denk es o Seele - Hans Pfitzner
Er ists - Hugo Wolf
Zu hören am
4.9. in Bad Mergentheim,
am 30.9. in Kornwestheim (Stadtbücherei),
am 7.11. in Weinstadt-Schnait (Silcher-Museum) und
am 9.11. in Schloß Filseck bei Göppingen.
Auch Eduard Mörikes Persönlichkeit und Biographie bilden sich in seinen Werken ab, sicher nicht immer im direkten oder wörtlichen Sinn, eher in poetischer Variation.
Nicht nur in seiner populären Lyrik finden wir zahlreiche Motive, die leicht mit Biographischem zu verbinden sind (z.B. das Mädchen Peregrina); auch Prosa und Dramatisches liefern viele Anhaltspunkte. Dramatisches von Mörike? Was sollte das sein? Man wird mit der Lupe suchen müssen. Hier unser Fundstück:
Spillner, ein Fragment aus Mörikes Studentenzeit, gedacht als szenischer Prolog zu einem ebenfalls nur unvollkommen erhaltenen größeren Werk, aufgefunden im Nachlaß des Dichters.
Spillner, ein Theologie-Student, sitzt im Tübinger Karzer und erlebt einen Bürgeraufstand mit, der sich auf die Ankündigung hin erhebt, die Tübinger Universität solle nach Stuttgart verlegt werden.
Im langen Selbstgespräch des ersten Auftritts erfahren wir viel über den Studenten Spillner. In ähnlicher Stimmung mag auch zuweilen des Dichters lyrisches Werk entstanden sein Spillner bemerkt: es formten sich unwillkürlich einige Verse auf meinen Lippen.
So kann man bei fast jedem Satz des Monologisierenden feststellen:
Mörike - er ist`s!
Donnerstag, 15. Juli 2004
Literarische Sommertage des VS in Ehingen
In Ehingen / Donau, südlich von Ulm, finden ab morgen bis Sonntag wieder die traditionellen Sommertage der Literatur statt, veranstaltet vom Verband deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg.
Literaturinteressierte sind herzlich eingeladen, nach Ehingen zu kommen. Und wer einmal die Gelegenheit haben will, mit SchriftstellerInnen ins Gespräch zu kommen, sei gesagt: nirgendwo sonst geht es leichter! Neben Martin und Johanna Walser erwarten wir übrigens Jürgen Lodemann, Otto Jägersberg und zahlreiche weitere AutorInnen zu Lesungen und Werkstattgesprächen.
Das Programm ist hier einzusehen.
Dienstag, 6. Juli 2004
wortwechsel - literatursommer Vaihingen/Enz
wortwechsel
===========
Literarischer Sommer
in Vaihingen an der Enz
Im Garten Frederick/Weber
in den Köpfwiesen, Im Mühlkanal
bei ungünstiger Witterung im Gasthaus Engel, Stuttgarter Straße
--- Eintritt frei ---
Schwäbisch-Alemannisches
Fr., 23.7.2004, 20 Uhr:
Martin Schleker (Schwäbische Alb) und Manfred Markus Jung (Hochrhein)
Fantasy und Science Fiction
Fr., 30.7. 2004, 20 Uhr:
Nina Blazon (Stuttgart) und Marcus Hammerschmitt (Tübingen)
Extravagante Querulanten
Fr., 06.8. 2004, 20 Uhr
Martina Kieninger (Montevideo/Uruguay) und Matthias Kehle (Karlsruhe)
Eine Veranstaltung des ligatur e.V. in Zusammenarbeit mit: dem Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V., der Buchhandlung Burkhardt, dem Gasthaus Engel und dem Kulturamt der Stadt Vaihingen/Enz
Details mit Weggbeschreibung (PDF):
Abonnieren
Posts (Atom)