Montag, 25. September 2006

Aufruf: Online-Demo gegen Kulturausverkauf in Baden-Württemberg



Hallo!

Mit dieser Mail bittet Sie der Verband deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Wuerttemberg, namentlich Vorstandsmitglied Matthias Kehle, um eine "Online-Demonstration" gegen einen geplanten Verkauf wertvoller mittelalterlicher Handschriften durch die Landesregierung Baden-Wuerttemberg.



* Um was geht es?

Die Landesregierung hat vor, wertvollste mittelalterliche Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek (BLB) in Karlsruhe, auf dem Kunstmarkt zu versteigern. Mit dem Ertrag von etwa 70 Millionen (!) Euro soll das marode Fuerstenhaus Baden und die Tourismus-Industrie unterstuetzt werden, in dem naemlich die Instandhaltung des fuerstlichen Schlosses Salem am Bodensee gewaehrleistet wird. Die BLB - eine der schoensten und bedeutendsten deutschen Bibliotheken - beherbergt u.a. die Handschrift C des Nibelungenliedes.

Naehere Infos unter:



http://www.blb-karlsruhe.de/



* Was kann ich tun?

Erstens: Schreiben Sie Guenther Oettinger eine Mail und protestieren Sie dagegen. Sie koennen dafuer das folgende Kontaktformular nutzen:



http://www.guenther-oettinger.de/index.php?id=297



Verwenden Sie Ihre eigenen Worte oder lehnen sich an die Formulierungen eines Kollegen an:

http://typo.twoday.net/stories/2714717/



Sie koennen auch gerne die Presseerklaerung des VS zitieren, die Sie (u.a.) hier finden:

http://shorterlink.de?1d87dc



Zweitens: Senden Sie diese Mail weiter an moeglichst viele Ihrer Freunde und Bekannte. An Bibliothekare, Lehrer, Historiker, Kunstfreunde, Literaten. Senden Sie die Mail per Blindkopie (BCC) weiter. Bedenken Sie: Heute pluendern die Politiker Handschriften in Karlsruhe, morgen sind es Kunstwerke der Stuttgarter Staatsgalerie, und uebermorgen werden Theater in Niedersachsen geschlossen. Dies ist keine Spam-Aktion, sondern ein bundesweiter Aufruf zu politischem Engagement von unten.



Drittens: Thematisieren Sie das Ganze (sofern vorhanden) in Ihrem Weblog.



* Was bringt das Ganze?

Als vor zwei Jahren die Zukunft Kuenstlersozialkasse (KSK) diskutiert wurde, bekam Ministerin Zypries binnen weniger Tage tausende Mails, die auf diese Weise generiert wurden. Daraufhin berichteten verschiedene Tageszeitungen und Spiegel-Online. Seitdem wird die Abschaffung der KSK nicht mehr diskutiert.



* Das Ende der Mail-Aktion ist der deutsche Nationalfeiertag, der 3. Oktober 2006 - ein Tag, an dem wir auch unsere kulturelle, literarische und sprachliche Tradition feiern sollten.



Danke und viele Gruesse

Matthias Kehle

Kommentare:

  1. Prof. Dr. Peter Hess26. September 2006 um 08:18

    I am aghast that the State of Baden-Wuerttemberg would even consider to sell such irreplaceable manuscripts. It is incomprehensible to me that the government of a German state would treat its own cultural heritage with such utter disregard, particularly satisfy the greed of former feudal lords who had no business calling stolen monastic libraries their own personal property.

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  2. Sorry, beim Wegmachen von 200 anderen Spamkommentaren ist hier versehentlich ein legitimer kommentar weggemacht worden, der aber eh ein Bref an Oettiunger war, der wohl dieses Blog nicht liest...

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