Samstag, 26. Oktober 2002

Garten-Literatur: die neuen Spartenliteraturen im Netz



Neue Spartenliteratur im Netz
Garten-Literatur: etwas für Schrebergärtner und solche, die es werden wollen

Spartenliteratur ist schwer im Kommen, selbst im Netz. Was thematisch vorverdaut wird, erleichtert vielen den Zugang zur Kunst. Eine besonders abstruse Seite findet sich für Laubenfreaks: Literatur für den Rundgang zwischen den Gartenzwergen, in der einen Hand die Plastikgießkanne, in der anderen die Loseblättersammlung. Einfach herzzerreißend dämlich.

Garten-Literatur.de


Kommentare:

  1. "Herzzerreissend dämlich" ist hier der Schreiber, nicht die Homepage, die er meint!!

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  2. Oliver Gassner (Admin)27. Oktober 2002 um 18:01

    Ich liebe solch wirklich sachlich fundierte "Kritik", die sich selbst disqualifiziert ;)

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  3. Kaum zu glauben, daß es tatsächlich jemanden gibt, der / die zwischen diesen beiden enfernten Ecken der Internetwelt hin- und herhoppelt. Oder anders: wir debattieren wochenlang über denkbar literarpolitisch wichtige Themen und bei so was wird dann gemault.

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  4. Kaum zu glauben, daß es tatsächlich jemanden gibt, der / die zwischen diesen beiden enfernten Ecken der Internetwelt hin- und herhoppelt. Oder anders: wir debattieren wochenlang über denkbar literarpolitisch wichtige Themen und bei so was wird dann gemault.

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  5. Oliver Gassner (Admin)28. Oktober 2002 um 10:25

    Naja, man liest halt referrer. ;)

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  6. "Herzzerreissend dämlich"

    Genau die Richtigen, alles was dem persönlichen Geschmack nicht entspricht oder großen Erfolg hat - wird früher oder später übel niedergemacht - steht man dann selbst besser da? Wie meist steckt hinter solchen unsachlichen Angriffen purer Neid dahinter. Aber wers nötig hat...

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  7. Wenn es immerhin noch als herzzerreißend apostrophiert wird, dann wird dort mehr erreicht als in den erlesenen Salons z. B. des Schreibers, in denen tränenreizende Langeweile vorherrschen wird.

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  8. Dieses Zitat spricht für sich:

    (http://www.vonarndt.de/lyrik-gedicht.htm)



    "Da indes mittlerweile jedes noch so bemühte Schaf meint, ein Plätzchen einrichten zu müssen für solch virtuelle Grausamkeiten, möchte ich den Blödheimern dieser Welt in nichts mehr nachstehen und lade erstmals zu meinem heiligen

    WORK IN PROGRESS"



    Du hast es wirklich erfasst, deshalb schreitest Du ja auch voran.

    Selten ist mir so eine perfide Arroganz begegnet.

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  9. MartinvonArndt, als Du Deine starken Wörter schriebst, hattest Du eine schwache Stunde. Das ist einfach nur polemisch und nicht kompetent. Und Deine Definition von Spartenliteratur ist abwegig.

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  10. Kann mich dem Kommentar von Bärbel nur anschließen! Und ein Tip: Manchmal hilft es, wenn man sich vorher informiert, bevor man eine Bewertung abgibt.

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  11. Zitat: "Entweder werden hier Argumente vorgebracht oder es wird die Klappe gehalten"



    Na, Arndt hat ja wohl zig Argumente vorgebracht, warum er zu seinem Urteil gekommen ist - also machen Sie den doch nieder und nicht diejenigen, die sich hier über eine "hochliterarische" Empfehlung aufregen!

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  12. Haben wir doch wieder was gelernt. "Herzzereissend dämlich" trifft also hier das inlektuelle Niveau eines statements. Auf diese Diskussionshöhe kann ich mich leicht einlassen. Jedoch verspüre ich dazu keine Neigung, denn ich würde die Empfindung nicht los, dass ich mich dazu hinab begeben müßte. Vielleicht verstehe ich diese Edelprol Attitüde einfach nicht, weil es mir an der erbaulichen Lektüre mangelt. Mal sehen, wo ich den Bukowski gelassen habe.

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  13. Ganz meiner Meinung, Bärbel und Christina!

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  14. Oliver Gassner (Admin)30. Oktober 2002 um 23:10

    Es ist wirklich fasziniernd zu sehen was für argumentationsweisen Leute an den Tag legen. Kaum einer regaiert auf DAS was Martin wirklich GESAGT hat, sondern hängt sich an zwei Worten auf und ignoriert den Rest.

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  15. > Spartenliteratur ist schwer im Kommen, selbst im Netz.



    Warum auch nicht? Wenn ich mich für ein bestimmtes Thema interessiere, bin ich froh etwas Spezifisches zu finden.



    > Was thematisch vorverdaut wird, erleichtert vielen den Zugang zur Kunst.



    Zur Kunst? Was hat diese Site, auf die du dich beziehst mit Kunst zu tun, außer, dass es dort auch ein paar Bücher oder Kalender gibt, die sich auf künstlerische Weise mit dem Thema "Garten" beschäftigen? Na und? Ist das schlimm?



    > Eine besonders abstruse Seite findet sich für Laubenfreaks:



    Klingt irgendwie abwertend: "Laubenfreaks". Weshalb? Magst du keine Gärten? Dann lass sie aber doch bitte denen, die sie mögen. Und lass ihnen auch die Möglichkeit, sich im Netz über "Garten-Sparten-Literatur", Garten-/Pflanzen-Fotos und Informationen zum Thema schlauer zu machen oder einfach nur zu schauen ...



    > Literatur für den Rundgang zwischen den Gartenzwergen, in der einen Hand die Plastikgießkanne, in der anderen die Loseblättersammlung. Einfach herzzerreißend dämlich.



    Also - ich würde sagen, das ist nun wirklich Geschmackssache. Was findest du daran "herzzerreißend dämlich"?

    Gut, die Site scheint - so weit ich das nach einem relativ kurzen Blick überschaue - ziemlich überfrachtet, vielleicht auch mit unsinnigem oder kitschigem Zeugs, da war halt jemand sehr fleißig beim Sammeln und Einpflegen, aber es wird sicher viele "Gartenfreaks" geben, die es dem fleißigen Garten-Info-Sammler danken.

    Wen also störts? Musst ja nicht hinschauen. ;-)



    Ulrike

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  16. Aber, aber, Kinder! Martin von Arndt will Euch das Spielzeug gar nicht wegnehmen. Er hat es nur als dämlich bezeichnet, das ist alles. Und da solltet Ihr schon verdammt froh sein: Noch schlimmer wär‘s gewesen, er hätte dieser Art von Schreiberei die Eigenschaft abgesprochen, überhaupt Literatur zu sein, so wie ich es tue. Er war wohl an dem Tag sehr milde gestimmt.

    Spielt also weiter, aber seid dabei etwas leiser, ja?



    PS

    Denkt auch daran, dass Martin von Arndt nicht JEMANDEN, sondern ETWAS als dämlich bezeichnet hat. Haltet Euch mit persönlichen Beleidigungen etwas zurück. (Es ist m.E. genauso dämlich, Literatur als reine Geschmacksache zu bezeichnen. Oder ihre Qualität an der Anzahl der Besucher einer Homepage zu messen.)

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  17. Das kommt also dabei heraus, wenn selbsternannte Kunstkenner mit schlechtem Benehmen "Neues Deutschland" spielen. Büchner wäre schlecht geworden. Billige Retourkutschen Marke Baldur sind zwar auch keine Auseinandersetzung mit dem, was das Gegenüber gesagt hat, aber diese ist wenigstens rhetorisch gut plaziert.

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  18. "Neues Deutschland" soll wohl eine Beleidigung sein, ist also auch eine Retourkutsche, mein guter Klaus. Allerdings möchte ich lieber Neues Deutschand sein und Büchner Kotzkrämpfe bereiten als Baldur von Schirach vor mir hertragen müssen (aber das könnte ja noch von einem Generationenproblem herrühren). Wer hier ein schlechtes Benehmen an den Tag legt, das hat der Admin bereits mehrfach betont, steht noch zu hinterfragen; auch hier gilt, daß der, der näher an den 100 Lenzen liegt, nicht notwendigerweise weniger rüpelhaft ist, wenn er sich wie ein alter Rüpel gebärdet (und Baldur von Schirach vor sich herträgt). Und zum Thema selbsternannter Kunstkenner: müssen wir jetzt unsere Diplome öffentlich machen? Ich denke, daß sich zumindest ein Ioan Radulescu als habilitierter Literaturwissenschaftler durchaus als "nicht selbsternannt" fühlen darf.

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  19. "Neues Deuschtland" sollte keineswegs eine Beleidigung sein. Ob man Büchner dazu zählt oder nicht, ist nicht unumstritten, ich habe dies in meiner Bemerkung unterstellt. Sagen wollte ich, dass Ihr Bewegung spielt (simuliert), aber nicht seid. Wäret Ihr "Neues Deutschland", würde Büchner nicht übel werden und Ihr hättet einen programmatischen Ansatz. Ganz sicher trage ich Baldur von Schirach nicht vor mir her. Daran sieht man, wie aus einer Diffamierung eine Tatsache wird.

    Aber gut, diese Offerte habe ich mir zugezogen als ich behauptete, dass jeder elitäre Anspruch auf eine zulässige Kunstdefinition im Keim faschistoid ist. Dazu hat ja niemand geantwortet und auch mein Wagner-Beispiel blieb unkommentiert. Zufällig wählte ich ein Wort aus Schirarchs Diktion und schon hat man einen Anlaß, den Sinn meiner Behauptung zu entstellen.

    Nicht ohne Grund habe ich John Irving benannt, denn nur in Deutschland gibt es diese verkrampfte Diskussion um ernsthafte und Unterhaltungsliteratur, die vor allem von der sogenannten "Forschung" begründet wird. Damit ist diese die letzte Instanz, die ich anrufen würde, um mich dem Kunstbegriff oder dem von Literatur zu nähern, ein deutscher Philologe.

    Kunst entsteht für mich in der Rezeption und die Etikettierung von Kunst durch den Produzenten hat etwas Bemühtes, findest du nicht? Cum grano salis hat sich auch Lessing so geäußert. Diplome hatte Hemingway wohl nicht und hätten wir die Weite des Kunstbegriffes wie in der Malerei (Boys), wäre diese Diskussion müßig.

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  20. Niemand sollte daran gehindert werden, bei Zahnschmerzen zu einem Klempner zu gehen, wenn er dem Diplom des Zahnarztes partout nicht traut. (Ich für meinen Teil täte dies in manchen Fällen sogar mit einer gewissen Genugtuung sehen. Das kommt wohl von meinem schlechten Benehmen.) Verstehe jedoch überhaupt nicht, was das "Neue Deutschland" damit zu tun haben sollte. Oder (noch viel weniger): irgendwelche "Boys".

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  21. da hat jemand der spießigkeit in wort und bild offensichtlich mitten ins herz getroffen. bei uns in rumänien sagt man: "so laut jaulen nur die verletzten hündchen". der höhepunkt argumentativer kreativität ist aber immer noch: "Magst du keine Gärten? Dann lass sie aber doch bitte denen, die sie mögen." ja, was soll der hohlwangige junker (da hat jemand anderes seine sympathien für baldur von schirach entdeckt, das wort von der hohlwangigkeit findet sich exakt so beim reichskinderverderber, als er über die entartete kunst der jahrhundertwende gesprochen hat, muß den genauen text nochmal recherchieren) denn gegen eure beknackten lauben haben? und weshalb regt ihr euch darüber auf und nicht über den vorwurf des vorverdauten? aber wer mit seinem kater felix, seiner hündin dodo und ein paar Hühnern in einem kleinen ort im münsterland lebt, hat wahrscheinlich sonst nichts, worüber er (sie) sich aufregen kann, und dann eröffnen wir im großen reigen den kampf der alten gegen die jungen schreiber. und ganz zum schluß kommt man dann bei der hohlwangigkeit an. das ist ja spitze!

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  22. Ich erkläre Zeitgenossen, die den Konjunktiv nicht beherrschen doch gerne etwas, vielleicht auch denselben. "Neues Deutschland" ist eine Anspielung auf das "Junge Deutschland" in Verquickung mit dem Leitmagazin der SED und "Boys" eine phonetische auf Josef Beuys mit gleichzeitiger Adresse an die Reife in Bezug auf Diskussionen mancher Äußerungen hier. Wenn Du noch Fragen haben solltest, zögere nicht, mich anzusprechen.

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  23. Ich wüsste nicht, dass wir uns duzen, lieber Klaus Beck. Wenn's Ihnen aber so sehr daran liegt, können wir das Thema mal privat angehen. Schreiben Sie mir, damit wir dazu einen Termin vereinbaren. (Sie hätten dabei auch die Gelegenheit, mir den Konjunktiv zu erklären. Ich liebe Erklärungen!Und insbesondere liebe ich Ihre Art, Anspielungen zu machen. Die finde ich wirklich bemerkenswert.)

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  24. Dank des Links in der Gartenseite bin ich hierher gelangt um feststellen, dass die Diskussion mit Martin und Paul hier ihren Ursprung nahm. Wow! Die intellektuellen Elfenbeintürmler sind aber auch in allen Foren zu finden. Und dann noch "...Ioan Radulescu als habilitierter Literaturwissenschaftler durchaus als "nicht selbsternannt" fühlen darf." Der dritte der trinkfesten Runde um Martin von Arndt spielt also auch mit! Wie lange wird's noch dauern, bis sich der vierte hier auch zu Wort meldet?

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  25. Was geschieht hier eigentlich? Da surft einer durchs Netz und findet eine sog. Gartenliteraturseite, die er herzzerreißend dämlich findet, Na und? Was, um Himmels willen, was ist denn der tiefere Grund dieses Gezeters der Pflanzenbedichter? Herzzerreißend dämlich ist doch gar nicht so übel! Dämlich alleine wäre noch schlimmer. Es gibt tausende von dämlichen Webseiten. Und abertausende, die saumäßig dämlich sind. Aber herzzerreißend dämlich ist nur diese eine. Da sollte man sich doch geehrt fühlen, nicht wahr? Was regt ihr euch also auf, frage ich noch einmal. Herr von Arndt hat euch ja das Dichten nicht verboten. Also dichtet einfach weiter, bis auch das letzte Gewächs bedichtet ist.

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  26. Was geschieht hier eigentlich? Da surft einer durchs Netz und findet eine sog. Gartenliteraturseite, die er herzzerreißend dämlich findet, Na und? Was, um Himmels willen, was ist denn der tiefere Grund dieses Gezeters der Pflanzenbedichter? Herzzerreißend dämlich ist doch gar nicht so übel! Dämlich alleine wäre noch schlimmer. Es gibt tausende von dämlichen Webseiten. Und abertausende, die saumäßig dämlich sind. Aber herzzerreißend dämlich ist nur diese eine. Da sollte man sich doch geehrt fühlen, nicht wahr? Was regt ihr euch also auf, frage ich noch einmal. Herr von Arndt hat euch ja das Dichten nicht verboten. Also dichtet einfach weiter, bis auch das letzte Gewächs bedichtet ist.

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  27. Ich glaube, die Gartenfreunde fühlten sich tatsächlich geehrt und haben deshalb Martin von Arndts Kommentar auch keineswegs versteckt. Was mich nur an der Sache störte war, dass MvA anderswo an der Psyche der Gartenfreunde herum interpretierte und sein Kumpel Paul darüber abfällige Bemerkungen machte, in dem Sinne, die genießen aber die Beachtung, die ihnen widerfährt (und bemerken nicht, dass der Herr von und zu sie eigentlich belächelte). Es war nämlich der Wunsch da herunterzuqualifizieren, wo wahrscheinlich nur der Neid um Auflagen eine Rolle spielte. Erlaubt ist was gefällt, lieber Herr von Zengler, und Ihrer Webseite werde ich jetzt mal meine Aufmerksamkeit widmen.

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  28. Und noch ein Nachtrag: nur ein Zitat "....Oder anders: wir debattieren wochenlang über denkbar literarpolitisch wichtige Themen und bei so was..." Tja, Martin, die literaturpolitisch wichtigen Themen bringen nicht immer Geld, was ich eigentlich traurig finde. Da helfen Ihnen die tollen Kritiken von Ioan hab. phil. wenig, den Asrael verstehen halt nur die Guten Wahren, und wir Blödheimer (Zitat!) nicht. Übrigens, Ihre beste Leistung war noch das Nachdichten, dabei sollten Sie bleiben: Nature morte von wie hieß er noch der Verfemte Dichter, auf Deutsch, das war echte Spitze!

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  29. Ja, also liebe Frau Sandra, ich habe keine Ahnung, waswannnwoundwie Martin von Arndt an welcher Psyche heruminterpretiert hat, ob's Garten-, Briefmarken-, Lauben-, Hundefreunde sind: das darf man, weil solche Spartenpsychen ja interessant sind. Man darf auch jede Art von Literatur (oder solche, die sich dafür hält) herunter oder heraufqualifizieren, wie auch immer. Neid um Auflagenhöhe zu unterstellen, das könnte man als herzerfrischend blödsinnig bezeichnen. Und im übrigen halte ich Martin v. Arndt für einen (Sach-) Satiriker allerer(n)sten Ranges.

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  30. Also, dann halte ich mich entsprechend meinem Naturell mal an "herzerfrischend" blödsinnig fest. Man darf aber auch irgendwen gegen intellektuellen Dünkel verteidigen, auch wenn bei näherem Hinsehen der Laupenpieper oder Hundeliebhaber einem selber auf die Nerven geht. Vielleicht kommt man ja als Spartenpsyche auch mal auf vermintes Terrain und irgendein GutMensch springt uns dann zur Seite!

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  31. Sie halten demnach gar nicht so viel von der Garten-Literatur, liebe Sandra, sondern wollten nur dem "intelektuellen Dünkel" eins auswischen? Aha. Das wird die Gartenfreunde aber freuen!

    Also ich habe meine Zweifel, dass man Ihnen je zur Seite springen wird, wie Sie's hoffen. Weil Sie sich auf kurz oder lang wohl mit jedem Bewohner dieses Planeten anlegen werden.

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  32. Ja, Paul, ich habe was gegen Dünkel (was nichts zu tun hat mit Autorität). Intellektuellen, proletarischen oder sonstigen.

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  33. Davon merkt man allerdings nicht viel, gute Frau. Aber wer für den Galgen geboren ist, ersäuft ja bekanntlich nicht.

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  34. On man die Form vom Inhalt trennen kann, hängt vielleicht von der Methode ab, mit welcher der Pudding gestürzt wird. Kalte Tücher auf die Außenseite der Form gegeben sollen hilfreich sein, damit sich der Inhalt restfrei auf den bereitgehaltenen Präsentierteller begibt. Eine solche Kaltkompresse nach Hausfrauenart hätte ich anzubieten: Im ersten Eifer, einer Beurteilung der Arbeit eines geschätzten Menschen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, bin ich einer Fehldeutung aufgesessen und habe mich vielleicht um die Fruchtbarkeit einer Diskussion betrogen, deren Ergebnis mich bei etwas mehr Konstruktivität sehr interessieren würde.

    Martin von Arndt hat im Grunde dieser Literatur den Kunstrang nicht abgesprochen, sondern die Art des Zugangs bemängelt. "Vorverdaut" ist ein treffendes Prädikat für fast jede Rezension und da muß ich mich wohl schuldig erklären, dass ich solche lese, wenn auch mit wenig Empfehlungspotential, wenn sie von MRR oder Karassek stammen. Eine Frage der Etikette, durch welche Tür man sich der hochedlen Dame nähert oder ein inhaltlicher Mangel? Leidet die Kunst unter der Art der Annäherung? So intim sind meine Kenntnisse zum aktuellen Literaturbetrieb nicht, doch frage ich mich, ob wir in derselben Republik leben? Die Kunstwelt scheint auf Literaten nicht zu warten (da, wo ich lebe) und jedes Starlet wird emsig bejubelt, während der Ideengeber im schäbigsten Hotel untergebracht wird und billigen Landwein trinken soll, wenn er im Hinterzimmer das Drehbuch filmtauglich umschreibt.

    Eine solche Einschätzung steht mir als "Laubenpieper" nicht zu, oder? Welch ein Frevel! Vielleicht ist mir ein Hinweis gestattet, dass jenes Gartenthema einen breiteren Horizont abbilden kann, wenn es nicht wie gehabt auf spießige Laubenmentalität im Klishee erstarrt bleibt. So spiegeln die Gärten der Renaissance nicht nur das Werk eines Gartenbaukünstlers, sondern auch den Zeitgeist dieser Epoche, weit sinnlicher und erfahrbarer als manches literarische Werk.

    Als Vorschlag zur Annäherung der Standpunkte, frage ich im vollen Ernst, ob wir nicht froh sein dürfen, wenn überhaupt etwas gelesen wird? Muß die "Kunst" sich um die Gunst des Lesers bemühen oder ist der Rezipient verpflichtet, sich Literatur angemessen oder mit manikürten Nägeln zu nähern?

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  35. Oliver Gassner (Admin)4. November 2002 um 16:02

    Also, es gibt hier Leute, die sich durch Angabe ihres Namens auch persönlich angreifbar machen (was auch waidlich für unsachliche Angriffe ausgenutzt wird) , andere haben nur Vornamen und Mailadressen, die offenbar nicht zu ihnen gehören (aber immerhin IP-Adressen ;-) ).



    Die Angabe von Mailadressen ist hier nicht Pflicht, aber WENN sie schon dastehen, dann sollten sie auch stimmen. Um dei Angabe von kompletten Namen wird hiermit gebeten. Pseudonyme oder teilpseudonyme Äußerungen (nur mit Vornamen) erlaube ich mir ab sofort als unverifizierbar zu entfernen. (a) bin ich rechtlich für das Dng verantwortlich b) macht das jede Zeitung so: Sie publiziert nix anonym.)



    Danke.



    PS: technisch möglich ist ebenfalls das Aussperren von IPs und IP-Bereichen, das würd ich aber ungern machen und bitte darum, mich nicht dazu zu zwingen.

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  36. Ob wir froh sein müssen, daß überhaupt gelesen wird - vor einiger Zeit hätte ich dem eine affirmative Wertung zukommen lassen. Mittlerweile ist mir, Kind meiner Generation, die Frage im Kern wurstegal geworden. "Die Gesellschaft braucht die Kunst, die wir schaffen, nicht" war schon der Kernsatz der Bitterfelder Kunstbegegnungen Ende der 60er. Künstler zu sein bedeutet heute entweder Sohn, wahlweise Tochter reicher Eltern zu sein und in die Professionalität zu stolpern wie andere in den Pudding; Provokation ist (ebenso wie Marktkonformität) längst kein Garant mehr für irgendetwas (daran kranken derzeit unsere KollegInnen aus Ostmitteleuropa, die jede Zensur der allgemeinen Nichtbeachtung gern vorzögen), läßt aber für eine Minute aufhorchen und bringt immerhin Spaß (Kind meiner Generation). Viel mehr war ursprünglich auch nicht Anlaß zu meinem Eintrag und mehr hätte man daraus nicht machen müssen (auf die Gefahr hin, mich endgültig als oberflächlich zu outen, immerhin ist DAS nun nicht hohlwangig). Ich jedenfalls möchte auch weiterhin über ein scheckiges literarisches Sammelsurium der Marke Garten-Literatur lachen können und KollegInnen an diesem Lachen teilhaben lassen. Honi soit qui mal y pense. + + + Muß man sich um die Gunst des Lesers bemühen? Wenn ich abhängig bin von regelmäßigen Kontoeingängen und Angst haben muß, daß mich die KSK irgendwann aus ihren Verträgen freisetzt: ja; und wenn ich kein anderes Ventil finde und mich gebetsmühlenartig über die böse Kulturwelt beschwere, in der sich die Bohlens auf der Buchmesse frech vor die Kertész schieben dürfen: dann auch. Ich bin auch da Kind meiner Generation und viel weniger Junker als man von meiner Literatur erwarten darf: auch das ist mir im Grunde ziemlich wurst. Und ich nehme es gern hin, daß sich Kollegen (keine Innen) über meine Buchverkäufe schon schlappgelacht haben. Dafür trinke ich morgens drei Stunden lang Tee. In aller Seelenruhe. + + + Schade, daß ich nicht fähig bin zu einer echten Replik, lieber Klaus Beck. Ich denke, Ihre Anmerkungen waren hier mithin die wertvollsten und hätten eine eingehendere Auseinandersetzung verdient. Aber vielleicht wird es jetzt auch einfach Zeit, diesen String zu schließen - zumal mein Tee auf mich wartet und eine literarische Predigt am Wochenende.

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  37. unterziehen wir MvAs kurztext einer kleinen analyse:



    > Spartenliteratur ist schwer im Kommen, selbst im Netz.



    in bezug auf das gärtnerische kunstwerk wäre wohl SPALIERLITERATUR

    treffender, denn wer bewundert nicht den gezähmten wuchs der

    äpfel- und birnbäume, den ringelnden schoss der fisole? es

    sollen auch schon netze für spalierobst gesichtet worden sein,

    aber hier handelt es sich wohl um eine degenerative

    erscheinung, die bei echten schrebers keinen platz hat.



    > Was thematisch vorverdaut wird, erleichtert vielen den Zugang zur Kunst.



    hier findet sich eine anspielung an den VERDAUUNGSKÃœNSTLER

    schlechthin, den fleissigen regenwurm, der unermüdlich

    den humus bereitet, auf dem wahre kunst erst erblühen kann.

    welch treffendere metapher könnte es für den wortkünstler

    geben, der auf der einen seite die welt in sich aufsaugt

    und auf der anderen den boden für eine neue bereitet?



    > Eine besonders abstruse Seite findet sich für Laubenfreaks:



    diese metapher hakt: denn so abstrus - lat. versteckt, verborgen -

    ist doch weder die laube noch die seite, auch wenn man im

    worldwidewebmist sich vorzüglicher verstecken kann als in

    so mancher laube. und freak? jemand, der sich nicht in das

    bürgerliche leben einfügt? IM GEGENTEILE, rufen wir MvA zu!

    was ist bürgerlicher als die laube?



    > Literatur für den Rundgang zwischen den Gartenzwergen, in der einen

    > Hand die Plastikgießkanne, in der anderen die Loseblättersammlung.



    auch hier stolpern wir über so manchen metaphorischen ausrutscher des

    verehrten kritikers: "rund zwischen zwergen gehen" könnte

    sich zu einer veritablen OLYMPISCHEN DISZIPLIN entwickeln!

    die gießkanne für den staffellauf als ideales objekt unserer

    künstlerischen begierde! trefflich hingegen und der

    herbstlichen jahreszeit angemessen die "loseblättersammlung"!

    mit breitem rechen kämpft der kleingärtner gegen das

    blattwerk, das stürmische winde aus des nachbars garten

    herüberwehten, der sisyphos gleich haufen um haufen bereitet,

    den eine heimtückische bö hinterrücks in schrebers

    kleingartentornado verwandelt.



    > Einfach herzzerreißend dämlich.



    warum dämlich und nicht herrlich? haben auch hier die

    -Innen schon den kampf gewonnen? steht der gartenzwerg schon

    im deutlichen abseits der zwergin? hier zerreißt es den

    analysten ...



    8-)) ws

    --

    SIEB.10 @ 4711 - e-zine fuer netliteratur

    http://www.stangl-taller.at/4711/SIEB.10/

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  38. Martin von Arndt, der bleiche Junker5. November 2002 um 00:37

    Wow, hast Du viel Zeit. Jedenfalls sehe ich mich jetzt selbst viel klarer, merci viemal.

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  39. unser laubenflüchtling schrieb: *Wow, hast Du viel Zeit. Jedenfalls sehe ich mich jetzt selbst viel klarer, merci viemal.*



    nun, es gibt tage, da jucken einen die finger, seinen senf auf die wurst eines anderen zu schmieren. soviel zeit muss sein.



    ein wenig verwundert stehe ich nur vor der verfremdung, die eine nicht systemübergreifend funktionierende textübergabe mit meinem kommentar anstellte.

    welcher der GARTENZWERGE

    war hier am werke?



    über das *ü* liesse sich im dialoge mit einer kellnerin gut philosophieren ;)

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  40. Ach, Martin: Werner ist Psychologie-Prof *g*

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  41. Das mit den Sonderzeichen war halb so schlimm, lieber Werner Stangl. Im Gegenteil, es hat dem Text gar einen höheren Wiedererkennungswert beschert, wie die Werbefachleute zu so was sagen.

    In einem anderen blog habe ich gerade folgendes entdeckt:



    November 05, 2002

    ¤ª¤·¤´¤È

    ¸¦½¤Â³¹ÔÃ档̲¤¤¤Ç¤¹¡£



    Posted by Motoru KURODA at 09:14 PM Comments (0) TrackBack (0)



    PS

    Vielleicht sollten Sie es mit einer deutschen Tastatur probieren?

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  42. lieber Paul Melian,



    es war nicht die tastatur, vielmehr ist es das verwenden eines deutschen textprogramms, in dem ich online-kostensparend den kommentar verfasste und ihn dann in eine englische version meines brausers mozilla hineinkopierte zum versande an den litblog, was eine ascii/mime-verwirrung herbeiführte. dabei hätte ich nur - wie ich eigentlich stets in mails mache, ¨auten muessen ...

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  43. Sie sollten froh sein, lieber Hans Zengeler, dass Sie auf Ihrer HP kein Gästebuch haben. Denn die Drohung von Sandra (H* T* aus M* alias Plagiator, HDG, Sofie L., S. Lanio, Rapunzel, Gabriele, Margrethchen, Echo, Umberta, Daria, Johann, Tonia u.s.w.) Zitat: "und Ihrer Webseite werde ich jetzt mal meine Aufmerksamkeit widmen" war durchaus ernst zu nehmen. Kein Forum und kein Gästebuch ist vor ihr sicher.

    Bitte für diesen gehässigen Eintrag um Verzeihung, lieber Administrator Oliver Gassner. Das musste aber sein.



    ***



    [Mit Erlaubnis des Posters wurde eine Nennung von Nachnamen und Wohnort der erwähnter Person anonymisiert. es wurden ebenfalls auf Bitten einer weiteren Person deren Äüßerungen in diesem Forum gelöscht. -admin]

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  44. Schlehenleben



    Wir sind längst

    unsere Worte



    Jede dem Dorn

    abgetrotzte

    Berührung



    fällt aus unseren Fingern

    übernächtigt

    schlehenschwarzblau



    Unser Mund aber blüht

    als wäret ihr

    dort im Parklicht wirklich



    die Familie der Rosen



    Für Martin von Arndt: den Mitstreiter aus der Familie der Wortseier und Blumenliebhaber.

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  45. "Gartenarbeit - das ist ein ununterbrochener Kampf gegen die Natur,

    die dem Menschen ihren Willen aufzuzwingen versucht. Jeder, der

    einen Garten pflegt, verdient eigentlich eine Tapferkeitsmedaille."

    (Thornton Wilder, US-amerikan. Erzähler, Dramatiker, 1897-1975)

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