Montag, 22. Januar 2007

Stoiber oder Kleist?



Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden

Kleist-Archiv Sembdner ruft zur öffentlichen Diskussion auf



"Was verbindet den bayerischen Ministerpräsidenten mit dem Dichter Heinrich von Kleist", fragte in einem lesenswerten, gestern erschienenen Artikel die "Welt am Sonntag" (Nr. 3, 21. 1. 2007, S. 60) und kommt zum Ergebnis: "Stoiber zeigt, dass Kleist irrte."



Und argumentiert, Bezug nehmend auf Kleists Essay "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden", daß die Sprache "dem Stoiber eine untreue Freundin geblieben" sei: "Während Kleist behauptete, im Zustand der Erregung ritten wir umso besser auf der Welle des Sprachflusses, bewies uns Stoiber mehr als einmal das genaue Gegenteil. Der Gedanke lauert in ihm wie eine Raubkatze, er will raus, er stürzt sich attackenartig auf das arme Sprachwerkzeug. Das geht eben manchmal schief."



Das Kleist-Archiv Sembdner fragt daher: Wie verhalten sich Denken und Sprechen tatsächlich zueinander? Entwickeln sich die Gedanken wirklich nicht beim Sprechen? Ist Edmund Stoiber die Regel oder eher die Ausnahme?



Zu diesem Thema bittet das Kleist-Archiv Sembdner um Einsendungen, die es auf seiner Internetseite www.kleist.org veröffentlichen wird. Die ersten zehn Einsender erhalten als Dankeschön kostenlos eine soeben erschienene Biographie des Dichters (Peter Staengle: Heinrich von Kleist. Sein Leben). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Als kleine Hilfestellung sei darauf hingewiesen, daß man den Kleistschen Text im Internet nachlesen kann (www.kleist.org/texte)

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