Donnerstag, 30. Mai 2002

Walser: Tod eines Kritikers



Martin Walser: Tod eines Kritikers - ein Auszug in der 'Welt'.

Kommentare:

  1. hi olli,



    nur mal schnell über die tasten gehuscht. ich empfinde die ganze aufregung als zu hochgespielt (ohne den text von walser gelesen zu haben). kommt bei mir als pures medienereignis an (speigel, welt, faz, taz, etc.). und ausserdem siehe die analysen in den 70er und 80er Jahren des "center for contempary cultural studies" (ccct) in birmingham zu medienereignissen. man überlege sich mal, was goethe seinerzeit über kritiker geäussert hat. in der tat ist es bei der geschichte deutschlands völlig abwegig den immerwährenden streit zwischen autor und kritiker in einen zusammenhang mit dem holocaust zu stellen! gerade wir deutschen haben nun einmal unsere geschichte. das unterscheidet uns von z.b. usa. dazu kommt, dass ich persönlich von walsers prosaschaffen ohnehin nicht viel halte - um mit a.s. zu sprechen: wahrscheinlich guter meister 2. ranges. insgesamt denke ich bei solchen meldungen immer: sind wir nun eine offene geselschaft oder nicht?!



    Gruss



    Poppenheger

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  2. Aufgespielt von beiden Seiten, da schließe ich mich an. Die Textauszüge, die ich gelesen habe, sind schlecht bis infantil, aber mit Stürmer-Stil haben sie nicht das leiseste gemeinsam. Worüber spricht man hier eigentlich? Jedenfalls nicht über antijüdische Prosa, sondern bestenfalls über antireich-ranitzkische Prosa. Und es gibt eben nichts Ärgerlicheres als Kritiker, die nicht einstecken können. (Doch: Einzelpersonen, die ihre ganz persönlichen Neurosen und individuellen Charakterschwächen hinter der Schoa verstecken und bei allem und jedem nicht nur sich gemeint fühlen.)

    Mein Eindruck: die kleine Saure Gurken-Zeit Ende Mai bis hin zur WM gefüllt mit einem Etikettenschwindel, der ziemlich lahmt. Und dabei ist das Buch nicht einmal lieferbar, so ein Ärger aber auch für den armen Martin.

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