Sonntag, 11. April 2021

Andreas Kirchgäßner: „Die sieben Farben der Nacht. Marokkos Süden“

 Andreas Kirchgäßner: „Die sieben Farben der Nacht. Marokkos Süden“


Der Freiburger Autor und Journalist Andreas Kirchgäßner ist Marokko-Experte. Ein besonderes Faible hat er für die dortige Musik, die bereits Jimi Hendrix, Robert Plant, Jimmy Page oder Sting zutiefst begeisterte.

Jahrelang versorgte Kirchgäßner SWR und WDR mit ausgezeichnet recherchierten Reportagen aus dem nordwestafrikanischen Land – aus seinen Reiseberichten ist nun ein farbenfrohes und lebhaftes Buch entstanden.


Kirchgäßner nimmt uns mit auf ein Musikfestival in der Hafenstadt Essauira im Süden des Landes. Hier lebt die Sufi-Bruderschaft der Gnawa – Nachkommen schwarzer Sklaven – ihre Traditionen. Ihre Musik ähnelt dem Jazz, dem Blues: „zart, gebrochen, melancholisch und zugleich archaisch, dann wieder laut, rasselnd und wild“. Die Mission des Autors: Als Fremder und Außenseiter möchte er an einer „Lila“ (arabisch für „Nacht“) teilnehmen. Hier werden musikalische Heilungsriten zelebriert. Die beschworenen Geister zeigen sich in sieben unterschiedlichen Gruppen, jede markiert durch ihre besondere Farbe, die ganze Nacht hindurch.


Anschaulich zeigt Kirchgäßner, wie mühsam es ist, sich einer fremden Kultur offen und vorurteilsfrei zu nähern. Das funktioniert nur, wenn man bereit ist, eigene Gewissheiten zu hinterfragen und sich selbst immer wieder mit dem Blick des unbekannten Gegenübers zu betrachten. Auf seiner Suche nach der Lila begegnet der Autor Instrumentenbauern, Holzschnitzern, Schlangenbeschwörern, Musikern, Meisterinnen, Heilerinnen. Zwischen dem Fremdem und der einheimischen Bevölkerung kommt es zu Missverständnissen, zu Streit, Fettnäpfchen lauern allerorts. Pläne und Verabredungen scheinen nur einem Zweck unterworfen: sie spontan wieder zu ändern.


Denn eine unkonventionelle Sicht auf Probleme kann diese auch lösen. So findet der Autor seine Lila nicht, er veranstaltet selbst eine. Mit Hilfe von Einheimischen, die alle ihre eigenen Gründe haben, ihm zu helfen. Am Ende gelingt es dem Autor trotz aller Widerstände, in die wirbelnde Trancenacht abzutauchen.


Ohne zu beschönigen und ohne Reisebüro-Metaphern nimmt Kirchgäßner uns mit in eine fremde Welt, die wir selbst vielleicht nie bereisen werden. Zu seinen kenntnisreichen und farbigen Schilderungen passt das wunderbar von Eva Hocke in dunkelblau und Orange gestaltete Buch mit den ebenso farbigen und kraftvollen Fotografien des Autors und der Fotografin Marion Beckhäuser. Ein starkes Stück Reiseliteratur!


Rezension von Chris Inken Soppa

osbert+spenza 2020

ISBN: 978-3-947941-02-5

24,00 Euro



Bild: „Moqqadema“ – Heilerin mit Räucherwerk (copy Andreas Kirchgäßner)

Cover: „Sieben Farben der Nacht“ (copy Verlag Osbert+Spenza)

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Christa Ludwig – „Alle Farben weiß“


von Chris Inken Soppa

 

Nach ihrem Lasker-Schüler-Roman „Ein Bündel Wegerich“ beschert uns Eichendorff-Literaturpreisträgerin Christa Ludwig nun eine Erzählung. Ein schmales Buch, eines, das sich zunächst leicht und luftig liest. Eines, dessen Komplexität und Struktur sich nicht auf den ersten Blick offenbart.

 

Studentin Selina möchte Künstlerin werden; die handwerkliche Fähigkeit dafür besitzt sie unbedingt, die Präzision ihrer Finger bewegt sich im Mikrobereich. Die Freiheit jedoch, sich in Kunst und Leben eigene Welten zu schaffen, nimmt sie sich nicht. Stattdessen wird sie nolens volens zur liebevoll-alleinerziehenden Mutter. Und zur Restauratorin. Ein Beruf, den sie zunächst kaum ernst nimmt, über dessen Ehrenkodex sie sich gar lustig macht, weil sie ihn für künstlerisch irrelevant hält.

 

Doch dann bekommt Selina den Auftrag, ein übermaltes Kirchenbild freizulegen. Es von der dilettantisch-abgründigen Malschicht zu lösen, die darüber liegt. Was Selina nach und nach an Gesten, Gewändern und Gestalten aufdeckt, mag sich zu einem mittelalterlichen Bild zusammenfügen, scheint jedoch uralte Gewissheiten zu hinterfragen. Hundertprozentig erfährt man es nicht – wer mag schon die Botschaft eines unbekannten Künstlers vollumfänglich enträtseln, der vor Hunderten Jahren lebte und malte? Die freigelegten Bildfragmente allerdings werden Selina zu Impulsen, die sie Stück für Stück in ihr reales Leben mitnehmen kann.

 

„Alle Farben weiß“ ist ein Buch, das sich mit der Leserin, mit dem Leser entwickelt. Brüche und Leerstellen laden zum Nachdenken ein. Dabei wirkt Christa Ludwigs Sprache klar, klug und schnörkellos-elegant. Ihre Erzählung ist es wert, in regelmäßigen Abständen wieder und wieder gelesen zu werden – vielleicht gar ein Leben lang.

 

Dienstag, 24. März 2020

Chris Inken Soppa: Der Große Muntprat – Historische Romanbiografie Konstanz (Südverlag) 2020



Katja Neuser

Rezension zu

Chris Inken Soppa Der Große Muntprat – Historische Romanbiografie Konstanz (Südverlag) 2020

Der Große Muntprat – muss man ihn kennen? Weil es eine Muntpratstraße in Konstanz und in
Ravensburg gibt, den Wirkungsstätten des reichsten Patriziers im süddeutschen und
eidgenössischen Raum in den Zeiten des Konstanzer Konzils?
Historische Romanbiografie lautet der Untertitel zu Chris Inken Soppas 500 Seiten starkem
vielschichtigen literarischen Portrait, das – wie die Konstanzer Autorin und IBC-
Fachgruppenleiterin Literatur vorneweg ausdrücklich betont – das Leben des Kaufmanns Lütfrid Muntprat als Roman darstellt. Was sie in chronologischer Ordnung entsprechend der historischbelegten Lebensstationen erzählt, beruht auf einer intensiven Recherche der Spuren, die der  einflussreiche Patrizier in vielfältigen Quellen hinterlassen hat, bleibt aber angesichts fehlender  authentischer Zeugnisse wie Briefen fiktiv. Im Kapitel vorweg erklärt Soppa ihr literarisches Vorgehen. „Im Stadtarchiv St. Gallen findet sich der einzige erhaltene Brief aus Lütfrids Feder.
Er stammt aus dem Jahr 1428. Allein die Schrift: klein, sparsam, charaktervoll und überraschend gut lesbar, berührte mich spontan. Ich suchte nach weiteren Spuren des Kaufmanns und entdeckte so viele, dass ich beschloss, die Puzzlestücke zusammenzufügen und Lütfrid Muntprats Leben literarisch zu fassen. Als Roman, wohlgemerkt, nicht als Fachbuch.“
Das ist angesichts des Glossars und der Quellennachweise in diesem spannend und fesselnd zu
lesenden Roman eine glatte Untertreibung, im Hinblick auf die kunstvoll verwobenen Bauformen des Erzählens nicht unbescheiden: Da fallen immer wieder Worte aus der Zeit, wenn von Altervater (dem Großvater) oder Zungenklaffer (dem Verleumder) gesprochen wird, wenn Quellenzitate und Urkundentexte in die Erzählung eingewoben sind wie der vorweg erwähnte Brief, wenn Lütfrid in den Sprachen von Kostenz, Perselone oder Venedien mit seinen Mitbürgern und Geschäftspartnern aus Konstanz, Barcelona oder Venedig spricht und sich mit  seiner Vielsprachigkeit und Verhandlungsgeschick Handelsbeziehungen erstreitet. Da
verschlingen sich die Erzählstränge um Liebesgeschichten und Todfeindschaften wie die
zwischen Lütfrid und der Tochter seines ärgsten Konstanzer Widersachers, der die Heirat
vereitelt und die uneheliche Enkeltochter erst am Ende seines Lebens versöhnlich in die Arme
schließt, mit Erzählsträngen um Verwandtschaft und Freundschaft wie zwischen den Eheleuten
und den Brüdern Muntprat oder um Heiratspolitik und Liebe wie zwischen Lütfrid und seiner
Frau Brida, die ihm den Weg zum Rheintaler Adel öffnet, schließlich um Handel und Wandel in
den Machtkämpfen zwischen Königen und Päpsten, zwischen Patriziern und Zünften in Zeiten,
in denen Kaufleute jederzeit auch auf abenteuerliche Begegnungen mit Raubrittern und Piraten
oder Krieg und Krankheiten gefasst sein mussten.
Man kann sich in den vielen Erzählsträngen dieses Buches verlieren, sich mitreißen lassen von
der Begeisterung der Autorin für ihren Helden, den sie menschlich zeichnet wie einen fernen
Freund, der als besonnener und strategisch kluger guter Kaufmann menschlich denkt und handelt und darin seiner Zeit voraus ist. Das ist für mich das Fiktive und Bezaubernde, das den Roman zu einer fesselnden Zeitreise macht, bei der man den historischen Muntprat nicht kennen, sein mittelalterlich geprägtes Denken nicht verstehen muss, um in seiner fiktiven Lebensgeschichte einen aufgeklärt denkenden Reiseführer zur Seite zu haben, der einen berührenden Blick auf das ausgehende Mittelalter und die Unwägbarkeiten historischer Veränderungen öffnet, die seinen  eindrucksvollen Lebensweg geprägt haben.

Dienstag, 26. März 2019

„Der blühende Brunnenrand – In 18 historischen Märchen um die Welt“


Buchempfehlung: „Der blühende Brunnenrand – In 18 historischen Märchen um die Welt“
Herausgegeben von Josefine Rosalski

„Die Phantasie ist ein ewiger Frühling“, gibt Friedrich Schiller bereits im vorangestellten Zitat zu bedenken. Und so kommt sie ganz frühlingshaft daher, die phantastische Reise um die Welt im Vehikel historischer Märchen, herausgegeben von der Berliner Autorin und Verlegerin Josefine Rosalski. Ein schön gestaltetes, schmales Büchlein, angenehm in den Händen liegend zum Lesen und Vorlesen, der Einband bunt übersät von illustrierten Blüten und Blättern. Und drinnen? Die Reise beginnt mit dem „gütigen Holzfäller“, der uns nach Estland entführt. Weiter geht’s, u.a. nach Dänemark, Island, Alaska, Katalanien, Mexiko, Hawaii, über China, Russland und die Türkei zurück nach Deutschland. An allen Orten trifft man auf Skurriles und Magisches, auf Eifersucht und Grausamkeit, auf Ehre, Freundschaft und Liebe. Eine Schnapsflasche wird in Irland zum wilden Hexenpferd. In Spanien bringt eine Flöte Menschen, Tiere und Dinge zum Tanzen. In Rumänien verliert sich ein scheuer junger Mann im Zauber der Blumen. Es sind weitgehend noch unbekannte, schöne Geschichten weit jenseits des Grimm-, Andersen- oder Hauff-Territoriums. Der uralte Kampf von Gut gegen Böse gerät mit diesem Buch zu einem brandneuen, märchenhaften Lesevergnügen.

edition karo, Berlin
136 Seiten, Hardcover, Lesebändchen
978-3-945961-07-0
15,00



Donnerstag, 2. August 2018

Der Mauerläufer, das Jahresheft für Literatur und Kunst feiert Jubiläum: Die 5. Ausgabe trägt den Titel WortMachtWort


(Chris Inken Soppa)
Der Mauerläufer lebt seit fünf Jahren am Bodensee, auch im Allgäu, Oberschwaben, in der Ostschweiz und Vorarlberg. Längst ist der regionale, radikale, randständige Vogel flügge, dieses Jahr feiert er sein erstes Jubiläum.
Auch Mauerläufer Nummer 5 demonstriert WortMacht. Und Bildmacht. Die Jubiläumsausgabe kommt knallig bunt daher. Selbst in olfaktorischer Hinsicht hat sie was zu bieten; die Druckfrische kriecht einem verheißungsvoll in die Nase, noch ehe das Heft ausgepackt ist. Wieder hat Gestalterin Eva Hocke namhafte Künstler wie die Allgäuerin Christine Koch oder den Thurgauer Conrad Steiner ins Heft geholt. Allein das Titelbild ist kultverdächtig: Als Pfeil stellt sich Christoph Rütimann in gespanntem Bogen vor eine grandiose Alpenlandschaft, um den Hals trägt er ein Schild mit den Worten tell me. Genau darum geht es auch dieses Jahr. Ums Erzählen. Um die Geste im Mund, wie Schriftstellerin Zsuzsanna Gahse es nennt. Ums Echo, das noch im Raum galoppiert  (Jürgen Weing). Um Blockbuchstaben und Ausrufezeichen (Jimmy Brainless). Um scharfe Wendungen, die hässliches Quietschen erzeugen (Heribert Kuhn). Vorworte gibt es im Heft.  Zwischenworte. Widerworte. Und Nachworte.
Obwohl sich die Mauerläufer-Redakteure Christa Ludwig, Katrin Seglitz, Hippe Habasch, Hanspeter Wieland und Jochen Kelter zugunsten ihrer Kollegen zunehmend zurücknehmen, sind es in diesem Jahr gerade auch ihre Texte, die so eindrücklich sind. In Unbefristet überlässt Katrin Seglitz einem afghanischen Geflüchteten das Wort. Erzählt von unerträglichen Erlebnissen in einem Land, das deutsche Politiker zum „sicheren Herkunftsland“ erklären. So spricht sich das deutsche Machtwort dann auch ohne Mühe: Der Fremde soll abgeschoben werden, dabei hoffte er jahrelang vergeblich auf ein gegenteiliges Machtwort, das da unbefristet heißt.
Jochen Kelter blickt andersherum; er beschreibt Angekommene, die das vermeintliche Paradies erreicht haben, in diesem Fall die Schweiz. Sie haben mit Reiz- Erwartungs- und Sprachüberflutung zu kämpfen und verheddern sich zunehmend im Verwaltungssystem. Sorgsam zeigt Kelter, wie weit die Erwartungen, die Flüchtlinge und Einheimische voneinander haben, auseinander liegen. Wie leicht es zu Missverständnissen kommt. Den Druck, der auf beiden Seiten lastet. Als Deutschlehrer bei der Thurgauer Flüchtlingshilfe hatte Jochen Kelter reichlich Gelegenheit, hinter Kulissen und Abgründe zu blicken.
Der Mauerläufer, der Vogel also, kann Wände hochlaufen und erreicht so eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Auch See-Alemann Hanspeter Wieland geht ab und zu die Wand hoch. Als Wutbürger preist er die Macht des wahren Wortes, ansonsten ist es doch nur Getöse. So what, entgegnet Christa Ludwig subversiv, und Hippe Habasch erdichtet ein ende mit längen.
Der Meersburger Autorenrunde entsprang der erste Mauerläufer; mittlerweile hat sich sein Radius ordentlich erweitert. Aus Berlin, aus Bonn, aus Wien, aus Zürich kommen Texte und Bilder, ein Text stammt vom iranischen Autor Said, ein anderer von Dersim Ahmed aus Syrien, der mittlerweile in Ravensburg lebt. Der Mauerläufer mausert sich zum Weltbürger. Schon das Heft von 2015 wurde dank Eva Hockes umwerfender Gestaltung in die Longlist der schönsten deutschen Bücher der Stiftung Buchkunst aufgenommen. Umso wichtiger, dass dieser Vogel auch künftig ein jährlicher bleibt. Den man lesen, betrachten und – nicht zuletzt – in seiner Frische, seinem  Eigenwillen auch wunderbar riechen kann.

Mauerläufer 2018 WortMachtWort
186 Seiten, 48 Schriftsteller, 11 Künstler
Preis 14 EUR / 14 CHF
ISBN 978-3-9819985-0-4
mehr Info unter: www.mauerlaeufer.org

Mittwoch, 27. September 2017

Steißlinger Literaturwochenende im Oktober - Autorinnen und Autoren aus Baden-Württemberg

Steißlinger Literaturwochenende im Oktober - Autorinnen und Autoren aus Baden-Württemberg

Vom Freitag, 20.Oktober bis Sonntag 22. Oktober findet zum dritten Mal das Steißlinger Literaturwochenende statt. In Kooperation zwischen ligatur e.V. und Kunst- und Kulturverein e.V. werden Autorinnen und Autoren aus Baden-Württemberg vorgestellt.
Am Freitag und Samstag lesen Matthias Kehle und Felicitas Andresen um 19 Uhr, am Sonntag Chris Inken Soppa zur Matinee um 10 Uhr: alle Lesungen finden im Steißlinger Ratssaal (Schulstraße 19)  statt.
Matthias Kehle, geboren 1967, lebt in Karlsruhe und hat 18 erfolgreiche Sachbücher („Die Wanderbibel“) sowie Gedicht- und Erzählbände publiziert, zuletzt 2016 „Die letzte Nacht“. Aus diesen Erzählungen wird er auch lesen. Die "Stuttgarter Zeitung" lobte den "Feingehalt an Surreal-Fiktivem", die Titelgeschichte "dieser durchweg vorzüglichen Erzählungen, ein wahres Glanzstück, gleichermaßen nüchtern und anrührend und so glaubwürdig, wie es bei einem derart existenziellen Thema noch selten vorgekommen ist."
Felicitas Andresen liest aus "Sex mit Hermann Hesse". Für dieses Buch erhielt sie 2016 den Thaddäus Troll Preis. Die Jury befand, es sei dies "ein Schelmenroman, der in einem schnoddrig-respektlosen Ton aus der Dienstbotenperspektive auf  den großen Dichterhelden Hermann Hesse schaut und dessen menschliche und allzu menschliche Seiten aufspürt." Es gab viel Lob und viel Kritik für dieses Buch, die Autorin stellt sich gerne der Diskussion: Darf man das?
Chris Inken Soppa liest aus ihrem aktuellen Buch "Kalypsos Liebe zum kalten Seerhein", einen Roman über das Altsein, die Liebe und das winterliche Baden im Konstanzer Seerhein. Außerdem stellt sie ihre erste literarische Übersetzung vor. Der Roman "Der Felsengarten" des vor wenigen Jahren verstorbenen irischen Schriftstellers Leo Daly erzählt vom rauen Leben auf den Aran-Inseln im äußersten Westen Europas.
Chris Inken Soppa lebt in Konstanz. Zuletzt wurde sie mit dem Jurypreis des Münchner Kurzgeschichtenwettbewerbs ausgezeichnet.


Unterstützt wird die Lesung vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V..

Einladung zur LiteraTour 2017 auf den Bodensee (7.10.17)


Am 7. Oktober 2017 ab 14 Uhr wird die LiteraTour wieder einmal in See stechen und die
Schweiz und Deutschland literarisch miteinander verbinden. Auf dem MS Seestern liest der
Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg aus seinen Werken. Der Romancier, Erzähler, Dichter
und Literaturwissenschaftler gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der deutschen
Gegenwartsliteratur. In seinen Werken befasst sich Muschg mit individuellen Deformationen
aus der bürgerlichen Existenz, mit der Schuldfrage oder mit dem Verhältnis zwischen Geist
und Macht. Seine Interessen gehen dabei in die psychologische und psychoanalytische
Richtung. Darüber hinaus handeln seine Werke von der Schweizer Volksmentalität. Seine
Sprache trägt das Merkmal der Assoziation, die somit die Grenzen der Eindeutigkeit
überschreitet. Für Muschg steht fest, dass die Kunst ein Mittel gegen die Zerrissenheit ist,
die in der Hoffnung auch zur Lebenskunst werden könnte. „Kunst als Therapie” war denn
auch der Titel seiner Poetik Vorlesung 1979 in Frankfurt/M. – Muschgs politisches Credo gilt
Europa.
Auf der Fahrt bekanntgegeben werden außerdem die drei Gewinner des IBC-
Kurzgeschichtenwettbewerbs, der in diesem Jahr erstmals stattgefunden hat. Thema der
Ausschreibung war das Schiller-Zitat „Der gebildete Mensch macht die Natur zu seinem
Freund“. Der Wettbewerb wird zeigen, ob solche Gedanken im heutigen Alltag noch Bestand
haben. Die drei prämierten Texte trägt ein Schauspieler vor.

Abfahrtszeiten des MS Seestern:
Konstanzer Hafen: 14.00 Uhr, Kreuzlingen (Liegeplatz 2 oder 3): 14.10 Uhr, Meersburg (Platz
2 oder 3) 14.50 Uhr.
Die Veranstaltung endet gegen 19.00 Uhr; die Ausstiegsstellen werden auf dem Rückweg in
umgekehrter Reihenfolge angefahren.
Eintrittspreise:

Kontoverbindungen: Sparkasse Bodensee Kto. 84155 BLZ 690 500 01

Mitglieder+ Südkurier-Abonnenten € 23/ CHF 26
Nichtmitglieder € 28/ CHF 31
Schüler/Studenten € 15/ CHF 17
Im Ticketpreis ist ein Apéro enthalten.
Vorverkaufsstellen:
Konstanz
Bücherschiff, Paradiesstr. 3, Tel. 0049 (0) 75 31/2 60 07
Homburger & Hepp, Münsterplatz 7, Tel. 0049 (0) 75 31/9 08 10
Markdorf
Buchhandlung Wälischmiller, Am Stadtgraben 12, Tel. 0049 (0) 75 44/9 51 10
Meersburg
Buchhandlung Christine Kuhn, Steigstr. 10, Tel. 0049 (0) 75 32/6 11 8
Überlingen
BuchLandung, Landungsplatz, Ecke Jacob-Kessenring- Str.38, Tel. 0049 (0) 75 51/9 45 65 15
Kreuzlingen
Buchhandlung Bodan AG, Hauptstr. 35, Tel. 0041 (0) 71/6 72 11 12
Karten per Post mit Verrechnungsscheck
Paula Trepulka M.A.
Lindauer Str. 32, 78464 Konstanz
oder per Mail: ptrepulka@web.de
Weitere Info unter: www.intbodenseeclub.com

Dienstag, 20. September 2016

Gesprochene Anthologie auf der Meersburg - Samstag, 19. November 2016, 19.30 Uhr

Gesprochene Anthologie auf der Meersburg - Samstag, 19. November 2016, 19.30 Uhr im Burg-Café auf der Meersburg Einladung Mitglieder der „Meersburger Autorenrunde“ stellen Autorinnen und Autoren vor und lesen ihren Werken Oswald Burger liest aus dem Roman „Am Hang“ von Markus Werner Rainer Stöckli liest Gedichte der St. Galler Schriftstellerin Ursula Riklin-Lorenz Dorothea Neukirchen liest aus dem Roman „Westend“ von Annemarie Weber Pause Katja Neuser liest aus den „Flüchtlingsgesprächen“ von Bertolt Brecht Michael Stoll liest aus Heinrich Seuses „Vita“ und „Horologium sapientiae“ Eintritt frei - Einlass ab 19.00 Uhr Veranstaltung der „Meersburger Autorenrunde“ in Zusammenhang mit der Burg Meerburg Info: Tel. 07532/80000

Mittwoch, 15. Juni 2016

Walter Neumann liest anlässlich seines neunzigsten Geburtstages Gedichte und Prosa zu seiner baltischen Heimat

Samstag,  25. Juni 2016, 15 Uhr Burgcafé Burg Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)

Wir freuen uns sehr, den Schriftsteller Walter Neumann anlässlich seines runden Geburtstags wieder auf der Burg Meersburg begrüßen zu dürfen. Die Texte, die er uns dieses Mal vorstellen wird, haben ausschließlich mit seiner unvergessenen baltischen Heimat zu tun – und ihrer Geschichte, die vor 800 Jahren begann und in Exodus und Umsiedlung endete.

Neumann wird Gedichte aus dem Band "In den Gedächtnisfächern" lesen, außerdem Texte, die seinen Besuch der damaligen Sowjetrepublik Lettland im Jahr 1975 zum Thema haben, sowie ein kleines, ebenfalls der baltischen Geschichte gewidmetes Satyrspiel.

Walter Neumann wurde am 23. Juni 1926 in Riga/Lettland geboren. "Sein Lebenslauf", schrieb Alexandra Jacobsohn in der Bielefelder "Neuen Westfälischen", "bietet kaum Spielraum für falsche Illusionen. Als Angehöriger der deutschen Minderheit erfuhr er Einschränkung und Unterdrückung, als Bürger Lettlands bekam er die Auswirkungen großmachtpolitischer Herrschaftsgelüste zu spüren. Auf den Hitler-Stalin-Pakt im Jahre 1939 folgte die Umsiedlung ins kriegführende Deutschland. Doch in der Erinnerung blieb dieser Flecken Erde für ihn Heimat."

Seit 1989 ist Walter Neumann freier Schriftsteller. Im Jahr 1992 gründete er die "Meersburger Autorenrunde". 1968 und 1975 erhielt er Auslandsreisestipendien, 1981 den Andreas-Gryphius-Förderpreis und 1989 den Eichendorff-Literaturpreis.

„Gehen, ging, gegangen“ Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck zu Gast bei den „Konstanzer Literaturgesprächen"

„Jenny Erpenbeck hat das Buch der Stunde geschrieben“, titelte im Spätsommer 2015 „Der Spiegel“ seine Rezension zu „Gehen, ging, gegangen“. Das Buch handelt vom Flüchtlingselend in Deutschland; es ist wohl die längste Stunde in der kurzen Geschichte dieser Republik. Das Thema ist immer noch heiß. Und es wird bleiben, so, wie die Weltlage sich darstellt. Am Donnerstag Ende August, so heißt es lapidar in dem Buch, versammeln sich zehn Männer vor dem Roten Rathaus in Berlin. Sie haben beschlossen, nichts mehr zu essen. Wenige Tage später beschließen sie, auch nichts mehr zu trinken. Es sind Farbige, sie sprechen kein Deutsch. Sie sprechen englisch, französisch, italienisch. Und noch andere Sprachen, die hierzuland niemand versteht. Was wollen die zehn Männer, Flüchtlinge? Arbeit wollen Sie und in Deutschland bleiben… Er ist ein „trauriger Glücksfall“ (Elke Schmitter) für die deutsche Literatur, dieser Roman, der fünfte der in Berlin lebenden Autorin, die zunächst als Dramatikerin reüssierte. Er bringt das Dilemma der Flüchtlingspolitik – diesseits und jenseits unserer Grenzen – auf den Punkt: subtil, engagiert, mit viel Empathie und ohne falsches Pathos, vor allem aber mit einer enormen erzählerischen Kompetenz. „Gehen, ging, gegangen“ galt als Favorit für den Deutschen Buchpreis; immerhin gelangte das Buch auf die Shortlist der letzten sechs Titel. Ganz ohne Würdigung blieb der Roman nicht: Erpenbeck wurde der Thomas-Mann- Preis 2016 zuerkannt. Seit ihrem so grandiosen wie eigentümlichen Debüt „Geschichten vom alten Kind“ (1999) gehört Erpenbeck zu den „kraftvollsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“, wie die NZZ zu Recht notierte. In ihren Romanen, Erzählungen, Essays und Dramen stellt sie sich der prekären politischen Geschichte des 20. Jahrhundert ebenso wie den brennenden Fragen der Gegenwart. Sie nimmt dabei eine Haltung ein, die durch ihre unbedingte Aufrichtigkeit überzeugt. In „Gehen, ging, gegangen“, sagte sie in einem Interview, versuche sie „unsere Wirklichkeit, das, was wir für selbstverständlich halten, auch mit den Augen der Flüchtlinge anzuschauen.“ Versuch geglückt. Auch in Romanen wie „Heimsuchung“ (2008) oder „Aller Tage Abend“ erzählt sie von Tätern, Opfern und Mitläufern in Umbruchs- und Migrationszeiten wie den heutigen – und das in einer ebenso eigenwilligen wie mitreißenden Sprache. Nun ist Jenny Erpenbeck Gast der „Konstanzer Literaturgespräche“; bereits am Vortag liest sie in Friedrichshafen im Kiesel. An beiden Abenden wird sie begleitet von Wolfgang Ferchl, Programmchef bei Knaus, wo Erpenbecks Bücher herauskommen. Ferchl ist am See kein Unbekannter. Der 59- Jährige studierte in Konstanz u.a. bei Hermann Kinder, volontierte in einem Konstanzer Verlag und hat auch bei anderen prominenten Verlagen wie Piper und Eichborn Buchzeichen gesetzt. Die Besucherinnen und Besucher dürfen einen spannenden Abend erwarten. Apropos Hermann Kinder. Sein neues Buch „Porträt eines jungen Mannes aus alter Zeit“ wird am Donnerstag, 21. Juli, ebenfalls im Rahmen der „Konstanzer Literaturgespräche“ diskutiert. Für den Herbst kündigt „Forum Allmende“, unter dessen Dach die Reihe durchgeführt wird, einen Abend mit Büchner-Preisträger Arnold Stadler an. Nach mehr als zehn Jahren wird im Sommer ein neuer Roman von ihm im S. Fischer Verlag erscheinen. Konstanzer Literaturgespräche mit Jenny Erpenbeck am Dienstag, 21. Juni, 20 Uhr, Spiegel-Halle (Hafenstraße 12). Moderation: Wolfgang Ferchl. Eintritt 8.- €, Karten nur an der Abendkasse.

Freitag, 20. Mai 2016

Einladung zum Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg - Hier haben sie ihre eigenen Monde: Mauerläufer im Anflug auf die Burg - Redaktion stellt dritte Ausgabe des Jahreshefts für Literatur und Kunst vor

– am Samstag, 28. Mai 2016, 15 Uhr im Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)
Am 28. Mai ist es soweit: der neue Mauerläufer wird vorgestellt. Titel des neuen
Jahreshefts: „traf seeabwärts in Romanshorn ein Blechboot ein.“ Der Halbsatz stammt aus
einem Text von Stefan Keller, in dem es um Bootsflüchtlinge geht. Ein russischer
Kriegsgefangener baute sich aus einer Zeltplane mit Stäben und Schnüren ein Boot und
ruderte in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1917 über den Bodensee nach Rorschach. „Ein
paar Monate später traf seeabwärts in Romanshorn ein Blechboot ein. Zwei Arbeiter der
Zeppelinwerke Friedrichshafen hatten es heimlich aus Büchsen gebaut. Sie waren deutsche
Soldaten und wollten auf keinen Fall zurück an die Front.“ Die Analogie zu Geschichten der
Bootsflüchtlinge, die gerade zu uns kommen, ist offensichtlich. Und doch geht es im neuen
Mauerläufer nicht (nur) um Flucht und Füchtlinge, sondern um Leben und Lebensgefühl in
der Vierländerregion Bodensee. Wie auch in den vorangegangenen zwei Ausgaben hat das
Redaktionsteam Sätze aus den Texten von 42 Autorinnen und Autoren zu Kapiteltiteln
gemacht, Sätze, die ein Schlaglicht auf die Region werfen. Kapitel eins heißt: „Herr Lüthi
hatte einen schweren Job.“ Warum? Was machte er? Er war kantonaler Obstbaumberater
von 1931-1975 und sorgte dafür, dass mehr als
600 000 Hochstammbäume gefällt wurden, um Platz zu machen für die
Niederstammanlagen, die nun gehorsam wie Soldaten in Reih und Glied im Thurgau stehen.
Weitere Kapiteltitel lauten: „Die Seele wurde in Wangen erfunden“, „Hier haben sie ihre
eigenen Monde“, „Stille Revolte“, „Zufällig ging immer etwas zu Bruch“, „Und plötzlich sitzt
du bei den Bauarbeitern“. Zur Redaktion gehören Christa Ludwig, Hippe Habasch, Jochen
Kelter, Katrin Seglitz und Hanspeter Wieland. Und Eva Hocke, begnadete Grafikerin aus Bad
Saulgau, hat wieder dafür gesorgt, dass das Heft ein Gesicht bekommt – durch Arbeiten von
Künstlerinnen und Künstlern aus der Region.

Mittwoch, 23. März 2016

Matthias Kehle liest aus seinem Erzählband "Die letzte Nacht" – am Samstag, 2. April 2016, 15 Uhr im Burgcafé Meersburg

Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg


Der Karlsruher Schriftsteller Matthias Kehle liest aus seinem Erzählband "Die letzte Nacht" – am Samstag,  2. April 2016, 15 Uhr im Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)


Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Lesung mit Matthias Kehle möchte ich Sie ganz herzlich auf die Burg Meersburg einladen.


Mit "Die letzte Nacht" legt Thaddäus-Troll-Preisträger Matthias Kehle sein bislang persönlichstes Buch vor. Die meist knappen Texte des mehrfach ausgezeichneten Schriftstellers stecken voller Vieldeutigkeiten. Mit feiner Feder verdichtet er Erfahrungen aus vier Jahrzehnten zu Kammerspielen des Lebens. Er erinnert sich an Begegnungen des Alltags, an Mutter und Vater, eine skurrile Nachbarin, die Gärten der Jugend, besinnliche Dia-Abende, erste Lieben und letzte Abschiede. In diesem Erzählband verlässt der erfahrene "Alpineast" vertrautes Terrain und bleibt dennoch seinen sprachlichen Gefilden in atmosphärisch dichten, oftmals poetischen Momenten treu.
Matthias Kehle, geb. 1967, Studium der Germanistik und Soziologie, lebt als freier Schriftsteller und Journalist in Karlsruhe. Er ist Autor zahlreicher Gedicht- und Erzählbände sowie erfolgreicher Sachbücher. Für seine in mehrere Sprachen übersetzte Lyrik erhielt er u.a. das "Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg", den "Thaddäus-Troll-Preis" sowie den "Schwäbischen Literaturpreis".
Ich freue mich auf Ihr Dabeisein, mit herzlichen Grüßen

Chris Inken Soppa

Mittwoch, 2. März 2016

Wort.Wein.Gesang. Baden-Württembergische Literaturtage in Weinstadt vom 23. September bis 23. Oktober


Ob klassische Autorenlesung oder ungewöhnliche poetische Inszenierung – mit rund 50 Veranstaltungen steht die Stadt Weinstadt im Remstal im kommenden Herbst ganz im Zeichen der Literatur. Unter dem Motto „Wort.Wein.Gesang.“ werden hier vom 23. September bis 23. Oktober mehr als 60 Schriftsteller und weitere Künstler zu den Baden-Württembergischen Literaturtagen erwartet. Darunter prominente Namen wie Peter Härtling, Wilhelm Genazino, Ulla Lachauer, Felix Huby, Karl-Heinz Ott, Bov Bjerg, der preisgekrönte Slam Poet Pierre Jarawan, Fernsehliteraturkritiker Denis Scheck und Schauspielerin Natalia Wörner.

Anfang der 80er Jahre wurden die Baden-Württembergischen Literaturtage von der Landesregierung ins Leben gerufen, um „der Literatur des Landes im großen Rahmen Gehör zu verschaffen". In diesem Herbst wird Weinstadt die 33. Ausgabe ausrichten. Veranstalter ist die Stadt Weinstadt, unterstützt durch das Land und regionale Sponsoren. Mit der Festivalleitung wurde der Reutlinger Peter Reifsteck betraut.

Weinstadt ist eines der größten Weinbauzentren Württembergs. Klar, dass das edle Getränk auch eine wichtige Rolle beim Festival einnimmt. So ist bereits im vergangenen Jahr ein ungewöhnliches Projekt gestartet. Vier Schriftsteller begleiten ein ganzes Weinjahr lang vier Weinstädter Winzer tatkräftig bei der Arbeit in Weinberg und Keller. Die literarischen Früchte dieser Begegnungen werden Anna Breitenbach, José F. A. Oliver, Walle Sayer und Susanne Stephan dann zur Eröffnung der Literaturtage präsentieren. Außerdem wird es eine Wein-Sonderedition der beteiligten Weingüter B. Ellwanger, Gold, Idler und Kuhnle mit Gedichten der Autoren auf den Flaschenetiketten geben. Auch mehrere literarisch-kulinarische Lesungen in Gaststätten verbinden Wortgenuss mit Küchen- und Kellerkunst, „Sprichwortpapst“ Rolf-Bernhard Essig erklärt Redewendungen rund um Rebe und Wein und die Chamisso-Preisträger Que Du Luu, Nicol Ljubic und José F. A. Oliver lesen und sprechen zum Thema „Feste, Feiern“. Eine Kriminacht mit zehn Autorinnen und Autoren führt in fünf historische Gewölbekeller.

Auch an einem weiteren Projekt wird bereits intensiv gearbeitet. Die Lyriker Nico Bleutge, Timo Brunke, Dorothea Grünzweig und Silke Scheuermann schreiben neue Texte für Chöre, die während der Literaturtage mit vier Konzerten zur Aufführung gelangen werden. Der Hintergrund: In Schnait, einem Ortsteil Weinstadts, kam 1789 der Komponist und Musikpädagoge Friedrich Silcher zur Welt. Neben der Vertonung von überlieferten Volksliedern arbeitete Silcher auch mit Dichtern seiner Zeit zusammen, so u. a. mit Justinus Kerner, Ludwig Uhland oder Hoffmann von Fallersleben. Dieser Aspekt soll mit neuen zeitgemäßen Texten und Kompositionen in die Gegenwart transportiert werden. 

Ein dritter Festivalschwerpunkt, „Reisen in die Wirklichkeit“, greift aktuelle gesellschaftliche Themen auf und lotet dabei die Grenzen und Übergänge zwischen Fiktion und Reportage aus. Das reicht von den faktenreich recherchierten Kriminalromanen von Merle Kröger und Oliver Bottini bis zu den literarischen Reportagen der Schriftstellerinnen Barbara Honigmann, Angelika Overath und Annette Pehnt. Die Absolventen der Zeitenspiegel-Reportageschule stellen ihr Abschluss-Magazin „Go“ vor und vier Autoren lesen in der Reihe „Literatur trifft Bibel“ im Gottesdienst zu aktuellen Fragen der Zeit.

Information: Stadt Weinstadt, Kulturamt, Marktplatz 1, 71384 Weinstadt, T. 07151/693-283d.heerdt@weinstadt.de

Vorverkaufsstart: 4. Juli

www.literaturtage-weinstadt2016.de (ab April/Mai)

Donnerstag, 18. Februar 2016

Schreibwerkstatt Singen unter neuer Leitung

Schreibwerkstatt Singen unter neuer Leitung


Die Schreibwerkstatt Singen ist eine freie Gruppe von Schreibenden, die sich regelmäßig zusammen finden, um sich unter Anleitung über mitgebrachte eigene literarische Texte auszutauschen und sich handwerklich zu verbessern.

Im März 2016 geht die Leitung der Schreibwerkstatt vom Lektor Matthias Auer (Stockach) auf den Autor, Journalisten, Literaturwissenschaftler und früheren WANDLER-Mitherausgeber Oliver Gassner (Steißlingen) über.

Als nächste Termine sind die Dienstage am 15.3., 19.4., 10.5. und der 21.6. jeweils von 18 bis 21 Uhr vorgesehen.

Die Treffen finden in der Mediathek der Stadtbücherei Singen statt, bitte den Zugang von der Ekkehardstraße benutzen.

Interessierte melden sich bitte möglichst vorab unter og@ogok.de oder (07738) 9395-250 (i.d.R. zu Bürozeiten außer Dienstag und Donnerstag Vormittag).

Der Preis für 10 Treffen im Jahr (August und Dezember fallen aus) beträgt 100 EUR pro Person, eine Einzel- bzw. Schnupper-Teilnahme kostet 15 EUR und wird ggf. auf eine Jahresteilnahme angerechnet. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg- Peter Salomon / Lyrik

Peter Salomon liest neue, unveröffentlichte, autobiografische Kurzprosa und Gedichte am Samstag, 20. Februar 2016, 15 Uhr Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr). Seit 1969 veröffentlicht der Konstanzer Schriftsteller Peter Salomon Gedichte und Essays in Anthologien und Literaturzeitschriften. Er war Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift UNIVERS (1974–1981). Seit 1992 ist er Herausgeber der Reihe »Replik. Autorenporträts aus dem Abseits der Moderne« und »Literaturdetektiv« in Konstanz. »Peter Salomon verfügt, für eine Lyrik in der Tradition der Neuen Subjektivität bezeichnend, über einen Reichtum an alltäglichen Themen sondergleichen. Dazu gesellt sich ein bemerkenswerter Formenreichtum. Schön auch das reiche, intertextuelle Spiel, das der Autor, ein wahrer poeta doctus, betreibt: mit Anklängen an Gottfried Benn, Bertold Brecht, an Ludwig Wittgenstein, Günter Grass, Theodor Körner u.a.« Prof. Dr. Mario Andreotti »Ein Autor, der seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten ein Stück Literaturgeschichte der Stadt Konstanz wie der gesamten Bodenseeregion geschrieben und zugleich eine unverwechselbare Note zur deutschen Literatur der Gegenwart beigetragen hat.« Walter Neumann, Südkurier »Kaum ein anderer Dichter deutscher Zunge packt die Gegenwart so schonungslos in seine Lyrik.« Matthias Kehle, Carpe librum Geboren 1947, verbrachte Peter Salomon seine Kindheit und Jugend in Berlin, studierte Rechtswissenschaften und Literatur in München und Freiburg. Seit 1972 lebt er in Konstanz.

Freitag, 22. Januar 2016

Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg:Gabriele Loges liest aus ihrem Roman "Paris Sigmaringen oder Die Freiheit der Amalie Zephyrine von Hohenzollern"

am Samstag, 30. Januar 2016, 15 Uhr Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr).

Kurz nach der Geburt ihres Sohnes floh Amalie in Männerkleidung aus Sigmaringen an der

Donau nach Paris. Während der Französischen Revolution setzte sie sich bei Napoleon für

das Land ihres Mannes und Sohnes ein, und nach 23 Jahren kehrte sie wieder dorthin zurück.

Dieser Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen, geborene Salm-Kyrburg (1760-

1841), hat Sigmaringen, hat das ganze kleine Land Hohenzollern zwischen Württemberg und

Baden viel zu verdanken. Als Freundin von Napoleons Frau Josephine hatte Amalie direkten

Zugang zur Macht. Und trotzdem weiß man nur wenig über sie.

Angelika lebt in Sigmaringen. Sie reist ins heutige Paris, um dort nach Informationen zu

Amalie zu suchen. Außerdem trifft sie ihre einstige Jugendliebe wieder, für den ihre Gefühle 

immer noch stark sind. Auf der Rückfahrt von Paris wird sie eine Entscheidung treffen ... 



Gabriele Loges' blendend recherchierter Roman erzählt nicht nur von der

Hohenzollernfürstin Amalie. Vielmehr verbindet das Buch Geschichten mit Geschichte,

Vergangenheit mit Gegenwart und beleuchtet so mehr als 250 Jahre der komplexen

Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich.

Autorin Gabriele Loges wurde in Dettingen bei Horb (Baden-Württemberg) geboren. Sie

studierte Germanistik und Philosophie in Tübingen. Weiterbildung zur Referentin für

Öffentlichkeitsarbeit. Von 1988-2008 war Gabriele Loges Leiterin der Stadtbücherei

Gammertingen.

Seit 2009 freie Autorin, Journalistin, Dozentin für Kreatives Schreiben und Bibliothekarin.

Loges lebt mit ihrer Familie auf der Schwäbischen Alb.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

„Mauerläufer“-Lesung in Stadtbücherei im Kornhaus

Er ist im Anflug auf Wangen: Der neue „Mauerläufer“, der sich am Mittwoch, 28. Oktober, 20 Uhr, in der Stadtbücherei im Kornhaus vorstellt. Das literarische Jahresheft aus der Vierländerregion Bodensee beschäftigt sich in seiner zweiten Ausgabe mit dem Thema Ordnung und Unordnung. Literaturfreunde können sich in der Lesung auf unaufgeräumte Schreibtische und Hüterinnen der Ordnung freuen, auf pfitzende Gummizüge, Worte, die man nicht in den Mund nehmen darf und Kunst, die man nicht essen kann. Vorgetragen von den Autoren Jürgen-Thomas Ernst (Bregenz), Hajo Fickus (Wangen), Hippe Habasch (Opfenbach) und Jürgen Weing (Kißlegg).

Freitag, 5. Juni 2015

Mauerläufer, Literarisches Jahresheft 2015

Mauerläufer,
Literarisches Jahresheft 2015, Bodensee-Allgäu-Oberschwaben
Erscheinungstermin:
Samstag, 13. Juni 2015

Heft-Bezugsadresse: Eva Hocke, Schützenstraße 33, 88348 Bad SDaulgau, eh@muellerhocke.de (12 EUR)

Ein Mauerläufer ist ein Vogel, der im Hochgebirge lebt - und seit 2014 der Name eines
außergewöhnlichen künstlerischen Basisprojekts, das seine Wurzeln hat in den Regionen rund um den Bodensee: Ein literarisches Jahresheft, das fünf AutorInnen und eine umwerfend kreative
Grafikerin auf die Beine gestellt haben.


Regional, radikal und randständig sind die Motti der Herausgeber. Was bedeutet: Weg vom
Mainstream, hin zu Menschen, Gruppen und Themen, die am Rande der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, radikal sein in Themenwahl und Sprache. Das Schwerpunktthema des ersten Mauerläufers war die Gebärdensprache. In der zweiten Ausgabe geht es um Chaos und
Ordnung.
Chaos kommt aus dem Griechischen und bedeutet gähnende
Leere
. Das, was entsteht, wenn die Leere ausgiebig gegähnt hat, ist Kosmos, die Weltordnung. Das weite Feld dazwischen beackern im neuen Mauerläufer 46 AutorInnen und KünstlerInnen aus Österreich, der Schweiz und Süddeutschland.
Neben den Herausgebern selbst, schreiben z.B. Hajo Fickus, Zsuzsanna Gahse, Johanna Walser, Thommie Bayer. U.a. sind Arbeiten von Künstlern wie, z.B. Felix Dröse, Julia Wenz und
Antonius Conte abgebildet. Das ganze Heft steht unter dem Motto
Chaos und Ordnung.