Freitag, 4. Juni 2021
Sonntag, 11. April 2021
Andreas Kirchgäßner: „Die sieben Farben der Nacht. Marokkos Süden“
Andreas Kirchgäßner: „Die sieben Farben der Nacht. Marokkos Süden“
Der Freiburger Autor und Journalist Andreas Kirchgäßner ist Marokko-Experte. Ein besonderes Faible hat er für die dortige Musik, die bereits Jimi Hendrix, Robert Plant, Jimmy Page oder Sting zutiefst begeisterte.
Jahrelang versorgte Kirchgäßner SWR und WDR mit ausgezeichnet recherchierten Reportagen aus dem nordwestafrikanischen Land – aus seinen Reiseberichten ist nun ein farbenfrohes und lebhaftes Buch entstanden.
Kirchgäßner nimmt uns mit auf ein Musikfestival in der Hafenstadt Essauira im Süden des Landes. Hier lebt die Sufi-Bruderschaft der Gnawa – Nachkommen schwarzer Sklaven – ihre Traditionen. Ihre Musik ähnelt dem Jazz, dem Blues: „zart, gebrochen, melancholisch und zugleich archaisch, dann wieder laut, rasselnd und wild“. Die Mission des Autors: Als Fremder und Außenseiter möchte er an einer „Lila“ (arabisch für „Nacht“) teilnehmen. Hier werden musikalische Heilungsriten zelebriert. Die beschworenen Geister zeigen sich in sieben unterschiedlichen Gruppen, jede markiert durch ihre besondere Farbe, die ganze Nacht hindurch.
Anschaulich zeigt Kirchgäßner, wie mühsam es ist, sich einer fremden Kultur offen und vorurteilsfrei zu nähern. Das funktioniert nur, wenn man bereit ist, eigene Gewissheiten zu hinterfragen und sich selbst immer wieder mit dem Blick des unbekannten Gegenübers zu betrachten. Auf seiner Suche nach der Lila begegnet der Autor Instrumentenbauern, Holzschnitzern, Schlangenbeschwörern, Musikern, Meisterinnen, Heilerinnen. Zwischen dem Fremdem und der einheimischen Bevölkerung kommt es zu Missverständnissen, zu Streit, Fettnäpfchen lauern allerorts. Pläne und Verabredungen scheinen nur einem Zweck unterworfen: sie spontan wieder zu ändern.
Denn eine unkonventionelle Sicht auf Probleme kann diese auch lösen. So findet der Autor seine Lila nicht, er veranstaltet selbst eine. Mit Hilfe von Einheimischen, die alle ihre eigenen Gründe haben, ihm zu helfen. Am Ende gelingt es dem Autor trotz aller Widerstände, in die wirbelnde Trancenacht abzutauchen.
Ohne zu beschönigen und ohne Reisebüro-Metaphern nimmt Kirchgäßner uns mit in eine fremde Welt, die wir selbst vielleicht nie bereisen werden. Zu seinen kenntnisreichen und farbigen Schilderungen passt das wunderbar von Eva Hocke in dunkelblau und Orange gestaltete Buch mit den ebenso farbigen und kraftvollen Fotografien des Autors und der Fotografin Marion Beckhäuser. Ein starkes Stück Reiseliteratur!
Rezension von Chris Inken Soppa
osbert+spenza 2020
ISBN: 978-3-947941-02-5
24,00 Euro
Bild: „Moqqadema“ – Heilerin mit Räucherwerk (copy Andreas Kirchgäßner)
Cover: „Sieben Farben der Nacht“ (copy Verlag Osbert+Spenza)
Mittwoch, 28. Oktober 2020
Christa Ludwig – „Alle Farben weiß“
von Chris Inken Soppa
Nach ihrem Lasker-Schüler-Roman „Ein Bündel Wegerich“ beschert
uns Eichendorff-Literaturpreisträgerin Christa Ludwig nun eine Erzählung. Ein
schmales Buch, eines, das sich zunächst leicht und luftig liest. Eines, dessen Komplexität
und Struktur sich nicht auf den ersten Blick offenbart.
Studentin Selina möchte Künstlerin werden; die handwerkliche
Fähigkeit dafür besitzt sie unbedingt, die Präzision ihrer Finger bewegt sich
im Mikrobereich. Die Freiheit jedoch, sich in Kunst und Leben eigene Welten zu
schaffen, nimmt sie sich nicht. Stattdessen wird sie nolens volens zur liebevoll-alleinerziehenden
Mutter. Und zur Restauratorin. Ein Beruf, den sie zunächst kaum ernst nimmt,
über dessen Ehrenkodex sie sich gar lustig macht, weil sie ihn für künstlerisch
irrelevant hält.
Doch dann bekommt Selina den Auftrag, ein übermaltes Kirchenbild
freizulegen. Es von der dilettantisch-abgründigen Malschicht zu lösen, die
darüber liegt. Was Selina nach und nach an Gesten, Gewändern und Gestalten aufdeckt,
mag sich zu einem mittelalterlichen Bild zusammenfügen, scheint jedoch uralte
Gewissheiten zu hinterfragen. Hundertprozentig erfährt man es nicht – wer mag
schon die Botschaft eines unbekannten Künstlers vollumfänglich enträtseln, der
vor Hunderten Jahren lebte und malte? Die freigelegten Bildfragmente allerdings
werden Selina zu Impulsen, die sie Stück für Stück in ihr reales Leben
mitnehmen kann.
„Alle Farben weiß“ ist ein Buch, das sich mit der Leserin,
mit dem Leser entwickelt. Brüche und Leerstellen laden zum Nachdenken ein. Dabei
wirkt Christa Ludwigs Sprache klar, klug und schnörkellos-elegant. Ihre
Erzählung ist es wert, in regelmäßigen Abständen wieder und wieder gelesen zu
werden – vielleicht gar ein Leben lang.
Dienstag, 24. März 2020
Chris Inken Soppa: Der Große Muntprat – Historische Romanbiografie Konstanz (Südverlag) 2020
Katja Neuser
Rezension zu
Chris Inken Soppa Der Große Muntprat – Historische Romanbiografie Konstanz (Südverlag) 2020
Der Große Muntprat – muss man ihn kennen? Weil es eine Muntpratstraße in Konstanz und inRavensburg gibt, den Wirkungsstätten des reichsten Patriziers im süddeutschen und
eidgenössischen Raum in den Zeiten des Konstanzer Konzils?
Historische Romanbiografie lautet der Untertitel zu Chris Inken Soppas 500 Seiten starkem
vielschichtigen literarischen Portrait, das – wie die Konstanzer Autorin und IBC-
Fachgruppenleiterin Literatur vorneweg ausdrücklich betont – das Leben des Kaufmanns Lütfrid Muntprat als Roman darstellt. Was sie in chronologischer Ordnung entsprechend der historischbelegten Lebensstationen erzählt, beruht auf einer intensiven Recherche der Spuren, die der einflussreiche Patrizier in vielfältigen Quellen hinterlassen hat, bleibt aber angesichts fehlender authentischer Zeugnisse wie Briefen fiktiv. Im Kapitel vorweg erklärt Soppa ihr literarisches Vorgehen. „Im Stadtarchiv St. Gallen findet sich der einzige erhaltene Brief aus Lütfrids Feder.
Er stammt aus dem Jahr 1428. Allein die Schrift: klein, sparsam, charaktervoll und überraschend gut lesbar, berührte mich spontan. Ich suchte nach weiteren Spuren des Kaufmanns und entdeckte so viele, dass ich beschloss, die Puzzlestücke zusammenzufügen und Lütfrid Muntprats Leben literarisch zu fassen. Als Roman, wohlgemerkt, nicht als Fachbuch.“
Das ist angesichts des Glossars und der Quellennachweise in diesem spannend und fesselnd zu
lesenden Roman eine glatte Untertreibung, im Hinblick auf die kunstvoll verwobenen Bauformen des Erzählens nicht unbescheiden: Da fallen immer wieder Worte aus der Zeit, wenn von Altervater (dem Großvater) oder Zungenklaffer (dem Verleumder) gesprochen wird, wenn Quellenzitate und Urkundentexte in die Erzählung eingewoben sind wie der vorweg erwähnte Brief, wenn Lütfrid in den Sprachen von Kostenz, Perselone oder Venedien mit seinen Mitbürgern und Geschäftspartnern aus Konstanz, Barcelona oder Venedig spricht und sich mit seiner Vielsprachigkeit und Verhandlungsgeschick Handelsbeziehungen erstreitet. Da
verschlingen sich die Erzählstränge um Liebesgeschichten und Todfeindschaften wie die
zwischen Lütfrid und der Tochter seines ärgsten Konstanzer Widersachers, der die Heirat
vereitelt und die uneheliche Enkeltochter erst am Ende seines Lebens versöhnlich in die Arme
schließt, mit Erzählsträngen um Verwandtschaft und Freundschaft wie zwischen den Eheleuten
und den Brüdern Muntprat oder um Heiratspolitik und Liebe wie zwischen Lütfrid und seiner
Frau Brida, die ihm den Weg zum Rheintaler Adel öffnet, schließlich um Handel und Wandel in
den Machtkämpfen zwischen Königen und Päpsten, zwischen Patriziern und Zünften in Zeiten,
in denen Kaufleute jederzeit auch auf abenteuerliche Begegnungen mit Raubrittern und Piraten
oder Krieg und Krankheiten gefasst sein mussten.
Man kann sich in den vielen Erzählsträngen dieses Buches verlieren, sich mitreißen lassen von
der Begeisterung der Autorin für ihren Helden, den sie menschlich zeichnet wie einen fernen
Freund, der als besonnener und strategisch kluger guter Kaufmann menschlich denkt und handelt und darin seiner Zeit voraus ist. Das ist für mich das Fiktive und Bezaubernde, das den Roman zu einer fesselnden Zeitreise macht, bei der man den historischen Muntprat nicht kennen, sein mittelalterlich geprägtes Denken nicht verstehen muss, um in seiner fiktiven Lebensgeschichte einen aufgeklärt denkenden Reiseführer zur Seite zu haben, der einen berührenden Blick auf das ausgehende Mittelalter und die Unwägbarkeiten historischer Veränderungen öffnet, die seinen eindrucksvollen Lebensweg geprägt haben.
Dienstag, 26. März 2019
„Der blühende Brunnenrand – In 18 historischen Märchen um die Welt“
Donnerstag, 2. August 2018
Der Mauerläufer, das Jahresheft für Literatur und Kunst feiert Jubiläum: Die 5. Ausgabe trägt den Titel WortMachtWort
Mittwoch, 27. September 2017
Steißlinger Literaturwochenende im Oktober - Autorinnen und Autoren aus Baden-Württemberg
Einladung zur LiteraTour 2017 auf den Bodensee (7.10.17)
Am 7. Oktober 2017 ab 14 Uhr wird die LiteraTour wieder einmal in See stechen und die
Schweiz und Deutschland literarisch miteinander verbinden. Auf dem MS Seestern liest der
Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg aus seinen Werken. Der Romancier, Erzähler, Dichter
und Literaturwissenschaftler gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der deutschen
Gegenwartsliteratur. In seinen Werken befasst sich Muschg mit individuellen Deformationen
aus der bürgerlichen Existenz, mit der Schuldfrage oder mit dem Verhältnis zwischen Geist
und Macht. Seine Interessen gehen dabei in die psychologische und psychoanalytische
Richtung. Darüber hinaus handeln seine Werke von der Schweizer Volksmentalität. Seine
Sprache trägt das Merkmal der Assoziation, die somit die Grenzen der Eindeutigkeit
überschreitet. Für Muschg steht fest, dass die Kunst ein Mittel gegen die Zerrissenheit ist,
die in der Hoffnung auch zur Lebenskunst werden könnte. „Kunst als Therapie” war denn
auch der Titel seiner Poetik Vorlesung 1979 in Frankfurt/M. – Muschgs politisches Credo gilt
Europa.
Auf der Fahrt bekanntgegeben werden außerdem die drei Gewinner des IBC-
Kurzgeschichtenwettbewerbs, der in diesem Jahr erstmals stattgefunden hat. Thema der
Ausschreibung war das Schiller-Zitat „Der gebildete Mensch macht die Natur zu seinem
Freund“. Der Wettbewerb wird zeigen, ob solche Gedanken im heutigen Alltag noch Bestand
haben. Die drei prämierten Texte trägt ein Schauspieler vor.
Abfahrtszeiten des MS Seestern:
Konstanzer Hafen: 14.00 Uhr, Kreuzlingen (Liegeplatz 2 oder 3): 14.10 Uhr, Meersburg (Platz
2 oder 3) 14.50 Uhr.
Die Veranstaltung endet gegen 19.00 Uhr; die Ausstiegsstellen werden auf dem Rückweg in
umgekehrter Reihenfolge angefahren.
Eintrittspreise:
Kontoverbindungen: Sparkasse Bodensee Kto. 84155 BLZ 690 500 01
Mitglieder+ Südkurier-Abonnenten € 23/ CHF 26
Nichtmitglieder € 28/ CHF 31
Schüler/Studenten € 15/ CHF 17
Im Ticketpreis ist ein Apéro enthalten.
Vorverkaufsstellen:
Konstanz
Bücherschiff, Paradiesstr. 3, Tel. 0049 (0) 75 31/2 60 07
Homburger & Hepp, Münsterplatz 7, Tel. 0049 (0) 75 31/9 08 10
Markdorf
Buchhandlung Wälischmiller, Am Stadtgraben 12, Tel. 0049 (0) 75 44/9 51 10
Meersburg
Buchhandlung Christine Kuhn, Steigstr. 10, Tel. 0049 (0) 75 32/6 11 8
Überlingen
BuchLandung, Landungsplatz, Ecke Jacob-Kessenring- Str.38, Tel. 0049 (0) 75 51/9 45 65 15
Kreuzlingen
Buchhandlung Bodan AG, Hauptstr. 35, Tel. 0041 (0) 71/6 72 11 12
Karten per Post mit Verrechnungsscheck
Paula Trepulka M.A.
Lindauer Str. 32, 78464 Konstanz
oder per Mail: ptrepulka@web.de
Weitere Info unter: www.intbodenseeclub.com
Dienstag, 20. September 2016
Gesprochene Anthologie auf der Meersburg - Samstag, 19. November 2016, 19.30 Uhr
Mittwoch, 15. Juni 2016
Walter Neumann liest anlässlich seines neunzigsten Geburtstages Gedichte und Prosa zu seiner baltischen Heimat
Wir freuen uns sehr, den Schriftsteller Walter Neumann anlässlich seines runden Geburtstags wieder auf der Burg Meersburg begrüßen zu dürfen. Die Texte, die er uns dieses Mal vorstellen wird, haben ausschließlich mit seiner unvergessenen baltischen Heimat zu tun – und ihrer Geschichte, die vor 800 Jahren begann und in Exodus und Umsiedlung endete.
Neumann wird Gedichte aus dem Band "In den Gedächtnisfächern" lesen, außerdem Texte, die seinen Besuch der damaligen Sowjetrepublik Lettland im Jahr 1975 zum Thema haben, sowie ein kleines, ebenfalls der baltischen Geschichte gewidmetes Satyrspiel.
Walter Neumann wurde am 23. Juni 1926 in Riga/Lettland geboren. "Sein Lebenslauf", schrieb Alexandra Jacobsohn in der Bielefelder "Neuen Westfälischen", "bietet kaum Spielraum für falsche Illusionen. Als Angehöriger der deutschen Minderheit erfuhr er Einschränkung und Unterdrückung, als Bürger Lettlands bekam er die Auswirkungen großmachtpolitischer Herrschaftsgelüste zu spüren. Auf den Hitler-Stalin-Pakt im Jahre 1939 folgte die Umsiedlung ins kriegführende Deutschland. Doch in der Erinnerung blieb dieser Flecken Erde für ihn Heimat."
Seit 1989 ist Walter Neumann freier Schriftsteller. Im Jahr 1992 gründete er die "Meersburger Autorenrunde". 1968 und 1975 erhielt er Auslandsreisestipendien, 1981 den Andreas-Gryphius-Förderpreis und 1989 den Eichendorff-Literaturpreis.„Gehen, ging, gegangen“ Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck zu Gast bei den „Konstanzer Literaturgesprächen"
Freitag, 20. Mai 2016
Einladung zum Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg - Hier haben sie ihre eigenen Monde: Mauerläufer im Anflug auf die Burg - Redaktion stellt dritte Ausgabe des Jahreshefts für Literatur und Kunst vor
Am 28. Mai ist es soweit: der neue Mauerläufer wird vorgestellt. Titel des neuen
Jahreshefts: „traf seeabwärts in Romanshorn ein Blechboot ein.“ Der Halbsatz stammt aus
einem Text von Stefan Keller, in dem es um Bootsflüchtlinge geht. Ein russischer
Kriegsgefangener baute sich aus einer Zeltplane mit Stäben und Schnüren ein Boot und
ruderte in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1917 über den Bodensee nach Rorschach. „Ein
paar Monate später traf seeabwärts in Romanshorn ein Blechboot ein. Zwei Arbeiter der
Zeppelinwerke Friedrichshafen hatten es heimlich aus Büchsen gebaut. Sie waren deutsche
Soldaten und wollten auf keinen Fall zurück an die Front.“ Die Analogie zu Geschichten der
Bootsflüchtlinge, die gerade zu uns kommen, ist offensichtlich. Und doch geht es im neuen
Mauerläufer nicht (nur) um Flucht und Füchtlinge, sondern um Leben und Lebensgefühl in
der Vierländerregion Bodensee. Wie auch in den vorangegangenen zwei Ausgaben hat das
Redaktionsteam Sätze aus den Texten von 42 Autorinnen und Autoren zu Kapiteltiteln
gemacht, Sätze, die ein Schlaglicht auf die Region werfen. Kapitel eins heißt: „Herr Lüthi
hatte einen schweren Job.“ Warum? Was machte er? Er war kantonaler Obstbaumberater
von 1931-1975 und sorgte dafür, dass mehr als
600 000 Hochstammbäume gefällt wurden, um Platz zu machen für die
Niederstammanlagen, die nun gehorsam wie Soldaten in Reih und Glied im Thurgau stehen.
Weitere Kapiteltitel lauten: „Die Seele wurde in Wangen erfunden“, „Hier haben sie ihre
eigenen Monde“, „Stille Revolte“, „Zufällig ging immer etwas zu Bruch“, „Und plötzlich sitzt
du bei den Bauarbeitern“. Zur Redaktion gehören Christa Ludwig, Hippe Habasch, Jochen
Kelter, Katrin Seglitz und Hanspeter Wieland. Und Eva Hocke, begnadete Grafikerin aus Bad
Saulgau, hat wieder dafür gesorgt, dass das Heft ein Gesicht bekommt – durch Arbeiten von
Künstlerinnen und Künstlern aus der Region.
Mittwoch, 23. März 2016
Matthias Kehle liest aus seinem Erzählband "Die letzte Nacht" – am Samstag, 2. April 2016, 15 Uhr im Burgcafé Meersburg
Montag, 21. März 2016
Mittwoch, 2. März 2016
Wort.Wein.Gesang. Baden-Württembergische Literaturtage in Weinstadt vom 23. September bis 23. Oktober
Ob klassische Autorenlesung oder ungewöhnliche poetische Inszenierung – mit rund 50 Veranstaltungen steht die Stadt Weinstadt im Remstal im kommenden Herbst ganz im Zeichen der Literatur. Unter dem Motto „Wort.Wein.Gesang.“ werden hier vom 23. September bis 23. Oktober mehr als 60 Schriftsteller und weitere Künstler zu den Baden-Württembergischen Literaturtagen erwartet. Darunter prominente Namen wie Peter Härtling, Wilhelm Genazino, Ulla Lachauer, Felix Huby, Karl-Heinz Ott, Bov Bjerg, der preisgekrönte Slam Poet Pierre Jarawan, Fernsehliteraturkritiker Denis Scheck und Schauspielerin Natalia Wörner.
Anfang der 80er Jahre wurden die Baden-Württembergischen Literaturtage von der Landesregierung ins Leben gerufen, um „der Literatur des Landes im großen Rahmen Gehör zu verschaffen". In diesem Herbst wird Weinstadt die 33. Ausgabe ausrichten. Veranstalter ist die Stadt Weinstadt, unterstützt durch das Land und regionale Sponsoren. Mit der Festivalleitung wurde der Reutlinger Peter Reifsteck betraut.
Weinstadt ist eines der größten Weinbauzentren Württembergs. Klar, dass das edle Getränk auch eine wichtige Rolle beim Festival einnimmt. So ist bereits im vergangenen Jahr ein ungewöhnliches Projekt gestartet. Vier Schriftsteller begleiten ein ganzes Weinjahr lang vier Weinstädter Winzer tatkräftig bei der Arbeit in Weinberg und Keller. Die literarischen Früchte dieser Begegnungen werden Anna Breitenbach, José F. A. Oliver, Walle Sayer und Susanne Stephan dann zur Eröffnung der Literaturtage präsentieren. Außerdem wird es eine Wein-Sonderedition der beteiligten Weingüter B. Ellwanger, Gold, Idler und Kuhnle mit Gedichten der Autoren auf den Flaschenetiketten geben. Auch mehrere literarisch-kulinarische Lesungen in Gaststätten verbinden Wortgenuss mit Küchen- und Kellerkunst, „Sprichwortpapst“ Rolf-Bernhard Essig erklärt Redewendungen rund um Rebe und Wein und die Chamisso-Preisträger Que Du Luu, Nicol Ljubic und José F. A. Oliver lesen und sprechen zum Thema „Feste, Feiern“. Eine Kriminacht mit zehn Autorinnen und Autoren führt in fünf historische Gewölbekeller.
Auch an einem weiteren Projekt wird bereits intensiv gearbeitet. Die Lyriker Nico Bleutge, Timo Brunke, Dorothea Grünzweig und Silke Scheuermann schreiben neue Texte für Chöre, die während der Literaturtage mit vier Konzerten zur Aufführung gelangen werden. Der Hintergrund: In Schnait, einem Ortsteil Weinstadts, kam 1789 der Komponist und Musikpädagoge Friedrich Silcher zur Welt. Neben der Vertonung von überlieferten Volksliedern arbeitete Silcher auch mit Dichtern seiner Zeit zusammen, so u. a. mit Justinus Kerner, Ludwig Uhland oder Hoffmann von Fallersleben. Dieser Aspekt soll mit neuen zeitgemäßen Texten und Kompositionen in die Gegenwart transportiert werden.
Ein dritter Festivalschwerpunkt, „Reisen in die Wirklichkeit“, greift aktuelle gesellschaftliche Themen auf und lotet dabei die Grenzen und Übergänge zwischen Fiktion und Reportage aus. Das reicht von den faktenreich recherchierten Kriminalromanen von Merle Kröger und Oliver Bottini bis zu den literarischen Reportagen der Schriftstellerinnen Barbara Honigmann, Angelika Overath und Annette Pehnt. Die Absolventen der Zeitenspiegel-Reportageschule stellen ihr Abschluss-Magazin „Go“ vor und vier Autoren lesen in der Reihe „Literatur trifft Bibel“ im Gottesdienst zu aktuellen Fragen der Zeit.
Information: Stadt Weinstadt, Kulturamt, Marktplatz 1, 71384 Weinstadt, T. 07151/693-283, d.heerdt@weinstadt.de
Vorverkaufsstart: 4. Juli
www.literaturtage-
Donnerstag, 18. Februar 2016
Schreibwerkstatt Singen unter neuer Leitung
Die Schreibwerkstatt Singen ist eine freie Gruppe von Schreibenden, die sich regelmäßig zusammen finden, um sich unter Anleitung über mitgebrachte eigene literarische Texte auszutauschen und sich handwerklich zu verbessern.
Im März 2016 geht die Leitung der Schreibwerkstatt vom Lektor Matthias Auer (Stockach) auf den Autor, Journalisten, Literaturwissenschaftler und früheren WANDLER-Mitherausgeber Oliver Gassner (Steißlingen) über.
Als nächste Termine sind die Dienstage am 15.3., 19.4., 10.5. und der 21.6. jeweils von 18 bis 21 Uhr vorgesehen.
Die Treffen finden in der Mediathek der Stadtbücherei Singen statt, bitte den Zugang von der Ekkehardstraße benutzen.
Interessierte melden sich bitte möglichst vorab unter og@ogok.de oder (07738) 9395-250 (i.d.R. zu Bürozeiten außer Dienstag und Donnerstag Vormittag).
Der Preis für 10 Treffen im Jahr (August und Dezember fallen aus) beträgt 100 EUR pro Person, eine Einzel- bzw. Schnupper-Teilnahme kostet 15 EUR und wird ggf. auf eine Jahresteilnahme angerechnet. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
Donnerstag, 11. Februar 2016
Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg- Peter Salomon / Lyrik
Freitag, 22. Januar 2016
Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg:Gabriele Loges liest aus ihrem Roman "Paris Sigmaringen oder Die Freiheit der Amalie Zephyrine von Hohenzollern"
Kurz nach der Geburt ihres Sohnes floh Amalie in Männerkleidung aus Sigmaringen an der
Donau nach Paris. Während der Französischen Revolution setzte sie sich bei Napoleon für
das Land ihres Mannes und Sohnes ein, und nach 23 Jahren kehrte sie wieder dorthin zurück.
Dieser Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen, geborene Salm-Kyrburg (1760-
1841), hat Sigmaringen, hat das ganze kleine Land Hohenzollern zwischen Württemberg und
Baden viel zu verdanken. Als Freundin von Napoleons Frau Josephine hatte Amalie direkten
Zugang zur Macht. Und trotzdem weiß man nur wenig über sie.
Angelika lebt in Sigmaringen. Sie reist ins heutige Paris, um dort nach Informationen zu
Amalie zu suchen. Außerdem trifft sie ihre einstige Jugendliebe wieder, für den ihre Gefühle
Gabriele Loges' blendend recherchierter Roman erzählt nicht nur von der
Hohenzollernfürstin Amalie. Vielmehr verbindet das Buch Geschichten mit Geschichte,
Vergangenheit mit Gegenwart und beleuchtet so mehr als 250 Jahre der komplexen
Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich.
Autorin Gabriele Loges wurde in Dettingen bei Horb (Baden-Württemberg) geboren. Sie
studierte Germanistik und Philosophie in Tübingen. Weiterbildung zur Referentin für
Öffentlichkeitsarbeit. Von 1988-2008 war Gabriele Loges Leiterin der Stadtbücherei
Gammertingen.
Seit 2009 freie Autorin, Journalistin, Dozentin für Kreatives Schreiben und Bibliothekarin.
Loges lebt mit ihrer Familie auf der Schwäbischen Alb.
Mittwoch, 14. Oktober 2015
„Mauerläufer“-Lesung in Stadtbücherei im Kornhaus
Freitag, 5. Juni 2015
Mauerläufer, Literarisches Jahresheft 2015
Literarisches Jahresheft 2015, Bodensee-Allgäu-Oberschwaben
Samstag, 13. Juni 2015
Heft-Bezugsadresse: Eva Hocke, Schützenstraße 33, 88348 Bad SDaulgau, eh@muellerhocke.de (12 EUR)
außergewöhnlichen künstlerischen Basisprojekts, das seine Wurzeln hat in den Regionen rund um den Bodensee: Ein literarisches Jahresheft, das fünf AutorInnen und eine umwerfend kreative
Grafikerin auf die Beine gestellt haben.
Mainstream, hin zu Menschen, Gruppen und Themen, die am Rande der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, radikal sein in Themenwahl und Sprache. Das Schwerpunktthema des ersten Mauerläufers war die Gebärdensprache. In der zweiten Ausgabe geht es um Chaos und
Ordnung. Chaos kommt aus dem Griechischen und bedeutet gähnende
Leere. Das, was entsteht, wenn die Leere ausgiebig gegähnt hat, ist Kosmos, die Weltordnung. Das weite Feld dazwischen beackern im neuen Mauerläufer 46 AutorInnen und KünstlerInnen aus Österreich, der Schweiz und Süddeutschland.
Neben den Herausgebern selbst, schreiben z.B. Hajo Fickus, Zsuzsanna Gahse, Johanna Walser, Thommie Bayer. U.a. sind Arbeiten von Künstlern wie, z.B. Felix Dröse, Julia Wenz und
Antonius Conte abgebildet. Das ganze Heft steht unter dem Motto Chaos und Ordnung.




