Freitag, 22. Januar 2016

Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg:Gabriele Loges liest aus ihrem Roman "Paris Sigmaringen oder Die Freiheit der Amalie Zephyrine von Hohenzollern"

am Samstag, 30. Januar 2016, 15 Uhr Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr).

Kurz nach der Geburt ihres Sohnes floh Amalie in Männerkleidung aus Sigmaringen an der

Donau nach Paris. Während der Französischen Revolution setzte sie sich bei Napoleon für

das Land ihres Mannes und Sohnes ein, und nach 23 Jahren kehrte sie wieder dorthin zurück.

Dieser Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen, geborene Salm-Kyrburg (1760-

1841), hat Sigmaringen, hat das ganze kleine Land Hohenzollern zwischen Württemberg und

Baden viel zu verdanken. Als Freundin von Napoleons Frau Josephine hatte Amalie direkten

Zugang zur Macht. Und trotzdem weiß man nur wenig über sie.

Angelika lebt in Sigmaringen. Sie reist ins heutige Paris, um dort nach Informationen zu

Amalie zu suchen. Außerdem trifft sie ihre einstige Jugendliebe wieder, für den ihre Gefühle 

immer noch stark sind. Auf der Rückfahrt von Paris wird sie eine Entscheidung treffen ... 



Gabriele Loges' blendend recherchierter Roman erzählt nicht nur von der

Hohenzollernfürstin Amalie. Vielmehr verbindet das Buch Geschichten mit Geschichte,

Vergangenheit mit Gegenwart und beleuchtet so mehr als 250 Jahre der komplexen

Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich.

Autorin Gabriele Loges wurde in Dettingen bei Horb (Baden-Württemberg) geboren. Sie

studierte Germanistik und Philosophie in Tübingen. Weiterbildung zur Referentin für

Öffentlichkeitsarbeit. Von 1988-2008 war Gabriele Loges Leiterin der Stadtbücherei

Gammertingen.

Seit 2009 freie Autorin, Journalistin, Dozentin für Kreatives Schreiben und Bibliothekarin.

Loges lebt mit ihrer Familie auf der Schwäbischen Alb.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

„Mauerläufer“-Lesung in Stadtbücherei im Kornhaus

Er ist im Anflug auf Wangen: Der neue „Mauerläufer“, der sich am Mittwoch, 28. Oktober, 20 Uhr, in der Stadtbücherei im Kornhaus vorstellt. Das literarische Jahresheft aus der Vierländerregion Bodensee beschäftigt sich in seiner zweiten Ausgabe mit dem Thema Ordnung und Unordnung. Literaturfreunde können sich in der Lesung auf unaufgeräumte Schreibtische und Hüterinnen der Ordnung freuen, auf pfitzende Gummizüge, Worte, die man nicht in den Mund nehmen darf und Kunst, die man nicht essen kann. Vorgetragen von den Autoren Jürgen-Thomas Ernst (Bregenz), Hajo Fickus (Wangen), Hippe Habasch (Opfenbach) und Jürgen Weing (Kißlegg).

Freitag, 5. Juni 2015

Mauerläufer, Literarisches Jahresheft 2015

Mauerläufer,
Literarisches Jahresheft 2015, Bodensee-Allgäu-Oberschwaben
Erscheinungstermin:
Samstag, 13. Juni 2015

Heft-Bezugsadresse: Eva Hocke, Schützenstraße 33, 88348 Bad SDaulgau, eh@muellerhocke.de (12 EUR)

Ein Mauerläufer ist ein Vogel, der im Hochgebirge lebt - und seit 2014 der Name eines
außergewöhnlichen künstlerischen Basisprojekts, das seine Wurzeln hat in den Regionen rund um den Bodensee: Ein literarisches Jahresheft, das fünf AutorInnen und eine umwerfend kreative
Grafikerin auf die Beine gestellt haben.


Regional, radikal und randständig sind die Motti der Herausgeber. Was bedeutet: Weg vom
Mainstream, hin zu Menschen, Gruppen und Themen, die am Rande der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, radikal sein in Themenwahl und Sprache. Das Schwerpunktthema des ersten Mauerläufers war die Gebärdensprache. In der zweiten Ausgabe geht es um Chaos und
Ordnung.
Chaos kommt aus dem Griechischen und bedeutet gähnende
Leere
. Das, was entsteht, wenn die Leere ausgiebig gegähnt hat, ist Kosmos, die Weltordnung. Das weite Feld dazwischen beackern im neuen Mauerläufer 46 AutorInnen und KünstlerInnen aus Österreich, der Schweiz und Süddeutschland.
Neben den Herausgebern selbst, schreiben z.B. Hajo Fickus, Zsuzsanna Gahse, Johanna Walser, Thommie Bayer. U.a. sind Arbeiten von Künstlern wie, z.B. Felix Dröse, Julia Wenz und
Antonius Conte abgebildet. Das ganze Heft steht unter dem Motto
Chaos und Ordnung. 

Freitag, 17. April 2015

Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg - Thommie Bayer


Samstag,  25. April 2015, 15 Uhr Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)


Autorenlesung: Der Schriftsteller Thommie Bayer liest aus seinem neuen Roman "Weißer Zug nach Süden"



Wer bist du, wenn du das Leben einer anderen lebst?
Chiara stammt aus Castelnuovo in Italien. Warum sie nach Deutschland gekommen ist, geht niemanden etwas an. Jetzt ist sie da und führt das Leben, das ihre Freundin Leonie ihr hinterlassen hat. Sie wohnt im Haus ihrer Freundin und arbeitet als Putzhilfe. Sie mag es, in fremde Wohnungen zu schauen und Dinge in Ordnung zu bringen. Die Wohnung des Herrn Vorden übt dabei eine besondere Anziehung auf sie aus. Jede Woche findet Chiara auf seinem Schreibtisch einen Stapel Blätter mit einer Geschichte. Sie beginnt sich zu fragen, ob er ihre Gedanken lesen kann. Denn seine Geschichten haben sehr viel mit ihrem Leben zu tun.

Thommie Bayer, Jahrgang 1953, gehört zu den meistgelesenen deutschsprachigen Erzählern. Neben zahlreichen Drehbüchern veröffentlichte er vor allem Romane.  Sein Buch "Eine kurze Geschichte vom Glück" wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Er lebt in Staufen bei Freiburg.

Montag, 16. Februar 2015

Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg - "Der Mann, der im Bild verschwand"



Autorenlesung: Der Überlinger Lyriker, Sprecher und Kabarettist Thomas Kuphal liest

Kurzprosa und neuere Texte

Samstag, 28. Februar 2015, 15 Uhr Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)

Kurzprosa und Szenen von und mit Thomas Kuphal. Neben den neueren Texten kommt

es auch zu einer Wiederbelebung von Marcel Reich-Ranicki und einer Neubegegnung mit

Kästner, Kafka, Claudius u.a. in Kuphals literarischen Parodien.

Thomas Kuphal, geboren 1964 in Hamburg, ist Autor und Dozent. Studium der

Germanistik, Anglistik und Philosophie an der FU Berlin. Seit 2008 lebt, lehrt und

schreibt er in Überlingen am Bodensee. Neben Lesungen, freien Lehraufträgen

und Kabarettprogrammen ist er als Schauspieler für Bühne und Fernsehen und als

Synchronsprecher tätig.

Thomas Kuphal ist Mitglied der Meersburger Autorenrunde.

Samstag, 15. November 2014

Der Mannheimer Autor Walter Laufenberg liest aus seinem biografischen Roman "Der Papst im Kerker. Der erste Johannes XXIII. und was die Steine über einen Verdammten verraten"

Einladung zum Literatur-Café: Jour Fixe auf der Burg Meersburg

Samstag, 22. November 2014, 15 Uhr Burgcafé Meersburg (Einlass 14.30 Uhr)

Der Mannheimer Autor Walter Laufenberg liest aus seinem biografischen Roman "Der Papst

im Kerker. Der erste Johannes XXIII. und was die Steine über einen Verdammten verraten"

Drei Päpste sind zwei zuviel. Papst Johannes XXIII. schmiedet einen Plan, wie er seine beiden

Widersacher ausstechen kann. Das Konstanzer Konzil soll seine Bühne sein. Doch es

kommt anders als er denkt.

Ein faszinierendes Intrigenspiel mit und um den ersten Papst Johannes XXIII, der im Jahr

1413 das Konstanzer Konzil einberief. Nach seiner Flucht aus Konstanz hielt man

ihn jahrelang gefangen. Zunächst im Schloss Gottlieben, – zeitweise angeblich sogar

Wand an Wand mit dem tschechischen Reformator Jan Hus – später in der Zollburg

Eichelsheim am Rhein bei Mannheim, von der heute gerade noch fünf Steine übrig sind.

Diese fünf Steine lässt Laufenberg im Roman zu Wort kommen und die verwickelte

Geschichte des gefallenen Papstes erzählen.

Walter Laufenberg ist Schriftsteller und Blogger. Er hat sich durch ein weitgefächertes

literarisches Programm einen Namen gemacht und erhielt zahlreiche Auszeichnungen

und Stipendien. Laufenbergs Buchveröffentlichungen reichen vom Zeitroman und

satirischen Lexikon über den Thriller bis zum historischen Roman. Unter anderem

ist er auch Autor des historischen Bodensee-Romans "Stolz und Sturm" sowie

des Reiseberichtes "Denk ich an Bagdad in der Nacht – Staatsgast am Abend vor

Kriegsbeginn". Mehr über ihn unter www.netzine.de.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Ars-Littera-Preis für Peter Salomon

(Medieninfo)


Der in Konstanz lebende Schriftsteller Peter Salomon erhält den ersten Ars-Littera-Preis für das  späte literarische Glück. Gewürdigt wird das seit vier Jahrzehnten andauernde schriftstellerische  Wirken des Autors als Lyriker, Prosaschriftsteller, Literaturkritiker, Herausgeber und Literaturdetektiv. Salomon veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, war Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift UNIVERS, hat die Buchreihe REPLIK ins Leben gerufen, die sich vergessenen
expressionistischen Autoren widmet, und ist auch als Literaturkritiker und Herausgeber von Anthologien und vergriffenen Büchern tätig.

Walter Neumann schrieb über Peter Salomon: »Ein Autor, der seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten ein Stück Literaturgeschichte der Stadt Konstanz wie der gesamten Bodenseeregion geschrieben und zugleich eine unverwechselbare Note zur deutschen Literatur der Gegenwart-

Der Ars-Littera-Preis besteht aus zwei Buchpublikationen zu Ehren des Preisträgers:
- einem umfangreichen Porträtband über den Autor, der Literaturkritiken, Essays, Aufsätze,  Gedichtinterpretationen, ein langes Interview, Autorenphotos sowie eine Bibliographie enthält 

- einem Peter-Salomon-Lesebuch, das ausgewählte Texte des Autors versammelt, die einen repräsentativen Querschnitt durch das literarische Schaffen des Schriftstellers bieten
Der Ars-Littera-Preis wurde von der gemeinnützigen Kulturvereinigung Ars Littera ins Leben  gerufen und soll in Zukunft jährlich verliehen werden.


gez.: Prof. Dr. Peter Blickle / Klaus Isele



Peter Blickle: In welcher literarischen Tradition stehen Sie?


Peter Salomon: Als ich ab 1967 Schriftsteller wurde, gab es einen kollektiven Impuls für eine


Neue Literatur. Der wurde ziemlich bald als »Neue Subjektivität« benannt. Mir wäre »Subjektive


In den Freiräumen, die diese neue Literatur eröffnete, entwickelte ich meinen eigenen Stil. Von den
Zeitgenossen fühlte ich mich besonders Nicolas Born und Yaak Karsunke nahe. In der Rückschau
fällt auf, daß schon sehr früh Dieter Leisegang und PG Hübsch diese Art Literatur versuchten.
Ich habe immer viel gelesen, das ist mir ebenso wichtig wie selber schreiben.
Deshalb gibt es viele Schriftsteller und Literatur, die mir etwas gesagt haben.
Die denkbar knappste Linie für die Beschreibung meines literarischen Rückrats würde ich so ziehen:
Nietzsche – Benn – Brecht – Günter Eich.
Peter Blickle: Warum heute noch Gedichte schreiben?
Peter Salomon: Das Lesen von Gedichten bereitet mir großes Vergnügen, wenn sie nicht allzu
hermetisch sind. Ähnliches gilt für ihre Herstellung – wobei ich eher der Gelegenheitsdichter bin,
der sich vom überraschenden Einfall und der gelingenden Formulierung beflügeln läßt.
Ich setze mich also nicht jeden Tag zwanghaft hin und quäle mich – aber ich versuche doch, die
günstigen Gelegenheiten durch »Rumbosseln« am angesammelten Material zu provozieren.
Ich frage also nicht, ob Lyrik eine gesellschaftliche Bedeutung hat oder haben sollte.
Allerdings entgeht mir nicht, daß die Literatur ihre selbstverständliche Bedeutung in der Gesellschaft verloren hat. Das ist eine Folge des herrschenden Kapitalismus, der das Geistige klein hält. 

Ich will mich aber nicht davon beirren lassen, daß die Auflagen meiner Gedichtbände nicht so hoch
sind, wie es das kapitalistische Prinzip an sich fordert. Hauptsache es gibt noch Verleger, die das
Es gibt ja auch Sportarten, die einige Zeit einen Höhenflug haben und plötzlich »out« sind - also  keine TV-Sendezeiten mehr bekommen und unter Nachwuchsmangel leiden. Trotzdem wird weiter Ski gesprungen und Tennis gespielt.
Das öffentliche Interesse ändert sich ja laufend. Als ich als Lyriker anfing, war diese Gattung total »in« und boomte. Viele Jugendliche definierten sich darüber. Manche sind dabei geblieben. So wie 
man mit dem Lernen von Fremdsprachen neue Länder erkunden kann, beschert einem der Umgang
mit Lyrik neue Blicke auf die Wirklichkeit und Erfahrungen, die man nur mittels der Dichtkunst
Peter Blickle: Beim Lesen Ihrer Lyrik fällt mir auf, daß es eine »Schnittmenge« zwischen visueller Kunst und Wortkunst gibt – wie in der zeitgenössischen Lyrik insgesamt. In welcher Art inspiriert Sie die visuelle Kunst?

Peter Salomon: Ich bin der bildenden Kunst sehr verbunden. Auf manchen Gebieten bin ich  amateurhaft-autodidaktischer Spezialist. Ich sammle auch etwas. 
Trotzdem überrascht mich die Frage, weil die Bildkunst in meinem Bewußtsein von meiner lite-
rarischen Arbeit nur ganz am Rande eine Rolle spielt. Üblicherweise hole ich mir mein Material
aus der Alltagswirklichkeit: Ich schaue den Leuten auf Maul, schaue, was in der Stadt abgeht, und
finde Verwertbares in den Medien. Das sind natürlich nicht nur Sprachfundstücke, sondern auch
visuelle – aber doch keine in Kunstform, dazu will ich sie ja in meinen Gedichten erst machen.
Nur in wenigen Gedichten habe ich mich explizit mit bildender Kunst beschäftigt – aber auch
das noch sehr hinterhältig: Mein Gedicht über den englischen Maler Denton Welch beschreibt
scheinbar ein »Blumenstilleben mit Konfekt«. Welch war aber auch Schriftsteller. Das angebliche
Welch-Gemälde, das ich lyrisch beschrieben habe, gibt es gar nicht, ich habe es erfunden. Aber diese
Erfindung besteht ausschließlich aus Worten und ganzen Sätzen aus Romanen von Welch, ist also
eine Collage aus seiner Literatur, während der Leser zunächst glaubt, es ginge um seine Bildkunst.
Tricky, oder? Ich will damit natürlich etwas beweisen.
Peter Blickle: Lyrik bewegt sich oft in jenem unerklärlichen Zwischenland zwischem dem Universell-Menschlichen und dem Konkreten. Welche Wirkungen hatten und haben Orte auf Ihre Worte und Sprachrhythmen?

Peter Salomon: Also mit dem Universell-Menschlichen beschäftigt man sich in der Pubertät oder  wenn man nicht zu sich selbst finden konnte. Die Gedichte sind dann auch danach, wenn man
sich in diesem Zustand zum Dichter berufen fühlt. Ich bin eindeutig der Ansicht, daß der Dichter 
vom Konkreten ausgehen muß – und zwar von den kleinen Stückchen, aus denen die Wirklichkeit
besteht. Er muß Stückchen zusammensetzen! Bis sich ein Mosaik zeigt, das dann ein so oder so
verschobenes Abbild der Wirklichkeit ist. Man sieht sie dann plötzlich etwas anders als im Alltag.
Bei bestimmten Verschiebungswinkeln mag sich dann auch gelegentlich das Universell-Menschliche
zeigen. Das ergibt sich bei der Arbeit. Das kann man nicht einfach bedichten wollen. Das stellt sich
erst hinterher oder mittendrin ein.