+ 1 - 0 | § Kunst als Weckreiz - Künstler als Plebejer Offener Strafvollzug auch für Autoren und Künstler

von Ines Eck

Geld wurde erfunden, um Fähigkeiten und Waren austauschen zu können. In Deutschland liegen Fähigkeiten und Waren weitgehend brach, weil die Geldmenge nicht entsprechend den anwachsenden Fähigkeiten und Waren infolge des technischen Fortschritts vermehrt, sondern über Spekulationen und Sparmaßnahmen den Austauschprozessen entzogen wird.

Es gab für Autoren/Künstler ausreichend Möglichkeiten, sich in fair dotierten "Brotjobs" oder Teilzeitanstellungen den Lebensunterhalt verdienen zu können. Die Jobmöglichkeiten fielen infolge der Sparpolitik weg. Die Hartz4Gesetze zwingen Menschen nicht nur in relativer Geldarmut zu leben, sie verweigern Millionen Menschen Bürgerrechte. Menschen, die im Arbeitslosen2Status leben müssen, haben kein Recht auf Datenschutz, kein Recht auf Unversehrtheit der Wohnung, kein Anrecht auf Ortsabwesenheit, -
ohne dem ausweichen zu können. Wer sich abmeldet, um die Stadt zu verlassen, erhält kein Geld und ist nicht krankenversichert. Auch wenn er freischaffend oder in einem 1-Euro-Job arbeitet. Wenn Menschen verheiratet sind, erhalten sie monatlich automatisch 68 Euro weniger und haben nur Anspruch auf sechzig statt hundert Quadratmeter Raum. Geld und Raum bedeuten auch Arbeitschancen .

Der Autor und Künstler ist in seinen Bewegungs- und Arbeitsmöglichkeiten abhängig von Entscheidungen eines Fallmanagers. Die Fallmanager agieren im Rahmen ihrer Vorschriften gewöhnlich fair. Die Vorschriften lassen ihnen wenig Freiräume. Journalisten ermittelten, daß Angestellte der Arbeitsagentur angewiesen wurden, innerhalb der Vorschriften so schikanös gegen Arbeitslosengeldempfänger vorzugehen, daß Geld im Rahmen von
Bestrafungsaktionen eingespart werden konnte/könnte.

Andererseits wurde und wird von der Arbeitsagentur Geld für Prozesse ausgegeben, die Arbeitssuchenden nichts nutzen. Ein Medienassistent/Soundkünstler wurde unter Androhung des Entzugs des Existenzminimums gezwungen, wochenlang Kreuzworträtsel zu lösen und Einführungsvorträge in die Computertechnik anzuhören, obwohl er eine Programiersprache lernen wollte. Diese Maßnahme kostete tausend Euro. Das Logo der Arbeitsagentur zeigt eine Sackgasse. Als die Sackgasse Rot auf Weiß gezeichnet war, schien der, der sie benutzt, wie über ein vereistes Feld entfliehen zu können. Die Sackgasse wurde Weiß auf Rot, das Bild provoziert das Gefühl, als ständen entlang eines Weges, der an einer Mauer endet, Mauern. Für dieses Kunstwerk wurden zigtausende Euros bezahlt.
Es scheint ausreichend Geld vorhanden.

Ziel der Autoren/Künstler ist es, unter fairen Arbeitsbedingungen arbeiten zu können. Es wäre bereits eine Hilfe, die die Gesellschaft keinen Cent kostet, wenn von den Verbänden durchgesetzt werden könnte, daß Menschen nicht täglich persönlich zum Briefkasten gehen müssen, obwohl es Mobiltelefone und Internetmöglichkeiten gibt, um einen Arbeitssuchenden rechtzeitig zu benachrichtigen, falls es Jobmöglichkeiten für ihn gibt.
Mitarbeiter der Enquetekommission des Bundestages sagten, daß Schauspielerverbände erreichen konnten, daß jobsuchende Schauspieler sich frei bewegen dürfen. Autoren und Künstler müssen sich frei bewegen - können, wenn sie auch anderes darstellen können wollen als Reaktionen auf einen Alltag im Offenen Strafvollzug, in den sie gezwungen werden, als seien sie straffällig geworden, weil ihre Interessenvertreter/Verbände nicht durchsetzen konnten, daß sie für Ausstellungarbeiten und Textveröffentlichungen kostendeckende und existenzabsichernden Arbeitshonorare erhalten. Sie müssen unterwegs sein, um Arbeitspartner und Mäzene finden zu können.

Ein Bürgergeld, das honoriert, daß Menschen arbeiten, in dem sie leben (ohne Kranke gäbe es keine Ärzte...) könnte die Ghetttoisierung von Millionen Menschen in Deutschland beenden. Das Geld, das das Existenzminimum absichert, ist in Löhnen und Sozialgeldern bereits vorhanden. Wenn jeder Bürger ein Grundgehalt in Form eines Bürgergeldes erhält, braucht niemand Sozialhilfe und Institutionen, Arbeitslosenpflichtversicherung und
Institutionen, Rentenpflichtversicherung und Institutionen mehr. Wer in Notfällen
mehr Geld als das Existenzminimum an der kulturellen Armutsgrenze haben will, könnte sich freiwillig versichern. Die Lohnnebenkosten würden massiv sinken. Bespitzelungs- und Repressionssysteme gegenüber denen, die keinen Job finden können, würden verschwinden. Deutschland würde ein freiheitlich-demokratischer Staat, in dem jeder Bürger eine faire Chance hat, Fähigkeiten im Interesse anderer fair bezahlt einzubringen.

Ines Eck
www.textlandschaft.de words pictures sounds

+ 1 - 0 | § Imre Török neuer Vorsitzender des Schriftstellerverbandes

Imre Török löst Fred Breinersdorfer als Vorsitzdender des Schriftstellerverbandes (VS in ver.di) ab. Er wurde heute mit etwa 80% der Delegierten-Stimmen beim Bundeskongress des Schriftstellerverandes gewählt. Breinersdorfers Amtszeit endete regulär. Wie Fred Breinersdorfer stammt Imre Török aus den Kreisen des VS Baden-Württemberg und war bis heute dessen Landesvorsitzender.

Wir gratulieren.

+ 1 - 0 | § Fotos: Sommer-Literaturtage des Schriftstellerverbandes Ba-Wü



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Sommer-Literaturtage des Schriftstellerverbandes Ba-Wü OliverGassner's Sommer-Literaturtage des Schriftstellerverbandes Ba-Wü photoset



+ 1 - 0 | § Oliver Gassner stellt tExtra.Touren vor

Museum für Literatur am Oberrhein: Oliver Gassner mit 'textratouren'
Prinz-Max-Palais - Dienstag, 07.06 | 20.00 Uhr | Eintritt: 4.- / 3.- EUR (Mitglieder der Literarischen Gesellschaft 2.- EUR)

Neben Lyrik und Kurzprosa stellt Oliver Gassner experimentelle Arbeiten vor, die er auf der CD-ROM tExtra.Touren veröffentlicht hat: "Neben den bekannten Projekten für das Internet, die mit textuellen und audiovisuellen Elementen arbeiten, umfasst die hyperliterarische Edition auch frühere mail- und copy-art-projekte sowie Tonaufnahmen von Lesungen. die Arbeiten Gassners leisten eine Art media-hacking. mit einfachen Mitteln wird das Medium aufgebrochen, um seine Verfahrensweisen zum Vorschein zu bringen. Gassner initiiert eine neue Poetik des Schreibens unter Netzbedingungen, die den Sprachgebrauch aufbricht." (aus dem Begleittext der CD).
Oliver Gassner, geboren 1964, arbeitet als Autor, Journalist und Dozent; seit 1989 Herausgeber der Literaturzeitschrift Wandler. Seine Arbeiten wurden ausgezeichnet mit dem „Silbernen Pegasus 1997" (IBM/DIE ZEIT) und dem Internet-Literaturpreis „dtv/T-Online 2003“ für die Gemeinschaftsarbeit "absolute wreaders" ausgezeichnet.

+ 1 - 0 | § Über die Liebe und ihre Lügen

Ein faszinierendes Romandebüt von Holde-Barbara Ulrich

Von Ulrike M. Dierkes

„Margrets Mann“ – ein Roman über die Liebe. Um genauer zu ein, über die Liebe, ihre Lügen und ihre Gewalttätigkeit. Und genau das ist es, dieser Zusatz, der das neue Buch der Berliner Autorin Holde-Barbara Ulrich für den Leser zu einem zutiefst
erregenden und bis zum Schluss fesselnden literarischen Ereignis macht. Die Spannung, die die Autorin von der ersten Seite an aufzubauen vermag, getragen von ihrer sensiblen, höchst präzisen, bildhaften Sprache lassen Trivialität, für die Romane dieses Genres im allgemeinen anfällig sind, nicht zu. (mehr)