Der Karlsruher Schriftsteller Kuno Bärenbold ist tot. Er starb am Dienstagabend, 61jährig, an den Folgen eines Herzinfarkts. 1946 in Pfullendorf am Bodensee geboren, wurde der gelernte Zimmermann in den acht Jahren Haft, die er im Heilbronner Gefängnis verbrachte, zum leidenschaftlichen Leser und zum Schriftsteller. Als er danach nach Karlsruhe kam, entwickelte er sich zu einem der rührigsten Mitglieder der Literaturszene der Stadt. Sechs schmale Bücher, „Der Einzelgänger“, „Heroes & Zeroes“, „Das Leben ist auch nicht mehr das, was es mal war“, „In bester Gesellschaft“, „C´est la vie“ und „Bye, Bye“, erschienen von ihm, in denen er nicht nur über seine eigene bewegte Lebensgeschichte Auskunft gab, sondern auch den gesellschaftlichen Außenseitern seine Stimme lieh. Unermüdlich betätigte er sich bis zuletzt als „Leseverführer“ im Karlsruher Anzeigenblatt „Kurier“ und in der evangelischen Zeitschrift „Standpunkte“, aber auch mit Lesungen in Jugendzentren, Schulen, Gefängnissen und Kulturkneipen. Geradezu Kultstatus genossen die gemeinsamen Lesungen mit seinem langjährigen Weggefährten Harald Hurst. Zusammen mit dem musikalischen Kabarettisten Gunzi Heil füllten sie in den letzten Jahren fast jeden Saal in der Region. Mit dem markanten Schnauzbart und der unvermeidlichen Baskenmütze gehörte er zum Stadtbild von Karlsruhe-Durlach, wo er eine oft einsame, aber an seiner Umwelt rege Anteilnahme nehmende Schriftstellerexistenz führte. Sein Bücherstand war eine der ständigen Attraktionen des Durlacher Weihnachtsmarkts. Kuno Bärenbold war engagiertes Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), ein nicht immer bequemer, aber sensibler Zeitgenosse, dem die Liebe zur Literatur Lebenselixier und Lebensinhalt war.
Peter Kohl
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Wolfgang Rueger (E-Mail) - 16 Juni '08 - 09:49
Ja, ich bin erschuettert. Kuno ist tot. Kuno, mit dem ich soviele Jahre geteilt habe, mit dem ich Freundschaft in allerschwersten Zeiten besass, Kuno, den ich, bedingt durchs Leben, aus den Augen verlor, den ich erst vor Wochen versucht habe zu erreichen, aus weiter Ferne, Kuno ist tot. Ich glaubs nicht. Das ist ein Trick. Mensch Kuno, schreibst du eine neue Geschichte?Wenn es aber kein Trick ist, Mensch Kuno, ich bin tief traurig. Ich weiss noch genau wie du mir den ersten Brief geschrieben hast. Du im Bau, ich im Bau, und deine Rezenssionen meiner Buecher und deine Veroeffentlichungen in meiner Zeitschrift - Mensch Kuno, es war eine so hoffnungsvolle Zeit und jetzt kann ich dich mal mehr umarmen. Mit fallen deine Katzen ein, was ist mit denen?
Wir beide haben fuer das Wort und die Wahrheit gelebt. Zugegeben, was ist schon Wahrheit? Aber sagen wir so: wir haben fuer die Ehrlichkeit gelebt.
Ich bin tief traurig dass du tot sein sollst. Das hast du nicht verdient. Das nicht.
Dein alter Freund, aus dem Bau und von der Literatur, es gab doch nur uns, und jetzt schreibt keiner mehr aus dem Bau, jetzt ziehen sie alle den Schwanz ein und bescheissen sich selber und stellen sich nicht der Tat, Mensch Kuno, das tut mir echt weh dass du tot sein sollst. Ich bin geschockt.Peter
Peter (E-Mail) - 02 August '08 - 01:11